Arbeitslosigkeit in Eurozone auf Rekordniveau

10. Juli 2012, 12:15
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Im Schnitt wiesen die Euroländer 11,1 Prozent Arbeitslose im Mai 2012 auf, Österreich bleibt Musterschüler

Wien - In den OECD-Ländern waren im Mai 2012 rund 48 Millionen Menschen ohne Arbeit, um fast 15 Millionen mehr als zu Beginn der Finanzkrise Ende 2007. Eine kurzfristige Besserung ist nicht in Sicht, auch im kommenden Jahr dürfte die Arbeitslosenquote bei etwa 8 Prozent verharren, heißt es im aktuellen Arbeitsmarkt-Ausblick der OECD. Noch düsterer sieht es in der Eurozone aus: Hier hat die Arbeitslosigkeit im Mai mit 11,1 Prozent ihren bisher höchsten Wert erreicht. Dabei sind die Unterschiede zwischen den einzelnen Ländern gewaltig: Während etwa jeder vierte Spanier keinen Job hat, wird Österreich um seine geringe Arbeitslosigkeit von 4,1 Prozent beneidet.

USA besser als Europa

Insgesamt stehen die Nicht-Euroländer am Arbeitsmarkt spürbar besser da als die Eurozone und drücken den Wert für die gesamte EU auf 10,3 Prozent Arbeitslosigkeit im Mai 2012 - 10,1 Prozent im ersten Quartal. Für die Euroländer rechnen die OECD-Experten mit einem weiteren Anstieg der Arbeitslosigkeit, bevor sich die Lage im Laufe des kommenden Jahres stabilisiert. Wesentlich günstiger sieht der Trend jenseits des Atlantiks aus: Während die Arbeitslosigkeit in Europa in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen ist, ist sie in den USA gesunken und betrug zuletzt 8,2 Prozent.

Besonderen Anlass zur Sorge gibt die hartnäckig hohe Jugendarbeitslosigkeit. Sie betrug im Mai in der OECD knapp über 16 Prozent und war damit so hoch wie vor einem Jahr. Besonders erfolgreich ist hier Deutschland mit einer Jugendarbeitslosigkeit von 8 Prozent im ersten Quartal dieses Jahres. Auch Österreich schneidet mit 8,7 Prozent im internationalen Vergleich sehr gut ab. Hoffnungslosigkeit macht sich hingegen unter den Jugendlichen in den Euro-Krisenländern breit: In Griechenland und Spanien hat nicht einmal jeder zweite junge Mensch unter 25 Jahren Arbeit. In Portugal, Italien und Irland sucht jeder Dritte vergeblich einen Job. In der gesamten Eurozone betrug die Jugendarbeitslosigkeit im ersten Quartal 22,2 Prozent und erhöhte sich bis Mai auf 22,6 Prozent.

Beunruhigend ist auch die Tatsache, dass es in der Regel auch sehr lang dauert, bis man einen neuen Job findet. Mehr als 35 Prozent aller Arbeitslosen brauchten mindestens ein Jahr, um wieder eine Anstellung zu finden. In den EU-Ländern waren im Durchschnitt rund 44 Prozent aller Arbeitslosen langzeitarbeitslos. In den USA ist die Langzeitarbeitslosigkeit von etwa 10 Prozent im Jahr 2007 auf ein rund 30 Prozent im ersten Quartal 2012 gestiegen. (APA, 10.7.2012)

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    Besonderen Anlass zur Sorge gibt die hartnäckig hohe Jugendarbeitslosigkeit. Sie betrug im Mai in der OECD knapp über 16 Prozent und war damit so hoch wie vor einem Jahr.

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