Europas Börsen schließen einheitlich fester

10. Juli 2012, 18:41
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Wien - Gestützt von positiven Konjunktursignalen und den jüngsten Beschlüssen der Eurogruppe zu Spanien sind die europäischen Leitbörsen am Dienstag einheitlich fester aus dem Handel gegangen. Der Euro-Stoxx-50 legte um 13,94 Einheiten oder 0,63 Prozent auf 2.241,85 Zähler zu.

Die Euro-Finanzminister einigten sich in der Nacht auf Dienstag im Grundsatz auf ein Hilfsprogramm für Spanien von bis zu 100 Mrd. Euro, das am 20. Juli endgültig beschlossen werden soll. Bis Ende des Monats kann Spanien bereits die erste Hilfszahlung in Höhe von 30 Mrd. Euro erhalten. Die Eurogruppe sprach sich zudem dafür aus, dass die Regierung in Madrid ein Jahr Aufschub bis 2014 erhält, um das Staatsdefizit wieder unter den EU-Grenzwert von drei Prozent der nationalen Wirtschaftskraft zu drücken. Zudem sorgten die jüngsten Industriedaten aus Großbritannien und Italien für einen kleinen Lichtblick am düsteren Konjunkturhorizont. In beiden Ländern konnte die Industrieproduktion im Mai deutlich zulegen und damit den Abwärtstrend etwas mildern.

Nachdem am Vorabend Alcoa die US-Berichtssaison zum zweiten Quartal mit etwas besser als erwarteten Ergebnissen eingeläutet hatte, rückten auch in Europa die Metallwerte in den Fokus. Diese zeigten sich durchgehend gut gesucht. So legten schließlich Tenaris an der Mailänder Börse um knapp drei Prozent zu und ArcelorMittal stiegen in Amsterdam um 2,02 Prozent auf 12,14 Euro.

Im Branchenvergleich fielen die Gewinne allerdings im Technologiesektor am stärksten aus, wobei der entsprechende Sektorindex vor allem durch die Titel von ASML (plus von 8,57 Prozent auf 43,15 Euro) nach oben gezogen wurde. Die Aktien des niederländischen Zulieferers der Chipindustrie legten sprunghaft zu, nachdem der weltgrößte Computerchip-Hersteller Intel am Vorabend seinen Einstieg bei ASML angekündigt hatte. Im Rahmen einer umfangreichen Vereinbarung würden zunächst zehn Prozent der ASML-Aktien für 1,7 Mrd. Euro erworben, teilten die Amerikaner am Montag mit. Zu einem späteren Zeitpunkt soll der Anteil dann auf 15 Prozent aufgestockt werden.

In der überschaubaren Liste der Kursverlierer waren neben Chemie- und Versorgertiteln auch Bankwerte zu finden. So notierten etwa Air Liquide um 1,34 Prozent tiefer und GDF Suez ermäßigten sich um 1,06 Prozent. Daneben ging es für Deutsche Bank um 1,22 Prozent abwärts. Schwächster Wert im Euro-Stoxx-50 waren indessen Nokia mit einem Minus von über drei Prozent. (APA, 10.7.2012)

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