Nachrichten in aller Kürze
Alles zur Community
Nachrichten, die zu Ihnen kommen: Newsletter, Feeds und SMS
Alles zu unseren mobilen Angeboten: Apps, Mobilversion und SMS
Unsere Radio- und TV-Angebote
Die Zeitung im Internet: Abo, E-Paper, Anzeigen und mehr
Alles über die Redaktion von derStandard.at
Alles über Onlinewerbung, Stellenanzeigen und Immobilieninserate
Als großen Sieg feierten Ehud Olmert und seine Anwälte am Dienstag den Wahrspruch des Jerusalemer Distriktgerichts, das den israelischen Expremier nach einem langen, komplizierten Prozess in den zwei Hauptanklagepunkten freigesprochen hatte. "Wir haben diesen Ausgang nicht erwartet, das ist klar", zeigte sich Staatsanwalt Eli Abarbanel zerknirscht.
Andererseits war es aber auch das erste Mal in der israelischen Geschichte, dass gegen einen ehemaligen Regierungschef in einem Strafverfahren ein Schuldspruch gefällt wurde. Dieser betraf allerdings den relativ geringfügigen Vorwurf der Untreue, wobei die Richter bloß " prozedurale Unregelmäßigkeiten" feststellten. Das Strafmaß dafür soll erst im Herbst verkündet werden.
Olmert war im offenen blauen Hemd im Gerichtssaal erschienen und gab sich vor der Urteilsverkündung entspannt. Bei seiner Erklärung vor den Medien machte der deutlich abgemagerte 66-Jährige, der vor fünf Jahren an Prostatakrebs erkrankt ist, dann einen geschwächten Eindruck: "Es gab keine Korruption, es gab keine Geldannahme, es gab keine Geldkuverts. Es gab gar nichts von diesen Dingen, die man mit mir in Verbindung bringen wollte."
Die Korruptionsvorwürfe, die den damaligen Premier im September 2008 zum Rücktritt zwangen, reichen bis zu 15 Jahre in die Zeit zurück, als Olmert Bürgermeister von Jerusalem und dann Handelsminister war. In der Talansky-Affäre beschuldigte die Anklage Olmert, er habe vom US-Geschäftsmann Morris Talansky jahrelang Geldgeschenke, zum Teil bar in Briefumschlägen, angenommen. In der Rishon-Tours-Affäre ging es darum, dass in Komplizenschaft mit einem Reisebüro Auslandsreisen mehrfach verrechnet worden sein sollen, sodass ein Überschuss von 92.000 US-Dollar Olmert und seiner Familie zugutegekommen wäre.
Beweise unzureichend
In beiden Fällen hielt das Gericht die Beweise für unzureichend. Den Schuldspruch gab es wegen des Vorwurfs, Olmert habe über eine Abteilung des Handelsministeriums Bekannten subventionierte Projekte zugeschanzt. Das Gericht sah aber kein "methodisches" Vergehen.
Olmert war im Jänner 2006 als Nachfolger Ariel Scharons, den ein Schlaganfall arbeitsunfähig machte, Premier geworden und gewann zwei Monate später mit der neugegründeten Zentrumspartei Kadima die Parlamentswahlen. In Olmerts Lager sprach man gestern von einem " Erdbeben" und kritisierte den "Übereifer" der Staatsanwaltschaft, die die politische Karriere eines amtierenden Regierungschefs zerstört habe: "Der Staatsanwalt sollte jetzt nicht nur zurücktreten, sondern sich umbringen", sagte der prominente Journalist und Olmert-Vertraute Amnon Dankner, und die ehemalige Parlamentspräsidentin Dalia Itzik meinte: "Man hat ihn persönlich verfolgt."
Gleich nach dem Richterspruch gab es Spekulationen darüber, ob Olmert an die Spitze der Kadima zurückkehren und sich als Alternative zum Likud-Premier Benjamin Netanjahu präsentieren könnte. Auch nach der Ablösung von Parteichefin Zipi Livni durch Shaul Mofaz befindet sich die Kadima weiterhin im Umfragetief. Doch gegen Olmert läuft noch ein weiterer großer Prozess, bei dem es um die fragwürdige Genehmigung für ein Monsterbauprojekt in Jerusalem geht. (Ben Segenreich, DER STANDARD, 11.7.2012)
68.000 Euro pro Jahr für Villa am Meer
Generelle Kürzung von zwei Prozent heuer und drei Prozent im kommenden Jahr - Höhere Einschnitte bei Militärausgaben
Aktivisten von "Women of the Wall" werden an der heiligen Stätte von ultraorthodoxen Gegendemonstranten angegriffen
Zuvor war die Absage an einer Konferenz mit dem Gesundheitszustand erklärt worden
Seit seinem Besuch sank die Zahl der Israelis, die glauben, dass der Präsident pro-palästinensisch agiert, um 20 Prozent
Sperre war aus Furcht vor Vergeltung verhängt worden
Der blutige Konflikt in Syrien macht es möglich: Nach einer öffentlichen Entschuldigung der Israelis für die Toten auf der Mavi Marmara versuchen Jerusalem und Ankara das einst so enge Bündnis zwischen beiden Staaten wiederzubeleben
Arabische Nomaden protestieren gegen Gesetzentwurf
Entschuldigung geschah auf eigene Initiative, USA sollen nur beratende Funktion eingenommen haben
Israels Regierungschef bezieht sich auf Schweizer Erfahrungen
Die Entschuldigung Israels für den Tod von türkischen Aktivisten ist ein erster Schritt in die richtige Richtung, meint der israelische Ex-Diplomat Dan Arbell
Touristen kann bei Weigerung Einreise verweigert werden
2010 wurden neun türkische Aktivisten von israelischen Soldaten erschossen
Luftwaffenchef soll bereits in Israel gewesen sein
Ex-Außenminister zur Causa "Mavi Marmara": Israelische Soldaten handelten in Notwehr
Zeitung: Israel könnte zu Manöver eingeladen werden
US-Präsident rief trotz Israels Siedlungsbau zu Verhandlungen auf - Abbas: Friedensregelung "notwendig und unvermeidbar"
US-Präsident: "Kein Platz für Antisemitismus in zivilisierter Welt" - Kranzniederlegung auf Gräbern von Herzl und Rabin
Einsatz ein Tag vor Besuch von US-Präsident Obama
Geschoße trafen Hof eines Hauses in der Grenzstadt Sderot - Schwere Schäden, keine Berichte über Verletzte
Kabinett Netanyahus kann Amtsgeschäfte aufnehmen - Kritik an erwarteter Siedlungspolitik von der Opposition
Demonstrative Freundlichkeiten kennzeichneten den Auftakt des Israel-Besuchs von US-Präsident Obama. Heiße Themen sind Syrien und das iranische Atomprogramm, der Nahost-Konflikt dürfte keine zentrale Rolle spielen
Ex-Armeechef Moshe Yaalon wird Verteidigungsminister in Vier-Parteien-Bündnis
US-Präsident erneuert in Tel Aviv Bekenntnis zur Sicherheit Israels und witzelt über Netanyahus "rote Linie"
Netanyahu will am Samstagabend Präsident Peres informieren - Lapid wird neuer Finanzminister
Manuell moderiertes Forum In diesem Forum werden sämtliche Postings manuell geprüft. Wir ersuchen daher um Geduld bei der Freischaltung.
"Den Schuldspruch gab es wegen des Vorwurfs, Olmert habe über eine Abteilung des Handelsministeriums Bekannten subventionierte Projekte zugeschanzt. Das Gericht sah aber kein "methodisches" Vergehen."
d.h.in israel sagt man praktisch, daß korruption erlaubt ist - man darf es nur nicht zur fixen vorgangsweise machen.
olmert ist verurteilt worden wegen dieser korruptionsdelikte. von "erlaubt sein" kann also nicht die rede sein.
bedenklich sind ein paar andere umstände der affaire, die ins rollen gebracht worden ist, um einen politisch missliebig gewordenen mann zu fall zu bringen.
es ist kein zufall, dass nun gefordert wird, olmert wieder politisch zu installieren, um den damaligen profiteur der causa zu verdrängen.
wer sich erinnert, wo der nahostkonflikt zum zeitpunkt von olmerts rücktritt stand und was darauf folgte, kann einiges "erkennen".
auch wenn olmert gewiss kein unschuldiges lämmchen war und ist. und auch, wenn das ergebnis des prozesses vor allem seinen sündteuren anwälten zu danken sein dürfte.
Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.