Technische Berufe: Saftiges Gehaltsplus in Deutschland

11. Juli 2012, 12:45
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Löhne steigen im Vergleich zum Vorjahr um 3,5 Prozent - Frauen verdienen weniger als ihre männlichen Kollegen

Der Mangel an qualifizierten Mitarbeitern und die gute Konjunktur bescheren Dienstnehmern in manchen Branchen kräftige Lohnerhöhungen. Unternehmen in Deutschland haben die Grundgehälter ihrer Fach- und Führungskräfte im technischen Bereich im Vergleich zum Vorjahr um durchschnittlich 3,5 Prozent angehoben. Bei den Führungskräften stiegen die Gehälter im Schnitt um 3,4 Prozent, bei den Fachkräften um 3,7 Prozent. Das ergab eine Studie der Managementberatung Kienbaum zur Vergütung von Führungskräften und Spezialisten in technischen Funktionen. Dazu hat Kienbaum die Daten von 2.218 Führungspositionen und 2.007 Spezialisten in 550 Unternehmen untersucht. Kommuniziert wurden die Ergebnisse in einer Aussendung.

Firmengröße für Chefgehälter relevant

Die Unternehmensgröße beeinflusst die Vergütung der Spezialisten in technischen Funktionen kaum: Ein Senior Spezialist verdient in einem Unternehmen mit 2.000 bis 5.000 Mitarbeitern im Schnitt nur elf Prozent mehr als in einer Firma mit 50 bis 100 Beschäftigen. Das Gehaltsniveau der Junior Spezialisten verändert sich ebenfalls kaum mit steigender Unternehmensgröße: Ihr durchschnittliches Jahresgehalt beträgt 50.000 Euro. Bei den Führungskräften steigt die Vergütung dagegen mit zunehmender Unternehmensgröße deutlich an: In der operativen und mittleren Führungsebene ist die Vergütung in einem Unternehmen mit mehr als 5.000 Beschäftigten rund 40 Prozent höher als in einem Unternehmen mit lediglich 50 bis 100 Mitarbeitern. Führungskräfte der ersten Hierarchieebene können ihr Gehalt bei einem Wechsel von einem kleinen zu einem großen Unternehmen sogar verdoppeln.

Einsteiger 

Das Einstiegsgehalt der Absolventen aus dem Bereich Forschung und Entwicklung ist am höchsten: Mit einem durchschnittlichen Jahresgehalt von mehr als 45.600 Euro gehören die Berufseinsteiger in Forschung und Entwicklung zu den am besten bezahlten Nachwuchskräften. Im Gehaltsranking der Führungskräfte liegt der Leiter Forschung und Entwicklung mit im Schnitt jährlich 116.000 Euro um 51.000 Euro unter dem Spitzenverdiener, der Technischen Gesamtleitung mit Jahresgesamtbezügen von durchschnittlich 167.000 Euro. Schlusslicht der Gehaltsrangliste unter den Führungspositionen ist der Leiter Lager mit 63.000 Euro.

Je nach Branche weichen die Gehälter teilweise deutlich voneinander ab: Eine Führungskraft in der Chemiebranche verdient mit 131.000 Euro Jahresgesamtbezügen beispielsweise 72 Prozent mehr als eine Führungskraft in einem Institut oder einer gemeinnützigen Organisation, die im Schnitt 76.000 Euro im Jahr erhält. Bei den Spezialisten sind die branchenbedingten Gehaltsunterschiede etwas geringer: Ein Spezialist in einem Verlag erhält ein durchschnittliches Jahresgehalt von 56.000 Euro, während ein Mitarbeiter in ähnlicher Funktion in der Pharmaindustrie 85.000 Euro verdient.

Frauen verdienen weniger

Frauen verdienen im Vergleich zu Männern deutlich weniger: Weibliche Führungskräfte erhalten ein durchschnittliches Jahreseinkommen von 88.000 Euro. Die Männer verdienen hingegen im Schnitt 18 Prozent beziehungsweise 19.000 Euro mehr und kommen auf 107.000 Euro im Jahr. Gleichermaßen ist das Verhältnis der Gehälter bei den Spezialisten, denn auch hier ist das Durchschnittsgehalt der Männer mit 71.000 Euro im Jahr 18 Prozent höher als das der Frauen mit 58.000 Euro. Den größten Gehaltsunterschied zwischen Frauen und Männern weist die Position des Leiters Labor auf: Weibliche Laborleiterinnen erhalten mit durchschnittlich 57.000 Euro 37 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen in gleicher Position, die durchschnittlich 90.000 Euro im Jahr verdienen. (red, derStandard.at, 11.7.2012)

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