Eislaufen auf Salzburger Mozartplatz erstmals auf "Plastikeis"

10. Juli 2012, 14:27
23 Postings

Hitzige Debatte im Altstadtausschuss - ÖVP stimmte dagegen - Eislauffläche wird verkleinert

Salzburg - Das Thema Eis ist am Dienstag Mittelpunkt einer hitzigen Debatte im Salzburger Altstadtausschuss gewesen. Dabei ging es allerdings nicht um das im Sommer so begehrte Speise-Eis, sondern um eine Kunststoff-Eislauffläche, die im Winter erstmals auf dem Mozartplatz aufgetragen werden soll. In den vergangenen zwölf Saisonen drehten dort die Eisläufer auf herkömmlichem Kunsteis ihre Runden. Die Mehrheit im Altstadtausschuss sprach sich heute für das kostengünstigere "Plastikeis" aus.

Mit den Stimmen von SPÖ, Bürgerliste und FPÖ sei die von der Firma Treml vorgelegte "innovative Lösung" beschlossen worden, die ohne Gleitmittel auskomme, informierte die Stadt Salzburg. Treml hat den Zuschlag erhalten, den Eislaufplatz samt Punschstand für die nächsten fünf Saisonen zu betreiben. Nach diesem Winter wird evaluiert, ob sich die 25 mal 18 Meter große, synthetische Eisfläche bewährt hat. Die Polyethylen-Platten eignen sich für normale Schlittschuhe.

Keine Verlängerung des Eislaufbetriebes

Die ÖVP stimmte dagegen. Plastikeis passe nicht in die Traumkulisse der Salzburger Altstadt, außerdem übten Experten massive Kritik an den Kunststoffplatten. "Gerade für Kinder, die nicht die nötige Kraft mitbringen, ist wirkliches Gleiten nur mit extrem scharfen Kufen möglich", kritisierte Klubobmann Christoph Fuchs. "Da möchte ich mir gar nicht ausmalen, was bei einem Sturz passieren kann." Zahlreiche Städte im In- und Ausland seien längst vom Plastikeis abgekommen und setzten wieder auf das herkömmliche Kunsteis, das aus gefrorenem Wasser besteht. Fuchs ärgert auch, dass der Eislaufplatz "um 120 Quadratmeter auf 450 Quadratmeter verkleinert wird".

Der Publikumslauf wurde für den Zeitraum von 10. November bis 10. Jänner festgelegt. Andere Antragsteller wollten den Betrieb auf Ende Februar verlängern. Das lehnte der Altstadtausschuss ab. Ein Altstadtplatz solle keinem Jahrmarkt gleichen, der Platz benötige auch wieder Zeit zum Atmen und Wirken, erläuterte Gemeinderat Gernot Himmelfreundpointner (Bürgerliste).

Plastikeis ist ökologischer

Aus ökologischer Sicht seien die Vorteile einer Eislauffläche aus Kunststoff enorm. Diese spare nicht nur viel Energie und Wasser, sondern mache im Gegensatz zu einem Kühlaggregat auch keinen Lärm. "Im Vorjahr hatten wir Ende November einen Fönsturm, bei 15 Grad wurde viel Energie hineingepumpt." Wenn die Bevölkerung die Eisfläche annimmt, wird sie weitere vier Jahre zum Einsatz kommen. "Sonst wird wieder auf klassisches Kunsteis zurückgegriffen", so die Bürgerliste.

Der Altstadtausschuss hat auch beschlossen, dass neben dem Eislaufplatz nur mehr ein Punschstand (bisher zwei) aufgebaut wird. Auf Drängen der Bürgerliste werden ausschließlich Mehrweghäferl statt Einwegpappbecher verwendet. (APA, 10.7.2012)

  • Bild nicht mehr verfügbar
Share if you care.