Pariser Arp-Auktion als Markstein

25. Juni 2003, 21:05
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Versteigerung extrem rarer Kunstware war ein internationales Ereignis

Paris - Seit fünf Jahren warteten Museumskuratoren und Sammler auf die Auktion mit 90 Werken von Hans Arp und Sophie Taeuber-Arp. Für Juni 1998 geplant, wurde die aus dem Nachlass der Nichte von Hans Arp, Ruth Tillard-Arp, stammende Sammlung nun im Hôtel Drouot von CalmelsCohen mit einem Gesamtergebnis von 10,35 Millionen Euro versteigert.

Die Auktion mit frühen Holzreliefs, die auf dem Markt - und in Museen - extrem rar sind, Gemälden, Bronzen und Marmorskulpturen von Hans Arp sowie den noch rareren Holzskulpturen von Sophie Taeuber-Arp bzw. gemeinsam signierten Werken des Künstlerpaares war ein internationales Ereignis. Die französischen Museen rafften per Vorkaufsrecht die Spitzenobjekte zu phänomenalen Preisen an sich: 1,1 Millionen Euro für einen der beiden von Sophie Taeuber-Arp gedrechselten Dada-Köpfe aus Holz, der gemeinsam mit dem ergänzenden Gemälde Composition Dada. Tête à plat (389.084 €) in das Centre Pompidou geht.

1,35 Millionen für ein bemaltes Holzrelief von Hans Arp, welches das Straßburger Museum per Vorkaufsrecht erwarb. In die USA geht für 1,35 Millionen Euro der zweite Dada-Kopf von Sophie Taeuber-Arp, den Lionel Pissarro (Galerie Giraud-Pissarro-Segalot) neben einigen anderen Werken im Saal für seine Kunden ersteigerte. Ein aktiver Saal und noch aktivere, vorwiegend internationale Telefonbieter machten die Arp-Auktion zu einem Markstein am Markt. (ogw/DER STANDARD, Printausgabe, 26.6.2003)

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