Mexiko beschwert sich über herablassende AUA-Sager

Blog10. Juli 2012, 14:24
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Botschafter Díaz sorgt sich um Mexikos Ruf und fordert eine Entschuldigung von vida-Gewerkschafter Winkler

AUA-Chef Jaan Albrecht ist bei der Gewerkschaft nicht beliebt, will er doch einen günstigeren AUA-Flugbetrieb mit allen Mitteln durchdrücken. Dass die Arbeitnehmervertreter aber dabei immer "mexikanische Methoden" anführen, gefällt Mexiko gar nicht. Nun hat der Botschafter in Österreich, Alejandro Díaz, einen Protestbrief geschrieben und eine öffentliche Entschuldigung gefordert.

Oh du schönes Mexiko

Alles begann mit der Wahl Albrechts zum neuen Chef der rotweissroten Airline. Die Herkunft des Deutsch-Mexikaners, der im mittelamerikanischen Land aufgewachsen ist und dort auch als Pilot arbeitete, bietet seinen Gegnern eine willkommene Projektionsfläche. Die jüngste Ankündigung Albrechts, die von AUA- und Tyrolean-Betriebsräten gemeinsam konstituierte Belegschaftsvertretung für null und nichtig zu erklären, war wieder ein Anlassfall. "Albrechts mexikanische Methoden haben in Österreich nichts verloren - Arbeitnehmer- und Betriebsratsrechte werden hierzulande nicht ungesühnt mit Füßen getreten", hieß es beispielsweise in einer Aussendung des Gewerkschafters Gottfried Winkler, seineszeichen Vorsitzender der Sektion "Verkehr" bei der Dienstleistungsgewerkschaft vida.

Auf einer Betriebsversammlung im Jänner dieses Jahres war es wiederum AUA-Boden-Betriebsratschef Alfred Junghans, der mit noch weitaus deftigeren Bemerkungen aufwartete, wie ein nicht näher genannter Teilnehmer der Versammlung kund tat.

"Negativ und herablassend"

Diese Wortwahl will nun Mexiko nicht mehr dulden. "Respektlos" sei sie, "negativ und herablassend". Botschafter Díaz sorgt sich, dass dadurch ein "falsches und negatives Bild Mexikos für die österreichische Gesellschaft" entstehe. Kampf für Arbeitnehmerrechte hin oder her, was die Personallage einer österreichischen Airline mit seinem Land zu tun habe, wisse er nicht. Daher fordert er von vida-Vertreter Winkler eine öffentliche Entschuldigung beim mexikanischen Volk. In einem Land wie Österreich, wo man sich "tagtäglich" um die Beseitigung von Intoleranz und Rassismus bemühe, sei das nicht zu viel verlangt. (sos, derStandard.at, 10.7.2012)

  • Äpfel und Birnen würde Winkler (rechts im Bild) verwechseln, so der mexikanische Botschafter in seinem Brief. Österreich sei Österreich und Mexiko Mexiko.
    foto: versicherungsanstalt für eisenbahnen und bergbau (vaeb)

    Äpfel und Birnen würde Winkler (rechts im Bild) verwechseln, so der mexikanische Botschafter in seinem Brief. Österreich sei Österreich und Mexiko Mexiko.

  • Der Protestbrief im Wortlaut.

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