Protest nach Hinrichtung von "Ehebrecherin"

11. Juli 2012, 17:05
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Afghanische Frauen fordern Verurteilung der Täter - Ein Video dokumentiert die Tat

Kabul - In Afghanistan haben am Mittwoch Dutzende Menschen gegen die auf einem Video dokumentierte Hinrichtung einer mutmaßlichen Ehebrecherin durch die radikalislamischen Taliban protestiert. "Wir wollen Gerechtigkeit", riefen die DemonstrantInnen, vor allem Frauen, bei ihrem Marsch vom Frauenministerium zum Sitz der UNO in der Hauptstadt Kabul. Die Hinrichtung sei ein Verbrechen, sagte die Abgeordnete Shinkai Karochail. Es sei die Pflicht der Regierung, die Täter vor Gericht zu bringen.

Hinrichtung dokumentiert

Am Sonntag hatte ein Video international für Empörung gesorgt, das die öffentliche Hinrichtung der 22-jährigen Frau zeigte. Die Frau wurde in einem Dorf rund 100 Kilometer nördlich von Kabul erschossen, während mehrere Dutzende Männer klatschten.

Der Oberbefehlshaber der NATO-Truppe ISAF, US-General John Allen, sagte den afghanischen Behörden zu, bei der Fahndung nach den Verantwortlichen zu helfen. Der afghanische Präsident Hamid Karsai verurteilte die Tat als "abscheulich und unverzeihlich". Einer Provinzsprecherin zufolge war die Frau Ende Juni im Dorf Kol nördlich von Kabul hingerichtet worden, weil sie ein Verhältnis mit einem Taliban-Kommandanten gehabt haben soll. (APA, 11.7.2012)

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