Wiener Ausstellung zur Architektur Maribors

  • Bevk Perović: Sozialer Wohnbau in Poljane in Maribor (2005-07)
    foto: vig / miran kambič

    Bevk Perović: Sozialer Wohnbau in Poljane in Maribor (2005-07)

"Ein Stadtpanorama" zu den baulichen Entwicklungen in der aktuellen Kulturhauptstadt Europas

Wien - Wie viele einst durch sozialistische Planwirtschaft geprägte  Städte hat auch das slowenische Maribor, eine der aktuellen Kulturhauptstädte Europas, in den vergangenen Jahrzehnten große Brüche in der architektonischen Entwicklungen hinter - und teils vor sich. Dass diese Brüche in der Industriestadt nahe der österreichischen Grenze zugleich über weite Strecken harmonisch eingebettet wurden, zeigt von 11. Juli bis 19. Oktober eine Ausstellung im Wiener Ringturm.

Unter dem Titel "Maribor - Marburg. Ein Stadtpanorama" wird gebaute und geplante Architektur der slowenischen Stadt nachgezeichnet - vom Fußballstadion über ein neues Puppentheater bis hin zum McDonald's-Drive-in.  "Die Ernennung zur Kulturhauptstadt Europas kam auf der einen Seite zu schnell", verwies Co-Kurator Uros Lobnik  bei der Präsentation am Dienstag auf die zahlreichen Großprojekte, die noch ausständig sind, etwa die neue Kunstgalerie oder die Umgestaltung des Hauptplatzes. Andererseits werde die lebendige Architekturszene Maribors durch die Veranstaltung eindeutig befeuert.

In Maribor sei lange vor allen postmodernen Konzepten die kontextuelle Einbindung neuer Bauten ins Stadtgefüge pragmatisch bewerkstelligt worden, unterstrich Co-Kurator Adolph Stiller. "Was in Slowenien geschehen ist, war immer Avantgarde", würdigte der Architekturexperte seine Kollegen: "Auch in der sozialistischen Zeit von 1945 bis 1970 war eine sehr engagierte Architektenschaft am Werk." Und so sind auch der damaligen "Forma Viva" einige Ausstellungsblätter gewidmet.

Der Hauptfokus liegt allerdings auf den architektonischen Entwicklungen seit 1992. Boris Podreccas Rektorat der Universität aus 2000 wird ebenso vorgestellt wie Jurij Kobes und Rok Znidarsics im Vorjahr eröffnetes Puppentheater. Auch der soziale Wohnbau nach der Wende, der 2000 etwa das erste Holzhaus Sloweniens hervorbrachte, findet Beachtung. Und sogar ein McDonald's-Drive-in und ein Baumax - beide von Njiric Arhitekti - kommen vor.   (APA, 10.7.2012)

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