Nachrichten in aller Kürze
Alles zur Community
Nachrichten, die zu Ihnen kommen: Newsletter, Feeds und SMS
Alles zu unseren mobilen Angeboten: Apps, Mobilversion und SMS
Unsere Radio- und TV-Angebote
Die Zeitung im Internet: Abo, E-Paper, Anzeigen und mehr
Alles über die Redaktion von derStandard.at
Alles über Onlinewerbung, Stellenanzeigen und Immobilieninserate
Tokio - Die japanische Regierung hat China vorgeworfen, mit Patrouillenbooten in japanische Gewässer vorgedrungen zu sein. Die japanische Küstenwache sichtete nach eigenen Angaben am Mittwochmorgen drei chinesische Schiffe in der Nähe einer von beiden Ländern beanspruchten Inselgruppe im Ostchinesischen Meer. "Wir fordern diese Schiffe auf, die Hoheitsgewässer unseres Landes zu verlassen", erklärte die japanische Küstenwache. Das Außenministerium in Tokio wollte demnach auf diplomatischem Weg eine entsprechende Aufforderung an Peking richten.
Der japanische Ministerpräsident Yoshihiko Noda hatte erst am Samstag ein Vorhaben zur Verstaatlichung der unbewohnten Inseln angekündigt. Die im Privatbesitz befindlichen Inseln werden von Japan verwaltet, aber auch von China und Taiwan beansprucht. Sie gehören der japanischen Familie Kurihara. Japan will drei Inseln der Senkaku-Inselkette kaufen, darunter die größte Insel Uotsuri. Dazu hat die Regierung nach eigenen Angaben bereits Spenden in Höhe von umgerechnet mehr als 13 Millionen Euro aus der Bevölkerung gesammelt. Im Chinesischen heißt die Inselkette Diaoyu.
Peking hatte am Samstag zu den Plänen erklärt, Japan habe kein Recht zum Ankauf der Inseln. "Die chinesische Regierung wird weiter die notwendigen Maßnahmen ergreifen, um die Souveränität der Diaoyu-Inseln und der angrenzenden Inseln zu schützen", hatte der Sprecher des chinesischen Außenministeriums erklärt. Diese seien "seit alten Zeiten integraler Bestandteil des chinesischen Staatsgebiets". (APA, 11.7.2012)
Schiffe patrouillierten in den Gewässern um die Felseninseln
Streit um strategisch bedeutenden Archipel hält an
Nach dem Eindringen chinesischer Schiffe in die Gewässer um das von Japan kontrollierte Senkaku-Atoll nehmen die Spannungen im Inselstreit wieder zu. Japan suchte in der Region zuletzt vergeblich Verbündete
Protest gegen chinesische Schiffe bei umstrittener Inselgruppe
China ließ Aufklärungsflugzeug der Marine Inseln überfliegen - Japan schickte Kampfflugzeuge
Japan und China streiten seit Monaten offen um Archipel
Massaker werden verharmlost, Kriegsverbrecher geehrt: Der Inselstreit rückt Japans Umgang mit der eigenen Vergangenheit wieder in den Mittelpunkt
Tokio streitet mit China und Taiwan um Archipel
Auch taiwanesische Boote setzen Wasserwerfer ein - Japans Regierung legt Protest ein
Regierungschef Noda betont Zugehörigkeit zu japanischem Staatsgebiet
Chinas Vizepräsident bei Besuch des Pentagonchefs: Tokio möge sich zügeln
Nachfrage nach japanischen Autos sinkt - Die Konzerne produzieren weniger - Nissan baut sogar einige Wochen keine Autos in China
China will im Inselgruppen-Streit seine Machtposition gegenüber der japanischen Wirtschaft ausnützen und japanische Staatsanleihen verkaufen, falls Tokio nicht nachgibt
Japanische Küstenwache habe chinesische Schiffe zum Rückzug aufgefordert
Demonstrationen im ganzen Land - Im umstrittenen Seegebiet patrouillieren Japan und China
Hintergrund ist offenbar Streit um Inselgruppe
Peking spielt in der Auseinandersetzung um die Diaoyu/Senkaku-Inseln auf Powerplay. Die Chinesen wollen eine riesige Fischfangflotte ins Ostchinesische Meer schicken und sie von Patrouillenbooten schützen lassen. Dazu drohen sie mit einem Handelskrieg.
Tausende demonstrierten vor japanischer Botschaft
Sicherheitskräfte hatten Mühe, die Kontrolle zu behalten - Proteste in mindestens 19 Städten
Canon und Panasonic legen Produktionsstätten vorübergehend still
Konfliktforscher befürchten eine Eskalation der vielschichtigen Probleme in den Meeren vor dem chinesischen Festland
Panetta: China bereit, "kleinen Konflikt" um die Senkaku/Diaoyu-Inseln zu riskieren
Lokalregierung beantragte Erlaubnis zur Landung einer japanischen Flotille auf einer der unbewohnten Senkaku-Inseln
Japanischer Ministerpräsident will "alle möglichen Maßnahmen" ergreifen, um Sicherheit der unbewohnten Inseln zu gewährleisten
150 Aktivisten hissten japanische Flagge - Landgang wieder beendet - China und Japan erheben beide Anspruch auf die Inselgruppe
http://upload.wikimedia.org/wikipedia... -Islan.jpg
Kurze Geschichte der Inseln. Seit Ming Zeit Teil von China.Während des chinesisch-japanischen Krieg im Jahre 1895 von Japan besetzt. Dann nach WK2 von den USA verwaltet. Nachdem Erdöl und Erdölgasreserven entdeckt wurden, gaben die USA - den Einspruch Taiwans (ROC) und Festlandchinas (VR) ignorierend -, die Insel an Japan ab. Seitdem politisches Reizthema zwischen VR, ROC, Hongkong und Japan. Im April kündigte der rechtsradikale Bürgermeister von Tokio an die Insel privat kaufen zu wollen, um sie somit vor einer Übernahme der beiden Chinas verteidigen zu können.
Die Senkaku-Inseln sind genau gleich weit von Japan (einer Insel der Präfektur Okinawa) und Taiwan (also Republik China) entfernt. Wenn überhaupt dann sollten sie zu Taiwan (oder eben doch Japan) und nicht zur VR China gehören, so man mit geographischer Nähe argumentiert.
Aber darum geht's eigentlich gar nicht.
Jaja, das Übliche ... Nur weil die Inseln in irgendeinem alten chin. Reisebericht erwähnt (und als japanische (!) Piratennester abgetan wurden) sind sie heute selbstverständlich Teil der VR China ... Völlig egal ist dabei natürlich, dass man sich auf dem Festland seit eben jener Ming-Dynastie nie auch nur einen Deut um sämtliche Inseln vor der Küste geschert hat, vielleicht von gelegentlichen Tributforderungen an das Königreich Ryukyu mal abgesehen. Wenn überhaupt, kann man sich über die Zugehörigkeit der Inseln zu Japan oder einem souveränen Staat Taiwan streiten, sämtliche bislang formulierten Ansprüche der VR China sind dagegen lächerlich und abzulehnen! Gilt in gleicher Weise übrigens auch für die Inseln im Südchinesischen Meer!
Na dann geben sie es doch Taiwan inklusive den Inseln im südchinesischen Meer (die auch von Taiwan beansprucht werden).
Sie argumentieren einfach nur nach dem Bild "China=Diktatur=Böse", "Japan, Phillipinnen, Malaysia etc. = Demokratie=Gut" und daher leiten sie Ansprüche ab. Senkaku.
Übrigens ist meine Position, dass die ganzen Inselstreitigkeiten reine Macht und Ressourcenkämpfe sind. Die ganzen unbewohnten diversen Felsen im Meer gehören sowieso nur Regierungen und nicht der Bevölkerung. Aber das die westlichen Medien hier gleich Partei ergreifen, passt übrigens sehr gut in die Aussenpolitik der USA.
Es ist auch alles sehr verwirrend.
Obwohl ich oft in Tokyo bin, kann ich für keine Seite Stellung beziehen. Immer wenn dieses Thema zur Diskussion steht, gibt es von allen Seiten ein "ja, aber..."
Gibt es eine Lektüre, die auf neutraler Ebene die Geschichte und Entstehung dieses asiatischen Raumes erklärt?
An sich ist es eh nicht so kompliziert. Haufen wertloser Felsen im Meer vor der Küste Taiwans. Japan hat sich die Inseln gleich mit Taiwan zusammen geschnappt. Nach dem zweiten Weltkrieg haben die Amerikaner das Gebiet inklusive den Inseln besetzt. Dann wurden Rohstoffvorkommen gefunden und die Amerikaner haben die Inseln Japan zugesprochen anstatt sie der Volksrepublik zurückzugeben. Taiwan war keine echte Option, da sie die ROC zum damaligen Zeitpunkt zu Gunsten einer Besseren Beziehung zur VR fallen liessen. Jetzt sind die Felsen im Gegensatz zu vor 100 Jahren was Wert (siehe Posting Uriminzokkiri) und unsere Medien unterstützen traditionell die USA und folglich Japan.
Im Gegensatz dazu wurden der Sinojapanische Freundschaftsvertrag 1872 und der Vertrag von Shimonoseki 1895 vom chin. Kaiserreich anerkannt, zugegebenermaßen nicht ganz freiwillig, aber Li Hongzhang hat unterschrieben (das ist das, was Sie so salopp als "geschnappt" bezeichnen). Und spätestens nach letzterem war klar, wer die staatliche Hoheit über die Inseln besitzt, was bis in die 1970er Jahre auch in der VR China kaum jemand ernsthaft in Frage stellte. Bis dort Erdöl gefunden wurde ...
Ihr Vorwurf der Lüge weiter oben ist ziemlich frech, ich bin jetzt aber zu beschäftigt, meine alten Unterlagen aus den diversen Übersetzungsseminaren meines Sinologiestudiums zu durchwühlen, um Ihnen die betreffenden Stellen genau zu benennen zu können.
"und spätestens nach letzterem (Vertrag von Shimonoseki) war klar, wer die staatliche Hoheit über die Inseln besitzt.." Damit haben Sie ungewollt für die chinesische Position argumentiert.
MOFA Japan:
"These islands were neither part of the island of Formosa nor part of the Pescadores Islands which were ceded to Japan from the Qing Dynasty of China in accordance with Article 2 of the Treaty of Shimonoseki which came into effect in May of 1895. Accordingly, the Senkaku Islands are not included in the territory which Japan renounced under Article 2 of the San Francisco Peace Treaty"
Man sollte von der Schwarz-Weiß Denke abkehren, und akzeptieren, dass bei Territorialstreitigkeiten meist alle involvierten Staaten berechtigte Ansprüche haben
Naja, dann ist eh alles klar. Taiwan gehört zu Japan. Österreich zu Deutschland und Frankreich sowieso. haha
Aber nur eine kurze Zwischenfrage - woher wollen sie wissen, dass die VR bis in die 1970er Jahre das nicht in Frage gestellt hat? Nicht Taiwan und VR China erkannten plötzlich ihren Anspruch auf die Inseln - Nein, die USA (die nach dem WK2 auf diesen Inseln sassen) sprachen die Inseln nach dem Erdölfund Japan zu. Worauf sowohl die ROC als auch die VR protestierten.
Hm...
Ich bin zur Zeit in Tokyo und verfolge die Berichterstattung und Diskussionen (so weit ich es verstehe) über dieses Thema mit Interesse.
Was mir auffällt ist, dass Dein Geschichtsverständnis genau dem der chin. Propaganda seit Jahren entspricht.
Naturgemäß wird das hier anders gesehen ;-)
Aber:
Diese Inselgruppe war immer in Besitz und Verwendung der Einwohner von Okinawa, die später dann zu Japanern wurde. Momentan gehören sie einer jap. Familie unter jap. Hoheitsrecht.
Der Bürgermeister von Tokyo hat die Bevölkerung zu Spenden aufgerufen, da die Besitzer bis März kommenden Jahres die Inseln an Japan verkaufen möchte.
Wenn sie eine militärische Besetzung als Argument zählen lassen dann ja. Gravierender finde ich aber, dass die USA die Inseln nach dem Krieg den ehemaligen Feind und nicht seinen Verbündeten gegeben hat. Und der Besitz der rohstoffreichen Inseln unter dem Vasallen Japan war für die USA bequemer als der Besitz unter einem halbwegs unabhängigen Partner (ROC). Aber auch hier gilt nach ihrer Argumentation - das Recht des stärkeren.
Vielleicht holt sich die Volksrepublik die Inseln mit Gewalt wieder zurück. Dann ist alles wieder in Ordnung.
Fischereirechte spielen eine untergeordnete Rolle. Es geht vielmehr um:
1) Öl- und Gasreserven.
2) Vehikel zum Aufheizen nationalistischer Gefühle bzw. Ablenkung von Skandalen. (gilt für alle 3 beteiligten Parteien, nicht nur für die VRC)
3) jedwede Konzession in einem Territorialstreit schwächt die eigene Position in anderen Territorialstreiten.
4) militärisch-strategische Bedeutung der Inseln
Fischerei Rechte und Territorialstreit sind fast ein Punkt. Die Fischergründe um Okinawa bis zur Inselgruppe sind noch sehr ergiebig, und den "geliebten" Nachbarn dort zu haben für die Japaner ein unerträglicher Gedanke.
Öl und Gasförderung dürfte laut hiesigen Medien (bin gerade in Tokyo) eher schwierig sein und die Mengen nicht wirklich erfasst.
2&3) habe ich auch so das Gefühl, obwohl die Chinesen permanent versuchen, auf dieser Tastatur zu spielen.
4) Ja, und vor allem für die Amerikaner...
Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.