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Wien - Der Heimvorteil kann erstaunliche Erfolge zeitigen. 1904 fanden die dritten Olympischen Spiele der Neuzeit in St. Louis statt - ein Fest für die Athleten aus den USA, die ziemlich unbehelligt von Konkurrenz aus Übersee 235 Medaillen gewinnen konnten, 78 davon waren in Gold gehalten. Trotz der aus heutiger Sicht recht bescheidenen Zahl von 91 Wettbewerben in 17 Sportarten ein ewiger Rekord, dem das US-Team nur noch 1984 bei den Boykottspielen in Los Angeles halbwegs nahe kam, wo es in Abwesenheit vor allem des olympischen Krösus Sowjetunion 174 Medaillen, davon 83 goldene, abräumte.
Nach dem Zerfall der Sowjetunion und der einmaligen Teilnahme eines GUS-Teams 1992 gewannen die USA die Medaillenwertung angefangen mit Atlanta 1996 dreimal en suite. 2008 und in Peking war's aber vorbei mit der Herrlichkeit der Mannschaft unter dem Star-Spangled Banner. China gewann mit seinem bisher größten Olympiateam (639 Sportler) in 302 Wettbewerben (28 Sportarten) zwar weniger Medaillen als die USA (100 zu 110), aber deutlich öfter Gold (51 zu 36) und also die Medaillenwertung nach Zählweise des Internationalen Olympischen Komitees (IOC).
US-Bemühungen, die drohende Niederlage schon während der Spiele schönzureden, wirkten kurios. Es sei nur recht und billig, alle Medaillen zusammenzuzählen, hatte etwa Brian Williams, der angesehene Nachrichten-Anchor vom US-Broadcaster NBC, behauptet. "Die Zweiten und Dritten haben sich schließlich genauso angestrengt wie die Ersten."
In London, davon sind nicht nur sämtliche Wettanbieter überzeugt, wird es derartige Verrenkungen nicht brauchen. Das Nationale Olympische Komitee der USA (Usoc), das bis Nennschluss Montagmitternacht 530 Qualifizierte zählte, rechnet mit klaren Erfolgen sowohl bei Medaillenanzahl als auch -güte.
Für den Erfolg wurde manch Auge zugedrückt, etwa im Fall von Hope Solo, der Torhüterin der US-Fußballdamen. Die 30-Jährige war positiv auf das verbotene Diuretikum Canrenon getestet worden, kam aber mit einer Verwarnung davon, weil sie glaubhaft machen konnte, dass sie das Mittel unwissentlich als Teil eines von ihrem Hausarzt verschriebenen Medikaments eingenommen hatte.
Wer das Star-Spangled Banner bei der Eröffnung trägt, blieb ein bis zuletzt gut gehütetes Geheimnis. Diesbezüglich Spektakuläres hat Russland zu bieten, dessen Mannschaft sich erstmals von einer Dame führen lässt, von Tennisstar Maria Scharapowa.
Russland wird als allenfalls viertbeste Nation der Spiele gehandelt. Noch hinter Gastgeber Großbritannien, das mit 262 Damen und 280 Herren in die Wettbewerbe zieht. Aber dass der Heimvorteil erstaunliche Erfolge zeitigen kann, hat die olympische Vergangenheit ja bewiesen. (lü, DER STANDARD, 11.7.2012)
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wird wohl einer der fragwürdigsten aller Zeiten bleiben. Ich erinnere nur an Turnerinnen mit sowohl seltsamen als auch unverbürgten Geburtsdaten. Auch waren die chinesischen Athleten im eigenen Land vor Dopingkontrollen geschützt, die man ihnen anderswo leider nicht erspart. Was unter reguläreren Bedingungen vom chinesischen Sportwunder in Kürze noch übrig sein wird, darauf darf man gespannt sein.
Und abschließend: Darf sich Österreich eine (1) Bronzene erhoffen? Wirklich eine Schande, diese Bedeutungslosigkeit bei Sommerspielen.
Also warum die USA so sicher vor China landen sollen leuchtet mir net ganz ein.
Ich mein in Peking waren die Chinesen ja ziemlich deutlich voran was die Goldenen betrifft, da gings ja nicht um 1-2 Medaillen. Was soll sich in den 4 Jahren so grosses geändert haben?
Ja, aber im Vergleich zu den Chinesen sind die Amerikaner clean. Und wer bei den chinesischen Spielen auf die Idee kam, einen chinesischen Athleten kontrollieren zu wollen, durfte als lebensmüde gedeutet werden. Das ist diesmal natürlich anders.
Sie werden schon sehen, was in kürze von dem chinesischen Sportwunder noch übrig ist.
Abgesehen davon wünscht die Antenne natürlich ALLEN Olympioniken (sic!) eine verletzungsfreie, erfolgreiche (gemäß ihrer Erwartungen) Teilnahme.
P.S. Wann ist den akribischen Medaillen/Korinthen-Zählern eigentlich der Olympische Gedanke abhandengekommen ;-?
Zählt man die letzten Weltmeisterschaften in allen 302 Bewerben (oder 301, nachdem's ein Tennis-Mixed an sich ja auf der Tour bis auf die Grand Slams nicht gibt), hat
China 43 Goldene
USA 40 Goldene
Russland 32 Goldene
Die Amerikaner klarer Favorit? Schwachsinn!
Mir persönlich wären die Amerikaner zwar auch lieber als die Chinesen. Aber tatsächlich ist China der Favorit auf die Nummer eins.
Hier die Liste:
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