Nachrichten in aller Kürze
Alles zur Community
Nachrichten, die zu Ihnen kommen: Newsletter, Feeds und SMS
Alles zu unseren mobilen Angeboten: Apps, Mobilversion und SMS
Unsere Radio- und TV-Angebote
Die Zeitung im Internet: Abo, E-Paper, Anzeigen und mehr
Alles über die Redaktion von derStandard.at
Alles über Onlinewerbung, Stellenanzeigen und Immobilieninserate
Wien - Mit gleich drei Professoren besetzte man seine Stelle nach, als Uwe Sleytr im September 2010 an der Universität für Bodenkultur (Boku) Wien emeritierte. Sein Forschungsgebiet - Nanobiotechnologie - gehört zu den Schwerpunkten, auf die die Boku auch in Zukunft setzen will. Das sagt wohl einiges über die Bedeutung des österreichischen Spitzenforschers aus, der am Sonntag (15. Juli) seinen 70. Geburtstag feiert.
Sleytr wurde mit winzigen Bausteinen erfolgreich. Er nennt seine Arbeit gerne "molekulares Legospiel". Die Bausteine werden von der Natur beigestellt, teilweise im Labor verändert oder ganz und gar künstlich hergestellt. "Daraus können wir, wie bei einem Legosatz, die unterschiedlichsten Sachen zusammenbauen", erklärte er im Gespräch mit der APA.
Bereits Ende der 1960er Jahre entdeckte Sleytr, worauf er später sein Lebenswerk aufbauen konnte: die sogenannte S-Schicht, mit der sich viele Bakterien und Archaeen vor der Außenwelt schützen - Archaeen sind bakteriengroße Einzeller, die oft in sehr extremen Milieus wie bei 120 Grad Celsius und extrem säurehaltigen Bedingungen leben. Die Eiweißstoffe der S-Schicht können von selbst symmetrische Gitter bilden - für Sleytr die optimale Basisplatte für die molekularen Legosteine. "Diese S-Schicht kann man auch auf unterschiedliche Oberflächen wie Metalle, Halbleiter und Polymere aufkristallisieren und mit Biomembranen kombinieren", so Sleytr. Die Anwendungsmöglichkeiten sind vielfältig, so kann man etwa winzig kleine Biosensoren und Biokatalysatoren konstruieren sowie extrem dünnmaschige Filter.
Zukunft der Evolution
Sleytr forscht weiterhin über die Anwendungen der S-Schichten, doch er findet nun auch Zeit, sich "intensivst" künstlerisch zu betätigen. "Wir haben eine unglaublich gute Vorstellung, wie die Evolution bisher verlaufen ist, können aber nicht ansatzweise sagen, wie sie weitergeht - das ist schlagartig Science-Fiction", so Sleytr. Mit vergoldeten Skulpturen aus Ton, bei denen vermehrte Sinnesorgane und veränderte Skelettkomponenten zu sehen sind, zeigt er, dass die Evolution weitergehen muss. Denn dass die Menschen die Krone der Schöpfung sein sollen, findet er "sehr arrogant".
Gemeinsam mit dem Fotografen Fritz Simak hat er die Skulpturen mit färbigen Lösungen beschüttet und mit einer hochauflösenden Kamera fotografiert. Die Werke schmücken das Vienna Institute of Biotechnology in der Muthgasse in Wien-Döbling.
Sleytr wurde am 15. Juli 1942 in Wien geboren. Er studierte an der Boku Gärungstechnik und bekam 1970 die Doktorwürde verliehen. Mehrere Jahre lang forschte Sleytr in Cambridge (England) und an der Temple University in Philadelphia (USA). Zwischendurch habilitierte er sich 1973 an der Boku und wurde dort 1977 außerordentlicher Professor für Allgemeine Mikrobiologie.
1982 wurde Sleytr als Universitätsprofessor für Ultrastrukturforschung an die Boku berufen, wo er dem gleichnamigen Zentrum bis zu seiner Emeritierung im September 2010 vorstand. 1986 wurde das Ludwig Boltzmann-Institut für Molekulare Nanotechnologie unter seiner Leitung eingerichtet. Aktuell forscht Sleytr als Professor emeritus am Department für Nanobiotechnologie, dem ehemaligen Zentrum für Ultrastrukturforschung.
Sleytr veröffentlichte etwa 380 wissenschaftliche Arbeiten, er ist Inhaber internationaler Patente sowie Autor und Herausgeber mehrere Bücher. Zu seinen wissenschaftlichen Auszeichnungen gehören Ehrenprofessuren in China und zahlreiche nationale und internationale Preise. (APA, 10.7.2012)
Der Physiker Rudolf Grimm kritisiert die heimische Bürokratie bei Jungforschern aus Nicht-EU-Staaten
Akribischer Erforscher der NS-Zeit - Schwerpunkt war das sogenannte Euthanasieprogramm
Die Wissenschafterin des Jahres 2002 peilt einen neuen Weg für die Zeit nach der Forschungstätigkeit an
Was Sprache in Österreich über räumliche und soziale Herkunft aussagt
Das "Weltgerichtstriptychon" von Hieronymus Bosch gibt noch immer viele Rätsel auf - Die frühere Leiterin der Gemäldegalerie der Akademie der bildenden Künste, Renate Trnek, erforscht mit neuen Mitteln die bizarre Welt
Saskia Sassen von der Columbia University für ihre Beschäftigung mit der "Global City" geehrt
Der deutsche Antisemitismusforscher Wolfgang Benz sprach zum zehnjährigen Bestehen des Wiener Ustinov-Instituts über die alte Juden- und die neue Islamfeindschaft
Wiener Experimentalphysiker freut sich über Anerkennung durch US-amerikanische Mitglieder
US-Mathematiker modellieren Vorgänge im Schaum und berechnen drei verschiedene Phasen der "Schaum-Evolution"
Niederländische Forscher entwickeln Software, die Kurz-Nachrichten sprachwissenschaftlich analysiert
Tagung in Wien widmet sich derzeit Feindbildern und Menschenrechten im "sehr schnell erregbaren Zeitalter"
Gemeinsam mit Ignacio Cirac für "grundlegende theoretische Beiträge zur Quanteninformationsverarbeitung, Quantenoptik und zur Physik von Quantengasen" ausgezeichnet
Konferenz-Teilnahme abgesagt - nun herrscht Unklarheit, ob aus politischen oder gesundheitlichen Gründen
Londoner Installation "Insects Au Gratin" als spielerischer Zugang zu einer Idee mit ernsthaftem Hintergrund
Drei Nachwuchsforscher erhalten insgesamt acht Millionen Euro für ihre Forschungsprojekte an der Akademie der Wissenschaften
Sein derzeitiges Hauptstudienobjekt ist der Wolf als "Spiegel für unsere eigene Verfasstheit"
Internationalisierung und Kooperation mit Institut für Angewandte Systemanalyse
Unter den 18 von ihm gestellten mathematischen Problemen gelten nur vier als gelöst
Der Belgier hatte sich für Sterbehilfe entschieden
Zwei Ehrungen führen Carl Djerassi im April nach Wien: Der 89-jährige Autor und Chemiker über das Sammeln von Kunst und die Psychoanalyse
Wissenschaftssoziologe sieht nur geringen Effekt zugunsten männlicher Antragsteller
Das Kinder-Bildungsangebot im Sommer wächst stetig: Die Wiener Kinderuni hat schon 4.000 kleine Besucher
Patent umfasst auch andere Säugetier-Spezies mit Gliederfüßer-DNA - NGOs sprechen von "Tabubruch"
Der Philosoph und Wissenschafter des Jahres 2006 versteht sich nicht als Bewohner des Elfenbeinturms
Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.