Zwei Stunden Schreien pro Tag noch "normal"

10. Juli 2012, 12:19

Die Hälfte der Eltern glaubt fälschlicherweise, dass ihr Baby ein Schreibaby ist - Mit fünf Monaten endet die Schreiphase

Weimar - In den ersten Lebenswochen kann ein Baby etwa zwei Stunden täglich schreien, ohne dass sich Eltern Sorgen machen müssen, berichtet der deutsche Online-Reportagedienst humannews. Laut australischen Forschern glaubt die Hälfte der Eltern fälschlicherweise, dass ihr Baby ein Schreibaby ist.

"Als ein Schreibaby gilt ein Säugling, der täglich mehr als drei Stunden an mindestens drei Tagen der Woche über mehr als drei Wochen aus unerklärlichen Gründen schreit und sich kaum beruhigen lässt. Dann und wenn Still‐ und Schlafprobleme hinzukommen oder Eltern sich überfordert fühlen, sollten sie frühzeitig die Hilfe ihres Kinder‐ und Jugendarztes in Anspruch nehmen", erklärt Monika Niehaus, Kinder‐ und Jugendärztin in Weimar und Pressesprecherin des Berufsverbandes der Kinder‐ und Jugendärzte (BVKJ) in Thüringen. "Denn überforderte Eltern neigen dazu, falsch zu handeln, und es besteht die Gefahr, dass sie den Säugling beispielsweise schütteln, was zu lebensgefährlichen Schäden führen kann", warnt Niehaus.

Mit Hautkontakt beruhigen

Heute gehen Experten bei Schreibabys von einer Regulationsstörung aus, das bedeutet, die Babys können sich nicht ihrem Alter entsprechend selbst beruhigen. "Der Kinder‐ und Jugendarzt hilft, Fütter- und Stillprobleme oder eine überforderte Verdauung aufzudecken und weiß, wo Eltern eine eingehende Beratung erhalten", rät Niehaus. Bei der Durchsicht von verschiedenen Studien ermittelten die Australier, dass das Füttern bei den ersten Unmutszeichen des Babys sowie viel Hautkontakt das Weinen eventuell mindern kann. Wenn ein Kind schon aus der Fassung geraten ist, empfehlen sie, es ruhig zu halten, bis es trinkbereit ist.

Bei einer "gesunden" neuronalen Reifung verringert sich das Schreien auf durchschnittlich etwa 70 Minuten, wenn das Baby zehn bis zwölf Wochen alt ist, mit fünf Monaten beruhigen sich die meisten Babys. (red, derStandard.at, 10.7.2012)

Abstract

Douglas, P., Hill, P.: Managing infants who cry excessively in the first few month of life. BMJ 343, 265 (2011)

Share if you care
Posting 1 bis 25 von 152
1 2 3 4

Eine interessante Studie zu diesem Thema habe ich hier gefunden: http://www.trageboutique.eu/expertenm... en-weniger
Demnach schreien getragene Babys weniger.

Tragen hilft

Wir hatten ein Schreikind (leider deutlich mehr als drei Stunden an allen Tagen/Woche für weit länger als 3 Wochen) und das einzige was geholfen hat war die Babytrage. Man musste sie dann zwar ganzen Tag rumschleppen, aber sie war weitgehend ruhig und man hatte die Hände frei. Was ein Schreibaby für ein Paar bedeutet weiß man erst, wen man eins hatte...

Also, ich kann mich noch ganz genau erinnern: So war ICH als Baby nie! Ich war praktisch das lebende Pendant zu Flüsterasphalt.

Früher war eben alles besser … *seufz*

Sogar die Zukunft

so, baby: 2 stunden geschrien..

mehr ist aber nicht mehr normal, ja?

Natürlich ist es normal dass ein Baby schreit. Wenn man es zB erstmalig in den Laufstall, ins Bett, Krabbeldecke ... legt wird es womöglich mal "protestieren", weil es natürlich lieber den ganzen Tag von Mami herumgetragen werden will - was natürlich in der Praxis nur sehr schwer geht (va. bei mehreren Kindern).
Stundenlanges schreien ist dabei wohl selten, meistens ist nach 5, 10 Min. Schluss.Durch eine gewisse Regelmäßigkeit von Anfang an fällt es dem Baby leichter zu wissen was als nächster "Tagesordnungspunkt" kommt (Essen, Wachphase, Wickeln, Schlafen).
Sicher wichtig ist,dass man das Baby nicht wegen jedem schreien sofort auf den Arm nimmt,daran gewöhnen sie sich natürlich und das schreien wird nicht besser.

ein Baby schreit, wenn es ein Bedüfnis hat und dieses nicht gestillt wird.
Erkennen müssens halt die Eltern und das ist am Anfang einfach nicht leicht.
Wenn man es mal "kennt" wirds leiser.

man kann babys nicht verwöhnen oder an etwas gewöhnen.
der einzige grund warum man sie nicht gleich hoch nimmt, ist dass man sich als elternteil auch um andre sache zu kümmern hat.

Natürlich kann man sie an regelmäßige (Essens-)zeiten gewöhnen. Kinder brauchen Routine, es gibt ihnen Sicherheit wenn sie wissen was "als nächstes kommt".
Manche Babies schreien zB kurz vor dem einschlafen, meist wenn sie schon zu müde sind und man es verabsäumt hat sie nieder zu legen. Das sind aber meist max. 5 Min. Da sehe ich keinen Grund sie hochzunehmen, denn sie wollen schlafen und nicht rumgetragen werden. Warum sollte man sie beim einschlafen also stören? Ich bin immer wieder ins Zimmer reingegangen, hab das Baby beruhigt (im Bett) und bin wieder rausgegangen (immer das selbe Ritual mit "gute Nacht Spruch") und nach ein paar Min. ist es eingeschlafen.

Kann ich nicht verstehn, wie jemand einen Säugling wegglegt und gelegentlich nachschaut ob er schon schläft. Das hört sich eher nach einem job an, als nach Mutterlieben. Ich hätt das nicht gekonnt.

Danke - ich auch nicht & ich bin ein Mann. Unsere Tochter schläft mit 9 Monaten noch immer bei uns im Bett & wird das auch weiterhin tun, was gibts schöneres :-)

grausig, dass immer noch so viele leute diese meinung vertreten. wir haben unsere säuglinge fast ständig herumgetragen. sie hatten weder gitterbett noch laufstall. geschrien haben sie trotzdem manchmal. und jetzt sind sie zwei tolle, liebenswerte und liebesfähige junge menschen.

Jeder so wie er es fuer richtig haelt. Wenn man gleichzeitig zum saegling noch ein anderes Kleinkind, mit 15 Monaten hat, kann man das Baby nicht ständig tragen. Wir hatten halt Gitterbetten und Laufstall und Sie halt nicht. Wo ist das Problem?

Es geht in dem Artikel um Babys, die aus unerklaerlichen Gruenden schreien und nicht um welche, die schreien, weil die Eltern glauben sie sind beim Militaer.

Deshalb auch statt Bisphenol A und anderen Weichmachern...

... lieber gleich richtige Beruhigungsmittel Kunststoff und Gummi von Schnullern und Babyflaschen zusetzen - die moderne Medizintechnik sollte diese Herausforderung mühelos lösen können, das richtige Kunststoff/Wirkstoffgemisch zu finden, das die Substanz dann vorteilhafterweise korrekt dosiert in die Milch im Fläschchen abgibt.

Mohn- und Most-Zuz sind von gestern.

Dr. rer. nat. Heinz Anderle, innovativer Freigeist

Wo tuts denn sonst noch weh? Wollen Sie darüber reden, oder wollen Sie eine Selbsthilfegruppe gründen?

Die meisten Kinder schreien (hab selber 3) wenn der Hunger da ist oder Bauchweh. Ja Babys bekommen Bauchweh...nein nicht von der Muttermilch sondern von der Luft die mit geschluckt wird...Bäuerchen hilft (die müssen unterstützt werden) aber meistens landet dann doch was im Darm...erst wenn das raus ist beruhigt sich das Kind...

Weiters muss man aufpassen das man als Elternteil die Nerven nicht wegschmeisst...je unruhiger man wird wegen Kindergeschrie desto unruhiger wird das Kind...das spürt evolutionstechnisch das was nicht passt und wird selber unruhig...also einfach ruhig bleiben...Kind und sich selbst beruhigen und passt. Sobald die Nerven der Eltern weg sind, sind es die des Kindes auch :)

Daher ist Füttern nach Rhythmus auch sehr vorteilhaft, weil das Baby eben nicht schreien muss um den Hunger zu zeigen, denn durch Regelmäßigkeit beim Füttern, Schlafen ... "weiss" es was als nächstes kommt. Unsere haben eigentlich nie vor Hunger geschrien, max. vorm einschlafen ein paar Min., wenn überhaupt. Wenn Babies von Anfang an lernen in ihrem Bettchen einzuschlafen, und va. regelmäßig (alle 2 Std.) schlafen, gibts eigentlich kaum ein Schreien.
Und wenn doch, dann weiss man als Mama, irgendwas stimmt nicht und kann dann entsprechend handeln.

Eh klar, kleinen Babies mit vernünftigen Argumenten kommen...

Haha, na sicher! Darum hab ich meinem Kind auch schon im Alter von 2 Wochen die Uhrzeit gelehrt, damit ich dann sagen kann "schau, es ist jetzt erst 11, das nächste essen gibt's in einer Stunde, also kein Grund zum Schreien"... funktioniert super!

das sind dann meist die ganz dicken Babys, die zum Essen kriegen, wenn Mama es will. Wir warten lieber, bis das Kind Hunger bekommt und hören auf, wenn es nicht mehr essen will. Ein Kind weiß selber wann und wieviel es braucht.
Ist ja kein Roboter

Ein Baby ist ein Mensch. Ich mag auch schlafen gehn wann ich will. Ich mag auch essen wann ich Hunger hab, und nicht weil mir das irgendwer so beibringt. Da erkennt ein Baby ja seine Bedürfnisse nicht.

find ich nicht

dass man dem baby nicht ermöglicht, den hunger selbst zu spüren und auch auszudrücken (babys können nun mal nicht reden, nur schreien), halte ich für mumpitz. damit macht man opfer, die auf aktionen von aussen (wissen, was kommt, aber nicht spüren = nicht ausdrücken) angewiesen sind, aus den kleinen menschen.

Das Schreien ist gut fuer Babys

Das ist die einzige Zeit, dass ein Baby etwas Bewegungen haben kann. Sonst hat es nichts zu tun, ausser Schlafen und Milch Trinken.

Hmmm es gibt Chefs... bei denen endet die Schreiphase nie...

man kanns manchmal aber auch nachvollziehn ..

Posting 1 bis 25 von 152
1 2 3 4

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.