Ein Angstmacher-Buch aus dem 19. Jahrhundert

13. Juli 2012, 18:02
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Ein Orang-Utan als Vergewaltiger und ein ziegenfressender Krebs: Die Bildwelten des J.W. Buel

In einer Szene aus "Der Weiße Hai" blättert Chief Brody in einem Buch, das historische Illustrationen von Hai-Attacken enthält. Die vielleicht berühmteste ihrer Art ist obiges Ölgemälde von John Singleton Copley, "Watson und der Hai", aus dem späten 18. Jahrhundert. Reißerische Darstellungen von tatsächlich oder vermeintlich gefährlichen Tieren haben eben eine lange Tradition.

Ein besonders skurriles Exemplar präsentiert der Blog io9.com, nämlich J.W. Buels 1889 erschienenes Buch "Sea and Land", das eine lange Reihe wüster Tuschezeichnungen enthält. Nicht nur die üblichen Verdächtigen wie Tiger, Haie oder Riesenkalmare ließ Buel darin Menschen attackieren. Er zeigte auch Angriffsszenen, die heute eher ein Schmunzeln als das damals beabsichtigte wohlige Schaudern auslösen: Eine Japanische Riesenkrabbe - eigentlich ein eher gemächlicher Zeitgenosse - zieht einen Mann unter Wasser, ein Orang-Utan vergewaltigt eine Frau und ein Palmendieb - ein gut drei Kilogramm schwerer Einsiedlerkrebs, der auf Bäume klettern kann - pflückt sich ausnahmsweise keine Kokosnuss, sondern eine ausgewachsene Ziege.

Aber nicht nur Tiere werden als furchterregende Bestien dargestellt - mit der südamerikanischen "Menschenfresser-Pflanze" Ya-te-veo findet sich auch ein floraler Star der Kryptozoologie in dem Buch wieder, der jede Triffid vor Neid erblassen ließe. Sämtliche Darstellungen sind zum Vergrößern anklickbar:

--> io9.com: "This gruesome 1889 biology book outlined the many ways animals will kill us"

(red, derStandard.at, 13. 7. 2012)

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