Polemik gegen Chinas Raumfahrt-Programm

12. Juli 2012, 20:03
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US-Journalist verwirft im "Wall Street Journal" die chinesischen Weltraumpläne als fantasielose Wiederholung von NASA-Erfolgen

Man kann sich des Eindrucks nicht ganz verwehren, dass das chinesische Weltraumprogramm in Europa und den USA nur auf sehr begrenztes Interesse stößt. Obwohl sich China langsam aber sicher an die Spitze gearbeitet hat: Im ersten Halbjahr 2012 sind mehr Weltraumstarts aus China erfolgt als aus Russland oder den USA - eine historische Premiere.

Das sollte als Hintergrund nicht vergessen werden, wenn man den polemischen Artikel liest, den Bob Davis vergangene Woche im "Wall Street Journal" veröffentlichte. Darin verwirft der China-Korrespondent der konservativen US-amerikanischen Zeitung Pekings Weltraumprogramm in Bausch und Bogen: Während die Weltraumagenturen anderer Länder sich der Entwicklung fortgeschrittener Roboter-Sonden zur Erforschung des Sonnensystems widmeten, hänge China Visionen nach, die zu Zeiten John F. Kennedys Relevanz gehabt hätten, nun aber 50 Jahre hinter der Zeit herhinken würden.

Davis spricht von einem "Armut an Vorstellungskraft": Es werde lediglich versucht, die einstigen Ruhmestaten der erfolgreichen NASA-Programme zu wiederholen. Und nachdem schon US-Astronauten auf dem Mond Golf gespielt haben, was wolle China dann noch nachlegen - vielleicht eine Ping-Pong-Partie? Die Kontroverse ist eröffnet.

--> The Wall Street Journal: "Is China's Space Push Worth It?"

(red, derStandard.at, 13. 7. 2012)

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