Zwei Regierungsmitglieder im Kosovo treten wegen Amtsmissbrauchs zurück

10. Juli 2012, 05:43
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Geldveruntreuung im Spiel

Pristina - Wegen Korruptionsvorwürfen haben zwei ranghohe Regierungsvertreter des Kosovo ihren Rücktritt erklärt. Wie die Regierung in Prishtina am Montag mitteilte, baten der stellvertretende Ministerpräsident Bujar Bukoshi und der stellvertretende Finanzminister Astrit Haraqia um ihre Entlassung. Bukoshi war in der vergangenen Woche gemeinsam mit zehn früheren Regierungsvertretern angeklagt worden, in seiner Zeit als Gesundheitsminister zwischen 2007 und 2010 seine Befugnisse überschritten, Gelder schlecht verwaltet und für sein Ministerium nachteilige Verträge abgeschlossen zu haben.

Der stellvertretende Finanzminister Haraqia ist angeklagt, als Kulturminister zwischen 2004 und 2010 Gelder veruntreut zu haben. Er soll laut Staatsanwaltschaft zwei Filme finanziert haben, die nie gedreht wurden. Der Schaden beläuft sich demnach auf 380.000 Euro.

Korruption ist im Kosovo, der 2008 seine Unabhängigkeit von Serbien erklärt hatte, ein ernstes Problem. Schätzungen zufolge verliert der Staat dadurch jährlich zehn Millionen Euro. Bei der Stärkung der Rechtsstaatlichkeit hilft seit der Unabhängigkeit die Polizei- und Justizmission der Europäischen Union (EULEX). Sie übernimmt auch die heiklen Fälle wie das Verfahren gegen Bukoshi. (APA, 10.7.2012)

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