Die Mausklick-Falle

9. Juli 2012, 18:05
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Der Werbebalken ist unantastbar! Es folgt eine Produktinfo auf die andere

Mediatheken, also online abrufbare Fernsehformate, sind ein Segen. Man kann länger im Schwimmbad bleiben und dennoch seine favorisierten Fernsehsendungen (später) schauen. Zugegeben, nicht alles geht online, aber mittlerweile doch schon sehr vieles. Der Zugriff auf das Fernsehangebot ist echt bequemer geworden.

Manchmal sind Sendungen bis hin zu Monaten verfügbar - fast wie in einem Archiv. Gerade bei Wissenssendungen oder Dokumentationen mit längerem Verfallsdatum zahlt sich das aus. Wer hat noch nicht, wer will noch mal zum Beispiel die Facebook-Story sehen? "Mark Zuckerberg - Inside Facebook", die fundierte, sämtliche Geschäftsbereiche des Milliardenunternehmens ausleuchtende N24-Dokumentation, lief erstmals im Mai diesen Jahres. Auf n24.de steht sie nach wie vor parat. Nun fühlt man sich als mündiger Konsument von den Nutzerfreiheiten auf besondere Weise herausgefordert und durch die Mausklick-Macht ganz unabhängig. Schließlich lässt sich innerhalb der Sendung am Online-Balken wahllos nach vor und zurückhüpfen, sehr verlockend.

Schattenseiten der Verlockung

Und jetzt zu den Schattenseiten der Verlockung: Die Sendungen beginnen gleich einmal mit einem Werbespot, den man leider nicht regulieren d. h. überspringen kann. Auch die Werbeblocks während der Sendung werden einem unerbittlich oktroyiert. Es gibt keine Möglichkeit, sie wegzuklicken. Der Werbebalken ist unantastbar! Es folgt eine Produktinfo auf die andere. Die ungewollte Zäsur fühlt sich genau so an wie früher vor der Glotze, als man dann gewohnheitsmäßig für zirka sieben Minuten die Flucht antrat. Der Weg in die Küche - er ist und bleibt unsere einzige Rettung. (Margarete Affenzeller, DER STANDARD, 10.7.2012)

Zum Thema

Bericht vom 28. November 2011: "Der große Mediatheken-Vergleich"

  • Jede Menge Werbung in der Mediathek auf N24.
    foto: screenshot

    Jede Menge Werbung in der Mediathek auf N24.

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