Microsoft-Patent verrät mögliche Zukunft der Xbox

Skalierbare Hardware könnte iPad-Zyklus zum Vorbild haben

Nach der ungewollten Veröffentlichung eines 56-seitigen Dokuments über die nächste Generation der Spielkonsole Xbox stützt nun ein offizieller Patentantrag Microsofts aus dem Jahr 2010 die darin enthaltenen Designideen und Konzepte rund um die "Xbox 720". Demnach arbeitet oder arbeitete Microsoft zumindest vorübergehend an einem zukunftstauglichen, skalierbaren Hardware-Design für kommende Versionen der Xbox.

Skalierbar

Einer Analyse von Eurogamer zufolge, beschreibt Microsoft in dem Patentantrag ein skalierbares Hardware-Layout, das dafür sorgen könnte, dass man laufend neue Modelle der Spielkonsole auf den Markt bringen kann. Damit würde der Konzern die traditionelle, langfristig angelegte Plattformstrategie über den Haufen werfen und sich an kurzlebigen Produktzyklen von iPad und Co. orientieren. Dadurch könnte Microsoft auf dem Markt jährliche Hardware-Updates lancieren und die Kosten für die einmalige Anschaffung einer Konsole drücken. Für Spieler brächte dies zwar den Nachteil, dass man neue Games vielleicht nicht mehr oder nur eingeschränkt auf älteren Konsolenmodellen zocken kann, auf der anderen Seite wäre der Wechsel auf die nächste Generation reibungsloser, als es jetzt der Fall ist.

Gleichzeitig könnte das Skalierungskonzept auch nur bedeuten, dass Microsoft die Veröffentlichung unterschiedlich stark ausgestatter Versionen seiner nächsten Xbox plant, um unterschiedliche Zielgruppen besser bedienen zu können.

Transmedia

Beide Ideen werden durch vorangegangene Insider-Berichte Anfang des Jahres gestützt. Der zeitweise gehandelte Codename "Xbox Infinity" ergibt besonders mit dem Wissen über eine fortlaufende Konsolenentwicklung Sinn.  

Ein weiteres interessantes Konzept ist "Transmedia Gaming". Offenbar will Microsoft die parallele Nutzung unterschiedlicher Medienkanäle vorantreiben. Beschrieben wird unter anderem wie während einem Spiel ein Live-Ticker über den Bildschirm wandert oder wie man mit einem Sportspiel virtuell ein gerade laufendes, echtes Sportereignis nachempfinden kann. Entscheidend dabei ist, dass dies alles ohne Einbußen der Rechenleistung stattfinden soll.

In den Sternen

Wie viele dieser Ideen es tatsächlich in das finale Produkt schaffen werden, steht gewiss in den Sternen. Dass Microsoft zumindest in vereinzelten Märkten mit neuen Finanzierungsmodellen für die Xbox 360 experimentiert, zeigt jedoch, dass man bereit ist, sich in einem stetig weiterentwickelnden Markt von eingefahrenen Konzepten zu befreien. (zw, derStandard.at, 11.7.2012)

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