Bauern zeigen Interesse an Bioflächen

Sechs Prozent wollen auf Bio-Landwirtschaft umsatteln. Je jünger sie sind, desto eher spielen sie mit dem Gedanken

Wien - Ein Drittel der österreichischen Bauern spielt mit dem Gedanken, auf biologische Landwirtschaft umzusatteln. Sechs Prozent der Landwirte, die bisher konventionell anbauen, wollen unter guten Förderbedingungen umsteigen. Weitere 27 Prozent könnten sich einen Wechsel eventuell vorstellen - je jünger sie sind, desto eher. Das zeigt eine neue Studie des Marktforschers Keyquest.

Antrieb für den Umstieg sei vor allem der seit Jahren stetig wachsende Markt für Bioprodukte. Geringere Abhängigkeit von Pestiziden und Düngerzukauf wie nachhaltige Bewirtschaftung ließen die Landwirte ihre Produktion ebenso überdenken. Was für sie gegen Bio spricht, sind wirtschaftliche Komponenten: eine enorme Abhängigkeit von Förderungen etwa, satte Investitionen fürs Umrüsten und der höhere Arbeitsaufwand.

Anreize für Bio gefordert

Für Rudolf Vierbauch, der als Obmann des Bauernverbands Bio Austria die Studie in Auftrag gab, ist Letzteres ein Trugschluss: Die Förderungen für Bio seien nur ein Teil der Gesamtsubventionen, das relativiere sich, sagt er. Für Investitionen gebe es in der Regel Boni.

Österreich zählt derzeit 21.600 Biobetriebe, 16 Prozent der gesamten Bauern. Machten die gut sechs Prozent Umstiegswilligen und rund die Hälfte der noch Unentschlossenen mit der Absage ans Konventionelle Ernst, würde sich der Bioflächenanteil auf fast 40 Prozent erhöhen, erhob Keyquest.

Die Bereitschaft vieler Landwirte sei da, sagt Vierbauch, entscheidend dafür sei, bei der Reform der gemeinsamen Agrarpolitik der EU entsprechende Schwerpunkte zu setzen und lenkend Richtung Bio einzugreifen. Zum einen steige in Österreich nach wie vor der Biobedarf - auch für heuer melde der Handel Zuwächse. Zum anderen bieten sich aus seiner Sicht hohe Exportchancen. Die Preise für Bio sind aber vor allem bei Milch und Fleisch stark angespannt. Und die Gastronomie hat damit nach wie vor nur sehr wenig am Hut. (Verena Kainrath, DER STANDARD, 12.7.2012)

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