Libysche Parlamentswahl: Ex-Regierungschef Jibril baut Führung aus

11. Juli 2012, 14:46
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Liberale siegen laut Zwischenergebnis auch in Islamisten-Hochburg

Tripolis - Der frühere libysche Ministerpräsident Mahmoud Jibril hat bei der Stimmenauszählung der ersten freien Parlamentswahl seine Führung ausgebaut. Sogar im Osten des Landes, der als Hochburg der Islamisten gilt, steuerten Jibril und seine Allianz der Nationalen Kräfte laut den am Mittwoch veröffentlichten inoffiziellen Zwischenergebnissen auf einen klaren Sieg zu. Auch in anderen Gebieten lag der Premierminister aus der Zeit des Aufstandes gegen den langjährigen Machthaber Muammar al-Gaddafi vorn. Der Erfolg Jibrils im Osten deutet darauf hin, dass er auch außerhalb von Großstädten wie Tripolis punkten kann.

Jibril hat Experten zufolge von seinem Ruf als einem der wichtigsten Kämpfer gegen Gaddafi profitiert. Bei ihm fühlen sich die Bürger gut aufgehoben. Jibrils Führung muss sich jedoch nicht in einer Dominanz im künftigen Parlament niederschlagen, da die Parteien nur 80 der 200 Sitze in der Volksvertretung besetzen können. Die Mehrheit der Plätze ist unabhängigen Bewerbern vorbehalten.

Erste offizielle Ergebnisse hatte die Kommission für Mittwoch angekündigt. Aber selbst die Resultate für die Hauptstadt Tripolis ließen auf sich warten.

Wie chaotisch die Verhältnisse noch immer sind, zeigt die Verschleppung von zwei Fernsehjournalisten in der einstigen Gaddafi-Hochburg Ben Walid. Die Organisation Reporter ohne Grenzen berichtete, die Entführer forderten im Austausch für ihre Geiseln die Haftentlassung von Gefangenen. Die libysche Regierung verlangt die sofortige Freilassung der Journalisten. (APA, 11.7.2012)

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