Baumax 2011 tiefrot

10. Juli 2012, 13:25
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Abschreibungen in Ungarn und Kroatien belasten Ergebnis

Wien/Klosterneuburg - Die Baustoff- und Gartenzubehör-Handelskette Baumax hat im vergangenen Jahr hohe Verluste erlitten. Sowohl die Baumax AG (Österreich-Geschäft und Holding) als auch die Baumax-Gruppe - dazu zählen neben der Baumax AG alle in- und ausländischen Tochterunternehmen sowie assoziierte Unternehmen - bilanzierten 2011 tiefrot, geht aus der der "Wiener Zeitung" veröffentlichten Bilanz hervor.

Demnach betrug der Nettoverlust (Jahresfehlbetrag) der Baumax AG mit Sitz in Klosterneuburg 14,6 Mio. Euro. Im Jahr 2010 wurde noch ein Gewinn von 18,4 Mio. Euro erzielt. Belastet wurde das Jahresergebnis 2011 durch außerplanmäßige Abschreibungen von zusammen rund 25 Mio. Euro in Ungarn und Kroatien. Operativ schrieb die Baumax AG zwar einen Gewinn von 13,9 Mio. Euro, was aber dennoch einem Rückgang von fast 9 Mio. Euro gegenüber 2010 entspricht. Die Gruppe fuhr unter dem Strich einen Verlust von 57,2 Mio. Euro (nach +1,5 Mio. Euro) ein. Die Umsätze der AG stagnierten bei 527,4 Mio. Euro, der Gruppen-Umsatz erhöhte sich leicht auf 1,246 Mrd. Euro nach 1,220 Mrd. Euro davor.

"Großmutterzuschüsse"

2011 erhielt das niederösterreichische Familienunternehmen Kapitalspritzen ("Großmutterzuschüsse") von der Karlheinz und Agnes Essl Privatstiftung in Höhe von 24,512 Mio. Euro sowie der Martin und Gerda Essl Privatstiftung in Höhe von rund 15,488 Mio. Euro. Martin Essl ist Baumax -Vorstandschef, seine Frau Gerda sitzt im Aufsichtsrat des Unternehmens - ebenso wie Karlheinz Essl, der Vater von Martin Essl.

Der Zuschuss von in Summe 40 Mio. Euro wurde in die (nicht gebundenen) Kapitalrücklagen eingestellt. Das Geld wird laut einer der APA übermittelten schriftlichen Stellungnahme des Unternehmens unter anderem in die im Laufe des Jahres anstehende Fusion der Unternehmensbereiche Baumax und Schömer (Immobilien) investiert. Damit werde die neue Unternehmensgruppe über eine gestärkte finanzielle Basis verfügen, heißt es. Schömer gehört ebenfalls zum Imperium der Familie Essl. Der Name geht zurück auf den Großvater von Martin Essl, Fritz Schömer, der die Heimwerkerkette gründete.

Baumax  hat im Vorjahr in allen Auslandsmärkten hohe Verluste eingefahren. In Ungarn betrug der Jahresfehlbetrag (jeweils umgerechnet) 12,6 Mio. Euro, in Tschechien 11,3 Mio. Euro, in der Slowakei 359.000 Euro, in Kroatien 6,5 Mio. Euro, in Rumänien 12,7 Mio. Euro, in Bulgarien 4,2 Mio. Euro und in der Türkei 9,7 Mio. Euro. Besser gestaltet sich die Umsatzsituation: Sieht man von Einbußen in Tschechien und Rumänien ab, wurden die Erlöse in den übrigen Ländern zumindest gehalten oder leicht verbessert. Eine Ausnahme bildet die Türkei, wo sich der Umsatz auf 41 Mio. Euro mehr als verdoppelte - was wohl auf die Expansion zurückzuführen ist. Baumax betreibt inzwischen sechs Märkte in der Türkei.

Per Jahresende 2011 verfügte das Unternehmen über ein Grundkapital in Höhe von knapp 62 Mio. Euro, die Gewinnrücklagen beliefen sich auf rund 34 Mio. Euro.

2011 beschäftigte die Baumax-Gruppe durchschnittlich 9.222 Personen, um 344 mehr als 2010. Die Kette betreibt etwa 159 Märkte in neun Ländern, in Österreich sind es 66. (APA, 10.7.2012)

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