Arafats Witwe will Anzeige in Frankreich erstatten

10. Juli 2012, 15:54
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Palästinensischer Präsident starb in französischem Militärkrankenhaus

Paris - Die Witwe des palästinensischen Präsidenten Yasser Arafat will Anzeige in Frankreich wegen des Verdachts auf Vergiftung ihres Mannes erstatten. Ein Anwaltsbüro teilte am Dienstag in Paris mit, es sei von Suha Tawil Arafat beauftragt worden, die Anzeige vorzubereiten. Frau Arafat hoffe, dass die Behörden "die genauen Umstände des Todes ihres Mannes aufklären und die Wahrheit ans Licht bringen". Schweizer Experten hatten nach eigenen Angaben an persönlichen Gegenständen des Verstorbenen eine hohe Konzentration des hochgiftigen radioaktiven Stoffes Polonium gefunden.

Unklare Umstände über Tod

Arafat musste die beiden letzten Jahre seines Lebens in Isolation in seinem vom israelischen Militär umstellten Amtssitz in Ramallah verbringen. Der französische Präsident Jacques Chirac erwirkte schließlich, dass Arafat zur medizinischen Behandlung nach Frankreich gebracht werden konnte, wo er am 11. November 2004 in einem Militärkrankenhaus unter bis heute unklaren Umständen verstarb.

In einer Dokumentation des arabischen Fernsehsenders Al-Jazeera hatte der Schweizer Experte Francois Bochud vom "Institut de radiophysique" in Lausanne gesagt, Proben aus persönlichen Gegenständen Arafats, die nach seinem Tod an seine Witwe übergeben worden waren, hätten eine erhebliche Polonium-Konzentration aufgewiesen. Die Proben stammten demnach unter anderem von Arafats Haaren und der Zahnbürste. Da Arafat sich in einem Mausoleum befinde, sei anzunehmen, "dass sein Körper in einem vergleichsweise guten Zustand ist". Das Polonium habe sich aber seit Arafats Tod 2004 schon zu einem großen Teil zersetzt. "Diese Tatsache erschwert eine weitere Untersuchung, auch wenn sie bald erfolgt." Mit der hochgiftigen Substanz war 2006 der frühere russische Spion Alexander Litwinenko in einem Londoner Hotel ermordet worden. (APA, 10.7.2012)

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