Euro behält Platz als beliebte Reservewährung

11. Juli 2012, 14:14
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Anteil der europäischen Gemeinschaftswährung an den Weltwährungsreserven 2011 trotz Eurokrise nur um 0,4 Prozentpunkte auf 25 Prozent gesunken

Frankfurt - Die Schuldenkrise kann der internationalen Bedeutung des Euro als weltweit zweitwichtigster Reservewährung bisher kaum etwas anhaben. Wie aus dem am Mittwoch in Frankfurt veröffentlichten Jahresbericht der Europäischen Zentralbank (EZB) zur internationalen Rolle des Euro hervorgeht, sank der Anteil der europäischen Gemeinschaftswährung an den Weltwährungsreserven im vergangenen Jahr trotz der Eskalation der Krise in Europa nur um 0,4 Prozentpunkte auf 25 Prozent.

Zukunftsreich?

Allerdings deutet sich nach Darstellung der EZB an, dass sich dieses Bild im laufenden Jahr ändern könnte, da die Skepsis gegenüber dem Euro wegen der Schuldenkrise global zugenommen hat. Erste Beweise dafür finden sich in jüngsten IWF-Daten zu den Weltwährungsreserven im ersten Quartal. In diesem Zeitraum, in dem sich in der Euro-Zone nach zwei Zinssenkungen der EZB und zwei massiven Liquiditätsspritzen der Notenbank die Krise etwas beruhigte, nahm der Anteil des Euro an den Reserven gut einen halben Prozentpunkt ab. Keine Daten sind bisher für das zweite Quartal verfügbar, in dem sich die Schuldenkrise wieder massiv zuspitzte.

2011 hingegen scheint für den Euro noch eine beinahe heile Welt geherrscht zu haben - allerdings mit abnehmender Tendenz. So stieg der Anteil des Euro an Transaktionen im weltweiten Devisenhandel binnen Jahresfrist um 1,5 Prozentpunkte auf 20,7 Prozent, während der Anteil der in Euro begebenen Schuldpapiere um 1,3 Prozentpunkte zurückging. Auch das Interesse der in Euro begebenen Wertpapiere, vor allem an Staatsanleihen in Euro, ging zurück. Von dieser Entwicklung waren besonders die Problemstaaten in der Euro-Peripherie betroffen, weniger die Kernländer wie etwa Deutschland.

Platz Zwei hinter Dollar

Der Euro steht mit einem Viertel der weltweiten Reserven, die hauptsächlich von Notenbanken und Staatsfonds gehalten werden, an Nummer zwei hinter dem US-Dollar. Immer stärker wird dem EZB-Bericht zufolge der chinesische Renmimbi, der sich anschickt, auf absehbare Zeit den japanischen Yen als drittwichtigste Reservewährung abzulösen. Insgesamt betrugen die globalen Währungsreserven nach Daten des Internationalen Währungsfonds (IWF) im vergangenen Jahr 10,2 Billionen US-Dollar. Allerdings sind die Daten unvollständig, vor allem was die Zusammensetzung der Reserven angeht, weil einige wichtige Notenbanken in Asien keine Zahlen veröffentlichen. (APA, 11.7.2012)

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