Opel-Chef will GM nicht "auf der Tasche liegen"

11. Juli 2012, 08:33
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Statt Werkschließungen und Entlassungen setzt der Konzern auf Modelloffensive und Kostenreduktion

Berlin - Der Opel-Vorstandsvorsitzende Karl Friedrich Stracke will den angeschlagenen Autobauer mit einem klaren Wachstumsplan sanieren. "Damit haben wir eine gesunde Grundlage, mit der wir neu durchstarten werden," sagte Stracke der "Bild-Zeitung" (Mittwochausgabe) laut Vorabbericht. Statt Werkschließungen und Entlassungen setzt der Konzern dabei auf eine Modelloffensive und Kostenreduktion. "Wir schärfen unsere Marke, setzen auf Export, nutzen clevere Allianzen und verschlanken unsere Produktion. Kurzum: Wir drehen in unserem 150. Jubiläumsjahr jeden noch so kleinen Stein um."

Vor zwei Wochen hatte der Opel-Aufsichtsrat das vom Vorstand vorgelegte umfassende Sanierungskonzept gebilligt, derzeit verhandeln Betriebsrat, IG Metall und Vorstand die Umsetzung. Ein Bestandteil der Verhandlungen ist dabei eine Job-Garantie in allen Werken bis Ende 2016. "Wer in Deutschland kann sich heute schon an einer Job-Garantie für die kommenden vier Jahre erfreuen? Langfristig gibt es aber nur eine Arbeitsplatzgarantie: Wir müssen nachhaltig Gewinne schreiben," sagte Stracke.

Eine zu große Abhängigkeit vom US-Mutterkonzern General Motors wies er zurück: "Opel ist seit 1929 Teil von GM und wir können auf viele gemeinsame Erfolge zurückblicken." Dass der GM Erfolge sehen will, kann er verstehen: "Unsere Mutter will, genau wie wir, dass Opel wieder voll punktet. Aber unsere Mutter ist zu Recht ungeduldig mit uns. Deswegen müssen wir so schnell wie möglich wieder profitabel werden. Wir dürfen unserer Mutter nicht länger auf der Tasche liegen." (APA/Reuters, 11.7.2012)

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