Nordeuropa: Römerzeit und Mittelalter waren wärmer als gedacht

  • Die Grafik zeigt die Temperatur-Abkühlung der letzten 2.000 Jahre, so wie sie von den Forschern bei der Jahresring-Analyse festgestellt wurde.
    vergrößern 805x277
    foto: universität mainz

    Die Grafik zeigt die Temperatur-Abkühlung der letzten 2.000 Jahre, so wie sie von den Forschern bei der Jahresring-Analyse festgestellt wurde.

Klimaforscher fanden bei Analyse von Jahresringen langfristigen Abkühlungstrend über die letzten beiden Jahrtausende

Ein internationales Forscherteam hat eine zeitlich hochaufgelöste Klimarekonstruktion für Nord-Europa der letzten 2.000 Jahre präsentiert, die sich vor allem auf die Analyse von Jahresringen stützt. Zwei besonders interessante Ergebnisse konnten die Wissenschafter aus den erhobenen Daten ableiten: Zum einen waren Römerzeit und Mittelalter in dieser Region Europas wärmer als bisher angenommen. Zum anderen konnten die Forscher nun einen langfristigen Abkühlungstrend über die letzten Jahrtausende präzise nachvollziehen.

Unter Federführung der Universität Mainz kombinierten die Wissenschafter Jahrring-Dichtemessungen fossiler Kiefernbäume aus dem finnischen Lappland zu einer Zeitreihe, die bis zum Jahr 138 vor unserer Zeitrechnung zurückreicht. "Wir konnten zeigen, dass die historischen Temperaturen zur Römerzeit und im Mittelalter als zu kühl eingeschätzt wurden", meint Jürg Luterbacher vom Institut für Geographieo der Justus-Liebig-Universität Gießen. "Diese Befunde sind auch insofern von klimapolitischer Bedeutung, da sie die Beurteilung des aktuellen Klimawandels im Vergleich zu den historischen Warmphasen beeinflussen."

Wärmephasen und "kleine Eiszeit"

Für ihre Studie verwendeten die Forscher aus Deutschland, Finnland, Schottland und der Schweiz Messungen der Holzdichte von Bäumen aus dem finnischen Lappland. In dieser kalten Landschaft fallen immer wieder Bäume in einen der zahlreichen Seen und bleiben dort über Jahrtausende sehr gut erhalten. Die Messungen der Holzdichte zeigen eine gute Übereinstimmung mit den Sommertemperaturen in diesem Raum nahe der nordischen Waldgrenze; den Forschern gelang es daher, eine Temperaturrekonstruktion von bisher unerreichter Qualität zu erstellen. Diese Rekonstruktion zeigt nun in hoher Auflösung die Wärmebedingungen zur Römerzeit und im Hochmittelalter, aber auch die Kältephasen zur Zeit der Völkerwanderung oder der späteren kleinen Eiszeit.

Die neue Klimakurve zeigt neben diesen Kalt- und Warmphasen aber noch ein Phänomen, mit dem in dieser Form nicht zu rechnen war. Erstmalig konnten die Forscher anhand der Baumjahrringe einen viel längerfristigen Abkühlungstrend, der sich kontinuierlich über die letzten 2.000 Jahre abspielte, präzise berechnen. Auf Grundlage der neuen Befunde macht dieser Trend, der durch langsame Veränderungen des Sonnenstandes, aber auch der Distanz der Erde zur Sonne verursacht wurde, ein Abkühlung von -0.3°C pro Jahrtausend aus.

Unterschätzter Abkühlungstrend

"Im Prinzip erscheint diese Zahl nicht sonderlich beeindruckend", sagte Prof. Luterbacher, "allerdings ist sie im Vergleich zur globalen Erwärmung, die bis heute auch weniger als 1°C beträgt, nicht zu vernachlässigen. Wir konnten nun zeigen, dass die großräumigen Klimarekonstruktionen, die auch vom internationalen Klimarat ‚IPCC‘ verwendet werden, den langfristigen Abkühlungstrend über die letzten Jahrtausende unterschätzen." (red, derstandard.at, 14.7.2012)


Abstract
Nature Climate Change: Orbital forcing of tree-ring data

Share if you care
Posting 1 bis 25 von 363
1 2 3 4 5 6 7 8
Australische Verhältnisse als Menetekel, was auch uns noch droht: Familie wurden für BEGRÄBNIS extra $55 an "CO2-STEUER" verrechnet…



http://news.ninemsn.com.au/article.a... id=8496121

…Die reflektierte Stimmung beim Bürger zum CO2-KULT vom Cartoonisten Steve Hunter:
http://www.andysrant.com/cartoons-... eve-hunter

Wissenschaftlicher und näher an der Realität als jeder hingebogene Hockey-Schtonck vom Mann Michl.

Uns droht, daß sich ein Angestellter irrt?

Gott stehe uns bei...

durchaus interessant, aber wie aussagekräftig ist ein gebiet von weniger als 1% der erdoberfläche ?

wieso soll bitte mein 1% ein märchen sein?

ich hab nur gesagt aufgrund von einem % der erdoberfläche und selbst das war geschätzt (5 mio km² ist ein bissal mehr als nordeuropa) bzw. hoch angesetzt, würde ich mich hüten weltweite trends abzuleiten.

nicht mehr und nicht weniger.

es war meine (mMN) richtige interpretation der daten. ich hab sie weder angezweifelt noch gänzlich abglehnt.

alles was ich sagte ist max. 1% der erdoberfläche, maximal 1/4 der zeit (sommertemperaturen), sind für mich und sollten eigentlich für alle klimatologen zu wenig sein, um aussagen über den ganzen planeten für ein ganzes jahrtausend zu treffen

die frage "wie aussagekräftig ist ein gebiet von weniger als 1% der oberfläche" wäre berechtigt wenn es nur dieses 1 werk gäbe der zeigen würde "dass die historischen Temperaturen zur Römerzeit und im Mittelalter als zu kühl eingeschätzt wurden".

es gibt aber tausende andere papiere die über den gesamten globus "gestreut" sind die dasselbe zeigen, also zur frage sollte man hinzufügen "wenn wir alles anderes ignorieren, wie aussagekräftig ist es" - und meine antwort war - warum alles anderes ignorieren?

ziemlich aussagekräftig

denn die lokale Schwankung lässt sich auf andere Gebiete übertragen. Wer ein bisschen über Geschichte bescheid weiss, der konnte schon bisher einschätzen, dass es zur Römerzeit und davor sehr warm war, wärmer als heute, denn Nordafrika war eine Kornkammer aufgrund der höheren Luftfeuchtigkeit. Darum ist das ganze Theater um die Klimaerwärmung relativ. Klar, sie ist hausgemacht, aber für viele Regionen der Erde ein Vorteil, da die Niederschläge zunehmen, was gut ist für die Agrarwirtschaft und die Trinkwasserversorgung. Die Frage ist nicht ob das alles gut oder schlecht ist, sondern wie wir damit umgehen. Je teuerer die Infrastruktur eines Landes, umso schwieriger ist die Anpassung. Der Klimawandel ist fakt. Die Daten zu zerreden ist dumm.

zB geht das zamg davon aus dass der stärkere temp. anstieg in österreich (und im alpenraum) einfach aufgrund einer wettersystemänderung beruht, es scheint einfach mehr die sonne. andere hoch/tiefdruckgebietverteilungen.

luftfeuchtigkeit, ist aber auch sehr eng mit der biosphäre gekoppelt.

zB. schmilzt der schnee am kilimanscharo, auch deshalb weil es dort nicht mehr so viel niederschlag gibt, und das deshalb weil die wälder rund um den kili gerodet wurden.

ich wollte hier eigentlich gar nix zerreden.

nur ist zB auch bekannt das die kleine eiszeit, maximal in größeren teilen der nordhalbkugel geherrscht hat.

darum die "provokante" frage was sagt ein 1/100 der erdfläche über ein 1/4 der zeit (scheinbar nur sommertemperaturen) wirklich aus.

eigentlich schmilz der schnee am kilimandscharo nicht, es sublimiert eher.
sie haben recht das problem ist die fehlende luftfeuchtigkeit.

wie gesagt über LIA und MWP gibt es immer mehr neue daten die eine globale auswirkung zeigen. die ausrede "es war ein lokales phänomen" hat immer weniger glaubwürdigkeit.

"nur ist zB auch bekannt das die kleine eiszeit, maximal in größeren teilen der nordhalbkugel geherrscht hat. "

Das ist zwar bekannt, aber ob es tatsächlich stimmt, ist eine ganz andere Frage:

https://darchive.mblwhoilibrary.org/bitstream... sequence=1

Ich würde sagen,

es ist ähnlich wie bei der Nationalratswahl. Da weiß man auch schon nach Auszählung weniger Prozent der Stimmen, wie die Wahl ungefähr ausgehen wird.

manche user sehen das ganz anders und meckern selbst bei thermometer-kurven aus 2000 werten, dass ein daraus erstelltes mittel nicht zuverlässig wäre. andere wieder lehnen baumring-rekonstruktionen sowieso kategorisch ab. und dann gibt es noch die besonders bizarre kategorie user, welche je nach verlauf der kurve einmal diesen und einmal jenen standpunkt vertritt. sie zählen zu letzterer.

Im Sinne einer konstruktiven Diskussion

würde ich mir Argumente erwarten, nicht irgendwelche Hasstiraden gegen irgendwelche user.

Argumente brauchen wir ja nicht, Hauptsache, wir können irgendjemanden, der nicht hundertprozentig die eigene Meinung vertritt, anpatzen und unqualifizierterweise vorwerfen, er vertrete einmal diesen, einmal jenen Standpunkt.

So Leute wie Sie gehen mir unheimlich am Wecker - das musste einmal gesagt werden!

http://derstandard.at/plink/131... id23390393

dort genügen ihnen die gemessenen temperatur-werte von knapp 40.000 (!) global verteilten stationen nicht für eine globale hochrechnung, welche sie hier klaglos mit baumring-proxies von ~1% der erdoberfläche durchgehen lassen. und derlei inkonsequentes, verlogenes und anlassbezogenes herum-eiern geht mir auf den wecker.

Mir gehen Leute auf den Wecker, die unbelegte Behauptungen aufstellen wie

http://derstandard.at/plink/134... 9/26948393

und dann meinen, das wäre so lange gültig bis es widerlegt wird...

Warum probieren Sie es nicht aus?

Nehmen Sie einen Würfel, würfeln damit 1.000x und notieren die mittlere Augenzahl. Dann würfeln Sie 100.000x und ermitteln wieder die mittlere Augenzahl. Ein Computerprogramm erledigt Ihnen das in Sekundenschnelle.

Die beiden Ergebnisse werden nur gering voneinander abweichen.

Probieren Sie doch einmal aus, was passiert wenn man den gleichen Wähler 1000mal in die Wahlkabine schickt.

Und dann würfeln Sie 1000mal und vergleichen die Ergebnisse.

Es wäre Ihnen wirklich zu wünschen, daß Ihnen dabei auffällt, worin der Unterschied bestehen könnte.

Ich denke, dass das eine wenig brauchbare Versuchsanordnung ist

Wenn Sie die Absicht haben, einen Menschen 1000x hintereinander in die Wahlkabine zu schicken, wird er Ihnen nach dem dritten Mal etwas husten.

Genau so

man nimmt einfach die Ergebnisse von ein paar Bergdoerfern mit ein paar Dutzend Einwohnern - die ham eh schon um mittag gleich nach dem Gottesdienst gewaehlt, und schon haben wir das Endergebnis. Hochrechnung, was heisst das? Diese Wissensgschaftler sollen uns doch mit Fachausdruecken und ueberhaupt allem was kompliziert ist in Ruhe lassen. Weil wir wissen auch so, wie es sein muss. Es ist naemlich eh alles in Ordnung mit dem Klima. Wir brauchen uns nicht zu sorgen, nein, nein, nein. Die Temperatur aendert sich eh immer, z.B. ists im Sommer immer waermer, jawohl. Und ueberhaupt, vor ein paar Mio Jahren war es schon mal waermer. Also die +2 deg C in 100 Jahren, was ist das schon gegen -0.3 ueber 1000 Jahre in Lappland? Eben, alles suppi!

Offenbar kann man mit Baumringdaten

alle möglichen Kurvenverläufe erzeugen. Ich zweifle daran, dass man mit dendrochronologischen Untersuchungen verlässliche Temperaturrekonstruktionen zusammenbringt, u.a. auch deswegen, weil das Divergenzproblem noch nicht gelöst ist. Die Fehlerquellen sind enorm, denn Baumringe werden nicht nur von der Temperatur beeinflusst, sondern auch vom Standort, von den Nährstoffen, von Krankheiten usw. Die statistische Auswertung ist auch alles andere als trivial und durchaus fehlerträchtig.

Auch wenn mir der Temperaturverlauf dieser Rekonstruktion gut gefällt, meine Skepsis geht in beide Richtungen.

Wahrscheinlich haben Sie recht

Das eigentliche Signal ist sehr schwach und die Fehlerbreite enorm.

Vor allem ist die Fehlerbreite um ein Vielfaches größer als das eigentliche Signal

Das besondere an dieser Arbeit ist gerade, daß das Divergenzproblem nicht auftritt.

Ob ein Divergenzproblem vorliegt oder nicht,

kann man nur entscheiden, wenn man zusätzlich zu den Baumringdaten noch Thermometerdaten hat. Diese existieren aber nur für einen vergleichsweise kleinen Zeitraum.

Was gibt uns die Sicherheit zu sagen, dass nicht bei Baumringdaten aus dem Mittelalter nicht auch ein Divergenzproblem vorliegt?

Solange die Ursache des Divergenzproblems nicht eindeutig geklärt ist, kann man sich die ganzen Baumringanalysen zur Temperaturrekonstruktion in die Haare schmieren.

Posting 1 bis 25 von 363
1 2 3 4 5 6 7 8

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.