ÖVAG: Volksbanken legen sich gegen Koren quer

Renate Graber
9. Juli 2012, 22:21

Die Volksbanker wollen Michael Mendel zum Boss küren - Volksbanken-Genossenschaftsfunktionär Rainer Borns soll Stellvertreter werden

Wien - Bei der Kür des Vorstands der Österreichischen Volksbanken AG (ÖVAG) hat sich am Montag ein mittlerer Eklat angekündigt. Die Bank ist teilnotverstaatlicht, der Bund hält 43 Prozent der Anteile, den Rest halten wie ehedem die Volksbanken.

Am Montagabend tagte das Aufsichtsratspräsidium unter Hans Jörg Schelling (ÖVP), um über die Besetzung der ÖVAG-Spitze zu beraten. Die zwei Posten waren ausgeschrieben; Wunschkandidat der Finanzministerin (ÖVP) für den Vorstandsvorsitz ist Stephan Koren, Ex-Bawag-Vizechef. Er hat sich denn auch um den Job beworben - und wurde Erstgereihter auf der Shortlist der Personalberater Korn/Ferry. Laut Informierten aus dem Finanzministerium bewarb sich Koren (ÖVP) unter der Bedingung, auch in die ÖVAG-Strukturen eingreifen zu können. Wie oft berichtet lehnen die Volksbanken Reformen eher ab, was letztlich in der Verstaatlichung mündete.

Korens Durchgriffslust schreckt die Volksbanker, die im ÖVAG-Aufsichtsrat die Mehrheit stellen, offenbar sehr. Sie wollen nun Michael Mendel (früher ÖVAG-Vize, derzeit Interimschef) zum Boss küren - und Volksbanken-Genossenschaftsfunktionär Rainer Borns zu seinem Stellvertreter. Im Finanzministerium sprach man von einem Affront. (Renate Graber, DER STANDARD, 10.7.2012)

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Zwickl ante portas

Wo immer der Zwickl seine Finger im Spiel hat .....

Einfache Lösung

Die ÖVAG zahlt dem Staat die Unterstützung zurück. Dann kann sie zum Vorstand bestellen, wen sie will. Solange sieaber auf öffentliche Gelder angewiesen ist, muss sie wohl Personalentscheidungen akzeptieren.

Na dann würde ich vorschlagen, sie krachen zu lassen.
Was soll das?
Zuerst staatliche Hilfen nehmen und dann einen auf kratzbürstig machen?
Die Republik ist nun Euer Chef - und wer zahlt schafft an!

Republik ist nicht "Chef" der Volksbanken sondern nur Miteigentümer an deren Spitzeninstitut.

Und wenn man ihrem "wer zahlt schafft an" folgen will, dann schaffen die Volksbanken zu 51% an und der Bund zu 43%.

Nur um der Wahrheit die Ehre zu geben...

In Anbetracht der Tatsache, dass die 43% nicht unter Marktbedingungen entstanden sind, sondern der Souverän wegen Gefahr in Verzug eingreifen musste, seh ich das nicht so.
Der ewige moral hazard im Bankensektor ist schon so schlimm genug, wenn dann auch noch die Vorgaben des Miteigentümers (und ohne das staatliche Eingreifen könnten sich die 50+% ihre Beteiligung am Bauch hauen) ignoriert werden, ist es unerträglich.

Genossenschaftsanteile kündigen

Ich werde heute noch meine Genossenschaftsanteile meiner Volksbank kündigen. Mein Konto hab ich aus Sicherheitsgedanken schon lange zu einer direktbank verlagert. Ich sehe nicht ein, dass ich mit meinen paar Euros Anteilsbesitz ine Haftung für mehrere tausend Euros als Genossenschafter übernehme. Wenn diese dem unfähigen Treiben Ihres Mutterinstitutes weiter Unterstützung bieten wollen. Ich hoffe doch sehr, dass die ÖVAG als nicht systemrelevant eigestuft wird und pleite gehen darf!

Man kann Ihnen nur gratulieren!;-))

Allerdings hoffe ich doch für Sie, dass Sie Ihr Konto nicht auf ein AUSLÄNDISCHES (wie zB. Ing.Di-Ba) Direktkonto gelegt haben, da auf diesen Konten die österreichische EINLAGENSICHERUNG nicht gilt!;-))

Ich bevorzuge

die Einlagensicherung aus Deutschland!

Für die österreichische Tochter von ING-DiBa ("ING-DiBa Direktbank Austria") gilt natürlich auch die Einlagensicherung!

Mendel, Fuchsbauer und Borns bedeutet eine wahrscheinliche totale Verstaatlichung in ca drei Monaten. Wer aber kommt dann? Kubu z.B. und ein paar tolle Magier aus dem treasury...

Das ist ja ungeheuerlich. Zuerst ruinieren sie als Aufsichtsräte den Konzern und dann wollen sie die alte Clique weiter im Amt lassen. Mit dem feuchten Fetzen...

Ist das ein Witz? Die Bank ist notverstaatlicht weil die Eigentümer (Volksbanken) nicht die nötige Marie hatten (oder haben wollten) um die ÖVAG vor dem Konkurs zu bewahren und dann sowas? Als Steuerzahler sag ich: abwickeln und die Eigentümer zur Kasse bitten (auch fürs KA Finanz Desaster das diese Herren ja zu verantworten haben) - d.h. ÖVAG-Anteile der Volksbanken auf 0 abschreiben...

Alternativrechnung

Wie würde denn die Rechnung für die Republik ausschauen, wenn man die ÖVAG einfach zusperrte?
Was kostet das die Einlagensicherung? Wer würde noch Schäden erleiden?

Also ich als Bankkunde kann mir ein Leben ohne Volksbanken recht gut vorstellen.

Also ich persönlich, sollte ich von meiner Bank

in Radio und TV ähnliche Schwioerigkeiten hören, würde mein Gesamtvermögen abziehen und es auf einer anderen Bank veranlagen. Und zwar durt, wo ich vom Staat meine Ruhe habe;-))

"durchgriffslust" schreckt volksbankbonzen?

dann ist koren jedenfalls der richtige.

(als miteigentümer fordere ich seine bestellung)

Eigentümlich

Wenn man nach Österreichs höchster Konzentration eigentümlichster Charaktäre sucht, ist die ÖVAG ein guter Tipp.

Bei weitem übertroffen wird dies allerdings durch Biotope in manchen lokalen Volksbanken, wobei man sich dort nicht sicher sein kann, ob die Ära Dollfuss noch andauert oder man schon den Sprung in die frühen Fünfziger Jahre geschafft hat.

Wo bitte war der ÖVAG Aufsichtsrat - seinerzeit gebildet aus Vertretern der Volksbanken und dem Genossenschaftsverband - wo war der bei den ganzen Blödheiten und auch bei der erklecklichen Korruption an der Spitze?

Koren? Kann es sein dass das eine "Erbpacht" der Familie (ebenfalls Manger im Bankbereich)

ist? Ob das wohl ein Startvorteil war?

Koren ist ein "systemrelevanter Name" bei der ÖVP

seit der Ära Klaus, wussten Sie das nicht;-))

Es ist ganz einfach

Solange man die Verantwortlichen nicht juristisch belangt und mit Geld- und Gefängnisstrafen belegt, werden sich Manager auch weiterhin nicht für das ihnen überantwortete Vermögen verantwortlich fühlen, sondern schauen, daß sie schnell - und solange sie im Amt sind - rausziehen, was sie können. Im Grunde dasselbe wie bei Scheuch/Grasser/etc: Alle schauen, was reingeht, sprich, was man sich maximal herausnehmen darf in diesem Land und das ist dann die moralische Obergrenze.

Ganz richtig, der frühere Aufsichtsrat und Vorstand der ÖVAG gehören endlich zur Verantwortung gezogen für ihre Fehlentscheidungen und mangelnde Kontrolle.

Na klar, da lassen wir die weiterwerken, die die Bank an die Wand gefahren haben - geht´s noch?

Die diversen Regionalkaiser der Volksbanken und die Granden der Genossenschaft haben ja bloss Angst, dass ein Eingriff in die Strukturen ihre kleinen Reiche kompetenzmäßig beschneidet. Es war wirklich ein Fehler dass man - wenn schon Teil-Verstaatlichung - nicht gleich eine Mehrheit erworben hat. Dann könnten sich die Pfründeverteidiger jetzt nämlich brausen und müßten den Vorstand akzeptieren, den der Haupteigner bestimmt.

die volksbanken ag ist ein giftiges paket, das den steuerzahler durch misswirtschaft viel geld kostet. sie gehört zerschlagen

Lassen wir die Vlügel krachen!

Wer sein Geld diesen unfähigen Pleitiers anvertraut, ist selbst schuld.

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