Neue Zentrale der Gewog/Neue Heimat

  • So soll sie aussehen, die künftige Zentrale von Gewog und Neue Heimat.
    foto: pool architektur zt gmbh/schreinerkastler

    So soll sie aussehen, die künftige Zentrale von Gewog und Neue Heimat.

Wo sich einst der "Hernalser Hof" befand, bauen die beiden gemeinnützigen Wohnbauträger mit ihrer gewerblichen Tochter nun ein Bürohaus mit Eigentumswohnungen

Einen "interessanten, aber auch schwierigen Platz" nennt Karl Wurm die Adresse Hernalser Gürtel 1 in Wiens 17. Bezirk. Interessant deshalb, weil der Bauplatz, an dem bereits an der neuen Zentrale der Gewog/Neue Heimat gebaut wird, mit Gürtel und U6-Station Josefstädter Straße verkehrstechnisch bestens erschlossen ist. Und schwierig, weil der Bauplatz "sehr klein und eng" sei, "deswegen müssen wir vier Stockwerke in die Tiefe gehen, um die Stellplätze zusammen zu bekommen", sagt der Chef der beiden gemeinnützigen Wohnbauträger zu derStandard.at.

Jahrelang Park- statt Bauplatz

Einst befand sich hier das Hotel "Hernalser Hof". 2002 wurde dieses dem Erdboden gleichgemacht. Seit damals gibt es Konzepte für eine Neubebauung, die sich bisher aber allesamt wieder zerschlagen haben. In den letzten Jahren wurde die Fläche, die der Firma Porr gehörte, deshalb als Parkplatz benutzt.

Nun wird es doch noch etwas mit dem schon damals von der Porr-Tochter UBM geplanten Hochhaus: Die Neue Heimat und deren gewerbliches Tochterunternehmen at home Immobilien erwarben die Liegenschaft und entwickeln hier nun ein zwölfstöckiges Gebäude, das neben Büros auch drei Geschoße mit freifinanzierten Eigentumswohnungen beinhalten wird. Letztere werden sich naturgemäß fast ganz oben befinden, in den Stockwerken neun bis elf. Im zwölften Stock ist außerdem noch eine "Sky Lobby" mit Aussichtsterrasse geplant.

Geförderter Wohnbau wäre hier von der Kostenstruktur her schwierig gewesen, erklärt Wurm. "Vom Typ her ist es ja eigentlich ein Bürohaus, und geförderter Wohnbau verträgt sich mit einem Bürohaus nicht so gut." Schon der freifinanzierte Wohnbau mit einem Bürohaus gekoppelt stelle eine gewisse Problematik dar - etwa wesentlich strengere Auflagen, was den Brandschutz betrifft.

18 Millionen Euro werden investiert

Investiert werden rund 18 Millionen Euro, so der Gewog/Neue Heimat-Chef. Verantwortlich für die Planung ist die "pool Architektur", die sich in einem Architekturwettbewerb mit ihrem Konzept durchgesetzt hat. Die Fassaden werden aus bronzefarbenen, gelochten Aluminiumblechen versehen, die mit dunkel und matt eloxierten Alu-Paneelen hinterlegt sind. Im Rahmen eines Kunstprojekts wird die Errichtung filmisch begleitet.

Das ganze Gebäude wird eine Nutzfläche von 5.350 m² aufweisen. In den ersten fünf Büroetagen wird nach der Fertigstellung 2014 die Gewog/Neue Heimat mit ihrer Zentrale einziehen. Diese befindet sich derzeit noch am Bennoplatz in Wien-Josefstadt. Für die Vermietung der zusätzlichen drei Büroetagen, die laut Wurm als "Puffer" für einen zukünftigen Mehrbedarf dienen sollen, ist die "at home" zuständig, ebenso wie für die Verwertung der Eigentumswohnungen. (map, derStandard.at, 19.7.2012)

Mehr zum Thema

derStandard.at-Interview mit Karl Wurm: "Wartelisten werden länger, Interventionen steigen"

Share if you care
11 Postings
heiße sache...

mit alublechfassade...

trägt sicherlich dazu bei die heizkosten im sommer und den kühlaufwand im winter niedrig zu halten bei den anrainern... ;-)

"So soll sie aussehen, die künftige Zentrale von Gewog und Neue Heimat."

Auf den ersten Blick dachte ich mir, was denn dieses Bild eines lieblosen, abgefu**ten 70er-Jahre-Betonklotz-Verbrechens da soll.

Dann habe ich erst den Bildtext gelesen.

Liebe Gewog/Neue Heimat - ist das WIRKLICH Euer ERNST?!

Architekten wie den Euren sollte wirklich ein Berufsverbot auferlegt werden...

Und für diese völlig unproportionale Sch***e musste das hier http://www.pixelstorm-editionen.at/images/pr... 5518_0.jpg (zugegeben ein wenig kriegsbeschädigt) gehen.

Ein paar hundert Meter weiter der gleiche Sündenfall: http://www.aktion21.at/index.htm... 51&id=1641 (bei ausgezeichneter Bausubstanz).

Es ist wirklich zum heulen, wie diese Stadt und seine weltweit einzigarten Bauensembles grundlos (!) und nachhaltig zerstört werden.

das abebrochene haus sah nicht mehr so aus. es war ziemlich heruntergekommen, die fassade gabs in der form auch nicht mehr.

Notwendige Maßnahmen zur Bewohnbarmachung der Verkehrshölle sind im Altbau nicht machbar

So schön diese Gründerzeithäuser sein mögen, sie wurden unter der Voraussetzung gebaut, die große grüne Freifläche vor der Tür optimal zu nutzen.

Es gibt hofseitig höchstens Küchen und winzige Kammerln, alles andere ist straßenseitig.

Eine schalldichte Fassade und der Einbau von Lüftungssystemen ist nicht machbar.

Die Zerstörung der historischen Bausubstanz dort ist nicht gierigen Eigentümern, sondern einer verrückten Stadtplanung, die Mobilität über alles stellt, anzulasten.

Und zwar schon beginnend bei Wagner und seinen Schrottbrücken, über die Tag und Nacht die Bahn ein paar Meter vor den Schlafzimmerfenstern zehntausender Anrainer donnert.

Das stimmt doch überhaupt nicht. Gerade die dicken Altbaumauern sind dazu prädestiniert, dem Schall zu widerstehen. Freilich braucht es dazu entsprechende Fenster (hier sind sogar Kastenfenster mit Isolierglas im Innenflügel ausgezeichnet geeignet).

Und eines verrate ich Ihnen mit dem Schallschutz hat der Abriss absolut gar nichts zu tun. Sondern schlicht damit, dass Profitgier über das Wohl des Stadtbildes zu stellen. Hätte man die Struktur erhalten wollen, dann hätte man die Gebäude auch entkernen können (wie das in zivilisierten Städten passiert) - aber so hat man diesen perfekt passenden Bau dem hier geopfert: http://www.hotelundtouristik.at/uploads/p... sons_1.jpg

immerhin darf der baum bleiben...

und da die kurve gestalterisch als eingangsbereich verwendet wird, ist der neubau gewissermaßen an den altbau zumindestens irgendwie angelehnt - so was hat man bei wiener neubauten ja eher selten. ich denke da auch an das "salzberg" in der kaunitzgasse im 6. bezirk. da hat man unsensibel den historischen eck-eingang vermauert und einen fantasielosen neuen eingang an der straßenfront n die fassade geschlagen. scheusslich.

Also auf der äusseren Mariahilfer Straße ...

... gibt es wirklich noch genug Häuser, die ziemlich genau so (auch vom Zustand ...) aussehen, wie die auf dem ersten Bild ...

Vielleicht sollte man einmal ernsthaft erheben, wie viele Wiener wirklich in einem Freilichtmuseum leben wollen - irgendwelchen 08/15-Hütten von Ende des 19ten oder Anfang des 20ten Jahrhunderts nachzuweinen kann auf Dauer ja auch keine Zukunft haben ...

Wie war denn das damals, als diese Massen an gleichförmigen Häusern - oft natürlich so billig wie möglich - hochgezogen wurden?

Nicht falsch verstehen: Ich wohne auch in einem Altbau und weiß die Vorteile wie hohe Räume und schalldichte Wände zu den Nachbar zu schätzen - architektonisch kann ich dem dauernden "Bewahren" aber nichts abgewinnen ...

ja.

aber das haus war das elegante "hotel fuchs". jetzt steht der intersport eybl, dessen fronten in den seitengassen aus fensterlosen alu-flächen bestehen. gegenüber sind wohnungen, die jetzt einen ausblick haben wie aus zellen eines hochsicherheitsgefängnisses. wie konnte so etwas genehmigt werden?

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.