Bericht: UNO beschäftigt zwielichtige private Sicherheitsdienste

11. Juli 2012, 14:30
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Private Sicherheitsdienste, die zum Schutz von UN-Mitarbeitern angeheuert werden, sind zum Teil bekannt für Gewalt, Fehlverhalten und finanzielle Ungereimtheiten

New York - Die Vereinten Nationen setzen laut einem Bericht zum Schutz ihrer Mitarbeiter weltweit immer häufiger zwielichtige private Militär- und Sicherheitsfirmen ein. "Weil es keine Richtlinien und keine klare Verantwortung gibt, haben die UN immer wieder Firmen beschäftigt, die bekannt sind für Fehlverhalten, Gewalt und finanzielle Unregelmäßigkeiten", heißt es in dem am Dienstag (Ortszeit) in New York von der Nichtregierungsorganisation Global Policy Forum und der Rosa-Luxemburg-Stiftung veröffentlichten Papier. Die Vereinten Nationen wiesen die Kritik zurück.

Kosten und Verträge bei der Zusammenarbeit mit privaten Sicherheitsfirmen seien meist nicht transparent, so der Bericht. "Das System ist außer Kontrolle und es gibt kein kritisches Nachdenken darüber", erklärte der Autor der Studie, Lou Pingeot vom Global Policy Forum.

Die Vereinten Nationen traten der Darstellung entgegen. Erst im vergangenen Monat sei ein Entwurfspapier zum Umgang mit privaten Sicherheitsdiensten verabschiedet worden, sagte ein Sprecher.

2010 lagen die Kosten für private Sicherheitsdienste nach UNO-Zahlen, die der Bericht zitiert, bei 76 Millionen Dollar (61,9 Mio. Euro) und damit fast doppelt so hoch wie im Jahr zuvor (44 Mio Dollar). Die UNO weigere sich bisher, aktuellere Zahlen und eine Liste der angestellten Firmen zu veröffentlichen, heißt es in der Studie. (APA, 11.7.2012)

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