Euro-Gruppe schlägt Mersch für EZB-Direktorium vor

9. Juli 2012, 19:10
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Sitz im Direktorium aus politischen Gründen seit März nicht besetzt

Brüssel - Die Eurogruppe hat sich darauf geeinigt, den Luxemburger Zentralbank-Chef Yves Mersch, für den freien Posten im Direktorium der Europäischen Zentralbank (EZB) vorzuschlagen. Das teilte der Sprecher von Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker am Rande eines Treffens der Euro-Finanzminister am Montag in Brüssel mit. Die Finanzminister aller 27 EU-Länder müssen die Nominierung am Dienstag bestätigen, was allerdings als Formsache gilt.

Der EZB-Spitzenposten gehört zu einem seit Monaten aus politischen Gründen blockierten Personalpaket mit europäischen Spitzenämtern aus dem Finanzbereich. Der Sitz im sechsköpfigen EZB-Direktorium ist deswegen seit Ende Mai nicht besetzt. Zu dem Personalpaket gehört auch der Vorsitz der Eurogruppe und die Leitung des künftigen Euro-Rettungsfonds ESM. Eine Entscheidung über den Eurogruppen-Vorsitz war bei dem EU-Gipfel Ende Juni noch vertagt worden.

Inzwischen drängt jedoch die Zeit: Das Mandat des luxemburgischen Regierungschefs Jean-Claude Juncker endet am 17. Juli. Juncker hatte vor einigen Monaten mehrfach erklärt, den Posten abzugeben, zeigte sich aber kürzlich zu einer sechsmonatigen Verlängerung bereit - allerdings unter der Voraussetzung, dass Mersch den freien Sitz im EZB-Direktorium bekommt.

Die deutsche Bundesregierung hatte Schäuble als Nachfolger ins Spiel gebracht. Dies sieht jedoch die französische Regierung kritisch. Frankreichs Finanzminister Pierre Moscovici sprach sich in Brüssel dafür aus, das Mandat Junckers zu verlängern. (APA, 9.7.2012)

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