Forscher warnen: Siri ermöglicht Identifizierung

10. Juli 2012, 13:59
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Durch Spracherkennungssystem könnten Ermittler aber auch Hacker Personen anhand deren Stimmprofile identifizieren

Spracherkennungssysteme wie Apples Siri sollen die Nutzung von Smartphones intuitiver machen. User können Texte ansagen, Eingaben oder Internetsuchanfragen einsprechen. Datenschützer warnen jedoch, dass sich dadurch Stimmprofile erstellen lassen, anhand deren eine Person identifiziert werden kann.

Apple speichert Daten auf Servern

Zur Verbesserung des Dienstes speichert Apple die Spracheingaben auf seinen Servern, um den Dienst zu verbessern. Nutzer werden darüber in Kenntnis gesetzt, wenn sie Siri in den Einstellungen des iPhones aktivieren. Die Daten werden laut Unternehmen nicht mit personenbezogenen Informationen gespeichert. Wird Siri ausgeschaltet, werden die Daten von Apple wieder gelöscht.

Identifizierung möglich

Forscher von Raytheon BBN warnen jedoch, dass sich Menschen anhand dieser Aufzeichnungen identifizieren lassen, berichtet die Technology Review. Davon könnten nicht nur ermittelnde Behörden Gebrauch machen. Auch Hacker könnten sich darauf Zugriff verschaffen. Zudem treffe es nicht ganz zu, dass Apple keinerlei personenbezogene Daten mitspeichert. Zumal das System auf die Kontakte und den Standort des iPhones zurückgreift, um einen Kontext zum Gesprochenen herstellen zu können.

Gefahren

Personen anhand von Stimmprofilen zu identifizieren ist laut Bericht bereits Praxis beim US-Heimatschutzministerium. Um Reisende schneller abfertigen zu können wird ihre Stimme analysiert, allerdings nur wenn sie zuvor eingewilligt haben. Zudem könnten repressive Regime versuchen an die Daten zu gelangen, um herauszufinden ob Bürger beispielsweise per Spracheingabe nach Informationen zu einer Demonstration gesucht haben. IBM wiederum habe seinen Mitarbeitern verboten Spracherkennung auf ihren Smartphones zu nutzen, damit nicht versehentlich Betriebsgeheimnisse weitergegeben werden.

Verarbeitung nicht in der Cloud

Die Wissenschaftler sind der Meinung, dass die Technologie sicherer sei, wenn die Verarbeitung nicht zur Gänze in die Cloud ausgelagert würde, sondern zumindest zu einem Teil direkt am Smartphone passiere. In dem Fall würde das Prozessor zwar mehr belastet, die Qualität der Spracherkennung werde jedoch nicht beeinträchtigt. Technisch sei es jedenfalls keine Notwenigkeit, dass die Sprachanalyse auf den Unternehmensservern geschehe. Bei Microsofts Xbox-360-Steuerung Kinect etwa würden auch alle persönlichen Daten nur am Gerät gespeichert. (red, derStandard.at, 10..7.2012)

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    Personen könnten anhand von Stimmprofilen über Siri identifiziert werden.

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