Wenn Firmenvideos in die Hose gehen

  • "Peinlich wie ihre Turbos" oder einfach nur "Hahaha" lauten etwa Kommentare auf Youtube zum BMW-Rap.
    foto: youtube/screenshot

    "Peinlich wie ihre Turbos" oder einfach nur "Hahaha" lauten etwa Kommentare auf Youtube zum BMW-Rap.

Statt Bewerber anzulocken, ernten Unternehmen oft nur Spott und Häme - Ein paar Beispiele für blamable Firmenauftritte - Kennen Sie welche?

"Fakt ist, dass es eines der besten Unternehmen ist. Hast du dich wirklich jemals informiert, welche Einstiegsmöglichkeiten BMW dir serviert?" Diese Zeilen sind nicht das Resultat eines missglückten Volksschülerreims, sondern der Versuch eines deutschen Autoherstellers, Praktikanten mit Hilfe eines Videos anzuwerben. Mit dem "Steh auf"-Rap hat sich BMW ordentlich in die Nesseln gesetzt, eine wenig schmeichelhafte Auszeichnung war die Folge. Es wurde auf der Web 2.0-Messe "re:publica" zum schlechtesten Web-Video des Jahres gekürt. Mit Sätzen wie: "Karriere starten von allein? Nein. Ich sage, du leitest sie mit einem Praktikum ein."

Verbreitung zum Leidwesen der Firmen

"Spiegel Online" hat jetzt eine "Parade des Schreckens" veröffentlicht. Zielscheibe des Spotts sind Unternehmen, die via Video um die Gunst von Bewerbern buhlen. Und zwar ernsthaft. Viral verselbstständigen sich solche Kampagnen verdammt schnell, die Botschaft erreicht Millionen Empfänger. Firmenspots können eine wichtige Rolle im Employer Branding spielen. Also im Bestreben, sich durch einen Imagegewinn als guter Arbeitgeber zu profilieren. In den Köpfen von potenziellen Mitarbeitern. Allerdings ist der Grat zwischen gut gemacht und peinlich sehr schmal. Trash muss nicht automatisch negativ sein, alleine auf den Stil kommt es an - und wie Rezipienten darauf reagieren.

Beispiel als Österreich

Die Stilfrage völlig außer Acht gelassen hat beispielsweise das österreichische Bundesheer mit seinem "Panzer-Video". Die "Werbung" wurde mit Spott und Hohn geradezu überschüttet, auch international mutierte sie zur Lachnummer. Abgesehen von der dilettantischen Machart sei das Video auch noch sexistisch, so die Kritik. Das Ministerium ließ die Kampagne umgehend stoppen. Hunderttausende Clicks später - die Verbreitung ist nicht unbedingt ein Gradmesser für Erfolg.

Wir präsentieren hier einen Auszug aus der "Parade des Schreckens", die "Spiegel Online" nach Hinweisen von Usern zusammengetragen hat. Wenn Sie auch über peinliche Firmenvideos gestolpert sind, posten Sie bitte Ihre Links. (om, derStandard.at, 12.7.2012)


BMW Praktikum Rap:

Quelle: YouTube

Rekrutenwerbung des Bundesheeres:

Quelle: YouTube

Praktikum bei Edeka:

Quelle: YouTube

EU-Kommission: It's a Girl Thing

Quelle: YouTube

Telesales:

Quelle: YouTube

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