ÖVAG: Volksbanken legen sich gegen Koren quer

Die Volksbanker wollen Michael Mendel zum Boss küren - Volksbanken-Genossenschaftsfunktionär Rainer Borns soll Stellvertreter werden

Wien - Bei der Kür des Vorstands der Österreichischen Volksbanken AG (ÖVAG) hat sich am Montag ein mittlerer Eklat angekündigt. Die Bank ist teilnotverstaatlicht, der Bund hält 43 Prozent der Anteile, den Rest halten wie ehedem die Volksbanken.

Am Montagabend tagte das Aufsichtsratspräsidium unter Hans Jörg Schelling (ÖVP), um über die Besetzung der ÖVAG-Spitze zu beraten. Die zwei Posten waren ausgeschrieben; Wunschkandidat der Finanzministerin (ÖVP) für den Vorstandsvorsitz ist Stephan Koren, Ex-Bawag-Vizechef. Er hat sich denn auch um den Job beworben - und wurde Erstgereihter auf der Shortlist der Personalberater Korn/Ferry. Laut Informierten aus dem Finanzministerium bewarb sich Koren (ÖVP) unter der Bedingung, auch in die ÖVAG-Strukturen eingreifen zu können. Wie oft berichtet lehnen die Volksbanken Reformen eher ab, was letztlich in der Verstaatlichung mündete.

Korens Durchgriffslust schreckt die Volksbanker, die im ÖVAG-Aufsichtsrat die Mehrheit stellen, offenbar sehr. Sie wollen nun Michael Mendel (früher ÖVAG-Vize, derzeit Interimschef) zum Boss küren - und Volksbanken-Genossenschaftsfunktionär Rainer Borns zu seinem Stellvertreter. Im Finanzministerium sprach man von einem Affront. (Renate Graber, DER STANDARD, 10.7.2012)

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