"Go" für dritte Flughafen-Piste diese Woche

10. Juli 2012, 17:36
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Für den Flughafen Wien gibt es diese Woche einen entscheidenden Fortschritt für das nächste Mega-Projekt: Den Bau der dritten Piste

Wien - Die börsennotierte Flughafen Wien AG hat heute, Dienstag, in erster Instanz grünes Licht für den Bau der dritten Start- und Landebahn erhalten. Die zuständige Behörde, das Amt der Niederösterreichischen Landesregierung, hat heute das UVP-Verfahren abgeschlossen. Am Freitag wird der positive Bescheid per Edikt zugestellt. Danach bleibt den Flughafengegnern bis 24. August Zeit dagegen zu berufen, sagte Friedrich Zibuschka, der in der niederösterreichischen Landesregierung für große Infrastruktur-Projekte zuständig ist. Der Flughafen Wien begrüßte die Entscheidung, will aber frühestens im Spätherbst eine Kostenschätzung abgeben.

Bei einem Einspruch gegen den jetzigen Bescheid - wovon auszugehen ist - ist in zweiter Instanz der Umweltsenat zuständig. Einen endgültigen Bescheid werde es erfahrungsgemäß Ende 2015 geben, sagte Zibuschka. Mit dem Bau würde dann frühestens 2016 begonnen werden.

Kostenschätzung im Herbst

Der Flughafen Wien will "frühestens im Spätherbst eine Kostenschätzung abgeben", sagte Pressesprecher Peter Kleemann am Dienstag. "Wir erwarten den Genehmigungsbescheid bis Ende dieser Woche, erst dann kennen wir die Auflagen." Die Baukosten hängen stark von den Auflagen aus dem UVP-Bescheid ab.

Zibuschka nannte erste Auflagen: So müsse südlich der neuen Piste ein kilometerlanger und rund fünf Meter hoher Lärmschutzdamm erreichtet werden. Der Fluglärm sei das Hauptthema im Verfahren gewesen. Außerdem müsse, wie bereits bekannt, die Bundestraße B10 verlegt werden.

Das UVP-Verfahren (Umweltverträglichkeitsprüf-Verfahren) war jedenfalls das größte in der österreichischen Geschichte, mit einer Dauer von fünf Jahren, heißt es heute in einer amtlichen Mitteilung des Landes Niederösterreich. Das Projekt sei strengstens geprüft worden. Insgesamt 35 Sachverständige in 38 Sachgebieten waren involviert. Laut Zibuschka haben die Sachverständigen im Interesse der Anrainer relativ niedrige Lärm-Grenzwerte festgelegt. 50 Parteien haben 1.331 Einwendungen eingebracht.

Wenig Einwendungen

Kleemann betonte, dass es "verhältnismäßig wenig" Einwendungen gegeben habe. Im Vergleich: Bei der heftig umstrittenen dritten Piste am Flughafen München seien über 100.000 Einwendungen eingebracht worden - also das hundertfache. Kleemann führte das auf das "konstruktive Klima" mit den Anrainern und einer Bürgerbeteiligung zurück. Seit dem Jahr 2000 gibt es Mediationsverfahren - europaweit das größte seiner Art. Unter Einbindung von Bürgerinitiativen, sämtlichen Gebietskörperschaften, Gemeinden und dem Flughafen entstand ein Mediationsvertrag, der strengere Regelungen als das Gesetz vorsieht.

Der Flughafen Wien hat heuer im Juni 2,06 Millionen Passagiere abgefertigt, um 7,1 Prozent mehr als im Juni 2011. Im ersten Halbjahr stieg die Zahl der Passagiere im Jahresvergleich um 7,9 Prozent auf 10,4 Millionen, teilte das Unternehmenmit. Das Wachstum war von den Tansferpassagieren getragen, auf die mit 661.304 im Juni bzw. 3,29 Mio. im Halbjahr fast ein Drittel aller Passagiere entfiel. Die Steigerung zur Vorjahresperiode betrug im Juni 14,9 Prozent und im Halbjahr 17,6 Prozent.

Das Frachtaufkommen sank hingegen im Juni um 1,9 Prozent auf 20.902 Tonnen und im Halbjahr um 8,0 Prozent auf 131.061 Tonnen. (APA, 10.7.2012)

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