Keine Liste deutscher Abgeordneter in Menschenhändler-Ermittlungen

25. Juni 2003, 19:45
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Friedman als einziger Prominenter im Visier der Justizbehörden - Mit Kolumne von Paul Lendvai

Berlin - Im Ermittlungsverfahren gegen einen polnisch-ukrainischen Menschenhändler-Ring gibt es nach Angaben der Berliner Staatsanwaltschaft keine Liste mit Namen von deutschen Bundestagsabgeordneten, die mit dem Ring in Zusammenhang gebracht werden.

Justizsprecher Björn Retzlaff sagte am Mittwoch in Berlin mit Blick auf entsprechende Medienberichte: "Die Liste, von der die Rede war, gibt es nicht." Er wollte sich nicht dazu äußern, ob es Kontakte von dem Ring zu Telefonanschlüssen des Bundestags gegeben hat und ob im Rahmen der Überwachungen anderer Telefonanschlüsse auch Gespräche zu Bundestags-Anschlüssen zurückverfolgt worden sind. Von der Berliner Staatsanwaltschaft sei zu keinem Zeitpunkt erwogen worden, Bundestags-Anschlüsse zu überwachen, sagte Retzlaff. In dem Verfahren zu dem Menschenhändler-Ring seien weder die Namen von Bundestagsabgeordneten noch die von Regierungsmitgliedern aufgetaucht.

Retzlaff sagte weiter, es gebe im Zuge dieses Verfahrens keine Ermittlungen gegen Prominente außer gegen den Fernsehmoderator und Vizepräsidenten des Zentralrats der Juden, Michel Friedman. Details zum Stand der Ermittlungen gegen Friedman nannte er nicht. (APA/Reuters)

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    Friedman soll im Rotlichtmilieu mit Prostituierten verkehrt haben, die durch einen ukrainisch-polnischen Menschenhändlerring nach Deutschland eingeschleust wurden.

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