OeNB: Dickere Eigen-Kapitalpolster für Banken

Sie ist zwar schon besser, aber noch nicht gut genug: die Risikoresistenz von Österreichs Banken

Sie ist zwar schon besser, aber noch nicht gut genug: die Risikoresistenz von Österreichs Banken. Die Nationalbank OeNB rät den Instituten daher, ihr Eigenkapital so aufzufüllen wie die ausländische Konkurrenz.

 

Wien - Österreichs Kreditinstitute müssen nach Ansicht der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) ihr Kapital weiter aufstocken. Zwar habe ein interner Stresstest der Bankenaufseher bei der OeNB gezeigt, dass die Institute mittlerweile widerstandsfähiger seien, sagte Direktoriumsmitglied Andreas Ittner am Montag bei der Präsentation des 23. Finanzmarktstabilitätsberichts. Sie seien dabei im Extremszenario auf eine harte Kernkapitalquote von 7,7 bis 8,5 Prozent gekommen. Ziel sei gewesen, ein Bild über die Verfassung der größten österreichischen Banken zu bekommen. Dazu zählen neben der UniCredit-Tochter Bank Austria die Erste Group und die Raiffeisen Zentralbank mit ihrer börsennotierten Tochter Raiffeisen Bank International.

Dennoch kommen die Aufseher zum Schluss, "dass Banken trotzdem weiter Kapital aufbauen sollen". Dies sei auch mit Blick auf die strengeren Eigenkapitalvorschriften unter Basel III, die teils deutlich bessere Kapitalausstattung der europäischen Konkurrenz und die früher oder später geplante Rückzahlung von Staatshilfen nötig. Verglichen mit den großen internationalen, ebenfalls im Osten tätigen, Mitbewerbern wie BNP, KBC, Société Générale fehlten den größten österreichischen Instituten beim Kernkapital per 2011 rund eineinhalb Prozentpunkte. Die Austro-Großbanken kamen im Schnitt auf 9,9 im Vergleich zu 11,3 Prozent bei den großen Mitbewerbern in der Region.

In Bezug auf die Krisenbanken Österreichs wollten die Notenbanker keine Entwarnung geben. Man könne nicht garantieren, dass sie "nie wieder breitere Unterstützung" des Staates benötigten. Österreich musste Hypo Alpe Adria, Kommunalkredit und Volksbanken AG (ÖVAG) komplett- bzw. teilverstaatlichen. Nicht erwärmen kann sich die OeNB für eine gemeinsame Bad Bank der traurigen drei: Es gebe "kaum Synergien", denn die Hypo kämpft mit einem problematischen Kreditportfolio, die KA Finanz mit einem Wertpapierportfolio.

Auch die Einzel-Abbaugesellschaft für die Hypo dürfte wie berichtet nicht kommen; man befürchtet zu starke Auswirkungen auf die Verschuldungsquote. Die Bank sucht nun nach Alternativen. Findet sie die nicht, muss Aktionär Staat demnächst Eigenkapital von rund 1,5 Mrd. Euro einschießen. (sulu, gra, APA, DER STANDARD, 10.7.2012)

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8 Postings
Von welcher RZB redet der?

In den RBI-Bilanz sind die Osteuropa-Risiken so niedrig eingeschätzt, dass in der gesamten Region nur alle guten Risiken in der RBI sind, und der Rest verteilt sich auf die anderen. (Warum bekommt dann die RBI so hohe Zinsen?)
Da sie so groß sind brächten sie viel viel mehr Geld als die Konkurrenz.

Die RBI brauchte Geld um die RZB zu stützen. Und die spielt in der Bilanz mit allen Tricks (eigene Schuldverschreibungen abwerten, ...)

Diese Bank ist technisch bankrott. Die Augen davor zu verschließen heißt nur, dass
- die Aufsichtspflicht verletzt ist
- dass der Steuerzahler wieder mal ran muß
- wir einen neuen Unterrichtsminister aus einer bankrotten Bank bekommen.

Oder wie bisher Risiko auf Steuerzahler übertragen.

Vorabprüfung von ESM und Fiskalpakt durch Verfassungsgerichtshof erscheinen zweckmäßig, da ansonsten großer Schaden für die Steuerzahler entstehen könnte.

http://www.avaaz.org/de/petiti... richtshof/

Würde ein Unternehmen bei einer solchen Eigenkapitalquote einen Kredit bekommen?

Den ursprünglichen Sinn einer Bank (Mittler) haben Sie aber schon verstanden, oder?

PS: Die Spekulationsgeschäfte verurteile ich auch.

Banken sind Tranformatoren und keine Mittler

Banken tranformieren:
- Risiko
- über die Zeit.

Deswegen brauchen sie auch einen Polster, weil sie die Spitzen ausgleichen müssen.
Daher ist es auch so wichtig, dass sie andere Banken haben, mit denen sie sich abgleichen können.

Ein echter Mittler brächte wirklich kein Kapital (zB: prosper.com).
Bei dem Risiko, dass Banken derzeit gehen, müßten man eher einen großen Industriebetrieb heranziehen: 17-20%.
Sogesehen sind die 19% Kapitalquote, die in der Schweiz gilt, ein guter Treffer.

Nicht nur das:

jeder, der ausserhalb des Bankensektors derartige Unternehmungen betreibt wandert wegen gewerbsmäßigem Betrug hinter Gitter (zu recht)!

Und was nützt dir in der Krise Eigenkapital?
Du brauchst in der Krise Cash. Also so etwas wie Kreditlinien und Co.
Eigenkapital ist wichtig, aber Cash is King haben wir mal gelernt.
Hat Hr Nowotny wohl vergessen, oder andersrum, dumm ist der wohl nicht, würde er gerne vergessen um nicht lügen zu müssen...

Nowotny die Königin der Nacht und Wahrsager der Glaskugel. Schön sie zu sehen!

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