Tierschutz im Urlaub: Vorsicht bei Delikatessen, Tierkämpfen, Souvenirs

Hinter diversen Touristenangeboten verbirgt sich oftmals Tierqual

Was für Touristen auf den ersten Blick wie eine reizvolle Urlaubsattraktion oder kulinarische Delikatesse erscheint, ist vielleicht für Tiere mit Qualen verbunden. Das betont die Tierschutzorganisation Vier Pfoten und gibt Tipps für die Haupturlaubszeit. Ein absolutes "No-Go" sind manche kulinarischen Spezialitäten. Um zum Beispiel gefangene Schildkröten zu den Marktplätzen zu transportieren, durchbohrt man ihnen die Flossen, bindet sie zusammen und hängt die Tiere noch lebend auf Bambusstangen auf. Würde man sie töten, würde ihr Fleisch in der Hitze sofort verderben.

Was vor allem in vielen südlichen Ländern dem Urlauber sofort ins Auge springt, sind streunende Tiere. Trotz Tierliebe sollte man diese Streuner nicht füttern, betont Vier Pfoten-Mitarbeiterin Nikola Furtenbach: "Das Problem ist, dass sich die Streuner sehr rasch an diese Nahrungsquelle gewöhnen, die dann nach der Urlaubssaison sofort wieder versiegt." Besser sei es, einen lokalen Tierschutzverein direkt am Urlaubsort mit einer Spende zu unterstützen, damit langfristig Futter und Kastrationen finanziert werden können.

Hunde- und Bärenkämpfe

Ein Klassiker unter den Touristen-Attraktionen sind Elefanten-, Pony-, Esel- und Kamelritte. Viele Tiere werden jedoch nicht artgerecht gehalten. Oft seien sie stundenlang der Hitze ausgesetzt, ohne mit frischem Wasser versorgt zu werden.

Um brutale Wettkämpfe, zu denen Tiere gezwungen werden, nicht zu fördern hilft nur eines: Sich fernzuhalten. Das gelte sowohl für die traditionellen Stierkämpfe in Spanien und Portugal, als auch für die grausamen Hunde- oder Bärenkämpfe. Bei Stierkämpfen etwa werden Tiere schon vor dem Spektakel bewusst gereizt. Das kann von Schlägen gegen die Nieren über das Bohren von Nadeln in die Geschlechtsteile bis hin zur Verabreichung von Medikamenten, um die Tiere orientierungslos zu machen, reichen.

Während des Kampfes wird der Stier oft mit Lanzen in die Seite gestochen. Höhepunkt ist die Tötung, wobei der Tod meistens durch Ersticken am eigenen Blut infolge des sogenannten "Gnadenstoßes" eintritt.

Vorsicht bei Souvenirs

Furtenbach empfiehlt zudem, beim Kauf von Souvenirs vorsichtig zu sein: "In vielen Geschäften werden Gegenstände aus Elfenbein, Schildkrötenpanzer, Lederprodukte aus Häuten exotischer Tiere oder Korallen angeboten. Mit dem Kauf trägt man zur Ausrottung geschützter Arten bei." Die Einfuhr von Souvenirs, die von bedrohten Arten stammen, ist außerdem nach dem Washingtoner Artenschutz-Abkommen nicht erlaubt und wird mit Geldbußen und sogar Freiheitsstrafen geahndet. (jus, derStandard.at, 12.7.2012)

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