Neonazis rekrutieren zunehmend über Facebook und Youtube

  • Jugendschützer warnen: Youtube und Facebook sind zu den wichtigsten Rekrutierungsstellen für Neonazis geworden.
    foto: apa

    Jugendschützer warnen: Youtube und Facebook sind zu den wichtigsten Rekrutierungsstellen für Neonazis geworden.

Jugendschutzorganisationen warnen vor immer radikaleren Inhalten und "subversiven Taktiken"

Neonazis nutzen soziale Plattformen verstärkt für die Verbreitung rechtsextremer Hetze und die Rekrutierung von Jugendlichen. Vor allem auf Facebook und Youtube wird versucht Jugendliche mit "provokanten Events" und "subversiven Taktiken" zu gewinnen. Das geht aus dem aktuellen Bericht "Rechtsextremismus online" von jugendschutz.net hervor.

"Das wichtigste Rekrutierungsfeld"

Mit emotional aufgeladenen Themen wie Arbeitslosigkeit, Finanzkrise oder sexuellem Missbrauch werde versucht, Personen außerhalb der Szene zu erreichen, sagt Stefan Glaser, Leiter des Bereichs Rechtsextremismus von jugendschutz.net. "Für Rechtsextreme sind die Mitmachnetze inzwischen das wichtigste Rekrutierungsfeld." Der rechtsextreme Kontext etwa von Facebook-Gruppen werde dabei oft verschleiert. Erst durch Links würden Nutzer auf einschlägige Seiten geführt.

Provider zum Löschen angehalten

Rechtsextreme seien zudem zunehmend radikaler und würden sich vor Strafverfolgung sicherer fühlen. So seien 2011 doppelt so häufig unzulässige Inhalte auf rechtsextremen Websites gefunden worden wie im Jahr zuvor. Betreiber müssten nachdrücklicher gegen solche Verstöße vorgehen und derartige Inhalte Löschen. Nutzer und Eltern müssten zudem stärker aufgeklärt werden. Beratungsstellen würden immer öfter Anfragen erhalten, die sich um ernste Straftaten drehen.

Postings zu Morden

Wie der Jahresbericht ferner ergab, führte die dem Zwickauer Neonazi-Trio zugeschriebene Mordserie zu einer Vielzahl von Interneteinträgen. Binnen drei Wochen nach Beginn der Berichterstattung über die zehn Morde habe es alleine im von Rechtsextremen betriebenen Thiazi-Forum mehr als 1.500 Postings gegeben, die unter anderem den rechtsextremen Terror bezweifelten, die Gewalttaten guthießen oder die Opfer verhöhnten.

Auflösung mit Videos

Mit einer Videoserie wollen die Organisationen jugendschutz.net und Online-Beratung auf Facebook und Youtube gegen Rechtsextremismus User nun stärker für rechtsextreme Hetze im Internet sensibilisieren. In vier Videos werden "unterschiedliche Facetten des modernen Rechtsextremismus" aufgegriffen. (br, derStandard.at, 11.7.2012)

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