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"Der Reibach mit dem Leichengold" lautete dieser Tage ein etwas gruseliger Titel in der "Financial Times Deutschland" ("FTD"). Klamme Kommunen machten Geld mit ihren toten Bürgern, hieß es in der dazugehörigen Geschichte. Die Kommunen verwerten demnach Zahngold, Hüftgelenke und Herzschrittmacher jener Bürger und Bürgerinnen, die sich für eine Kremation entscheiden, und bessern so ihren Haushalt auf. Die Zahlen, die folgen, sind nicht übermäßig hoch, aber dennoch irritierend: Dortmund nimmt darüber jährlich 36.000 Euro ein, in Karlsruhe entlasten die "Hinterlassenschaften" das Budget um 90.000 Euro, und Nürnberg kann 250.000 Euro verbuchen.
Verlockende Rohstoffpreise
Dank der hohen Rohstoffpreise bringen Edelmetalle wie Titan, das beispielsweise in künstlichen Hüftgelenken enthalten ist, und Gold als Zahnfüllung den deutschen Kommunen pro Leiche im Schnitt 50 Euro. Diese brauchen grundsätzlich die Zustimmung der Angehörigen. Denn nach der Kremation wird alles, was überbleibt, abgesehen von der Asche selbst, juristisch zur "Sache". Und diese "Sachen" stehen grundsätzlich den Erben zu.
Stimmen die Angehörigen nicht zu, und die Kommune verwertet trotzdem, kann sie sich der Unterschlagung strafbar machen. Allerdings, so der Einwand der "FTD"-Autorin: "Wo kein Kläger, da kein Richter." Ohnedies würden die Trauernden bereitwillig unterschreiben. Schon alleine wegen der fehlenden Alternative: Sollten sie Zahngold und Hüftgelenk behalten wollen, müssten sie sich selbst um deren Entnahme kümmern.
Karitativer Zweck
In Österreich wird, schenkt man Bestattungsinnungsmeister Eduard Schreiner Glauben, der Umgang mit den unsterblichen Überresten ein wenig anders gehandhabt. Und das aus mehreren Gründen. "Bei der Kremation hat es 800 bis 1.200 Grad. Gold ist da nicht mehr nachzuweisen und geht mit der Asche eine Verbindung ein", sagt Schreiner im Gespräch mit derStandard.at. Eine Zahngoldentnahme wäre - auf Wunsch der Erben - nur vor der Einäscherung durch einen Arzt oder Thanatopraktiker möglich. Das habe allerdings zumindest dort, wo er nachgefragt habe, nämlich in Graz und Tirol, noch niemand verlangt, sagt Schreiner.
"Wertvolle" Teile wie Kniegelenke und Hüften werden hingegen auch hierzulande verwertet. Ein Geschäft wird damit aber laut Schreiner nicht gemacht. Das Geld werde ganz im Gegenteil karitativen Einrichtungen zur Verfügung gestellt. Das bestätigt auch Florian Keusch, Sprecher vom Krematorium Wien: "Prothesen zum Beispiel werden Krankenhäusern zur Verfügung gestellt. Und Gold wird bei uns nicht entnommen." (Regina Bruckner, derStandard.at, 11.7.2012)
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Die Pomfüneberer machen beim Ausgraben der Goldzähne und Titan-Gelenke ein schönes Nebengeschäft.
Ich gehe nicht davon aus, dass das dem Grabeigentümer überreicht wird, wie es rechtlich sein sollte.
es wird ja nicht eine Leiche verbrannt, sondern bis zu 4. Die Asche wird dann anteilig aufgeteilt. Der Rest ist dann nicht mehr zuordenbar, also behalt man, Hüftprothesen, Almangan (des ist Blei, umweltschädlich, des entsorg ma, bringt ja a nix), Sargnägel und Griffe kannst ja net vom Zahngold unterscheiden, des is alles vom Sarg, der war halt goldverziert.
russischer Herzschrittmacherträger mit Plutoniumbatterie in Europas Krematorien thermisch aufgearbeitet werden ...
http://www.spiegel.de/wissensch... 62648.html
russischer Herzschrittmacherträger mit Plutoniumbatterie in Europas Krematorien thermisch aufgearbeitet werden ...
http://www.spiegel.de/wissensch... 62648.html
Ich finde dass ein Eingriff am Toten (Entfernung von Gelenken oder Zähnen) nur zulässig ist, wenn dieser das ausdrücklich vorher erlaubt hat!
Sehe ich so ähnlich wie Organspenden.
Ich möchte nicht wissen wie oft illegal Zahngold entfernt/gestohlen wird.
Hier wissen die Leute offenbar nicht, was sie krematieren. Das edleste der Edelmetalle "verbrennt" nicht, um es zu oxidieren braucht es schon starke Halogenoide etc. in der Nähe - und Chlorverbindungen werden aufgrund der Dioxine sicher nicht verbrannt. Da hat der Bestatter wieder ein schönes Geschichterl gedruckt.
Reines Gold verdampft erst bei 3129 Kelvin.
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