Kinderuni: Heinz Fischer erklärt seinen "ziemlich schweren Job"

Florian Bayer, Sarah Dyduch, 9. Juli 2012, 19:05
  • Reger Andrang bei der Eröffnung der Kinderuni.

    Reger Andrang bei der Eröffnung der Kinderuni.

  • Heinz Fischer erklärt, was ein Bundespräsident den ganzen Tag macht.
    foto: apa/herbert neubauer

    Heinz Fischer erklärt, was ein Bundespräsident den ganzen Tag macht.

  • Die Kinder zeigten sich überaus wissbegierig.
    foto: florian bayer/ sarah dyduch

    Die Kinder zeigten sich überaus wissbegierig.

  • Heinz Fischer eröffnet die Kinderuni in Wien.

In den nächsten Wochen schnuppern mehr als 4.000 Kinder in Wien Hochschul-Luft

"Wie viel verdienst du eigentlich?" - "Warum trägst du keine Krone?" - "Zahlst du auch Steuern?" Diesen Fragen musste sich Bundespräsident Heinz Fischer stellen, als er Montagvormittag im Wiener Alten AKH die Kinderuni eröffnete. Sie feiert heuer ihr zehnjähriges Jubiläum und soll Kindern im Alter von sieben bis zwölf Jahren die Wissenschaft näherbringen. Das Motto: "Hier darf Neugier wachsen." Der Ansturm ist riesig, bereits seit längerem sind die meisten Lehrveranstaltungen ausgebucht. Für Restplätze kann man sich aber an den Infopoints der Kinderuni weiterhin anmelden.

Noch bis 21. Juli können die mehr als 4.000 angemeldeten Schüler am Unicampus sowie an der Universität für Bodenkultur, der Technischen Universität, der Medizinuni und der Universität für Veterinärmedizin Hochschulluft schnuppern. Unter den 475 angebotenen Lehrveranstaltungen - übrigens allesamt kostenlos - finden sich etwa "Warum stinken manche Blumen wie Mist?", "Was hat ein Gummibärchen mit dem Düsentrieb einer Rakete gemeinsam?" und eben "Was macht ein Bundespräsident den ganzen Tag?".

Auch der Bundespräsident hat Freizeit

Nach einem Eröffnungsfilm, der Fischer bei Auslandsreisen, Staatsempfängen in der Hofburg und dem Bergwandern zeigt, erklärt er, dass seine Telefonrechnung wahrscheinlich ziemlich hoch sei und ihn große japanische Touristengruppen mit ihren Kameras mitunter in größere Bedrängnis bringen als aufdringliche Pressefotografen. Auch gibt er zu, kein großer Computerspezialist zu sein und dass der Job als Bundespräsident "manchmal schon ziemlich schwer" sei. Überrascht sind die Kinder, dass Fischer überhaupt Freizeit hat, die er am liebsten bei Konzerten oder im Theater verbringt. 

Gefragt nach seinen Fremdsprachen-Kenntnissen, sagt Fischer: "Leider zu wenige." Er habe zwar Latein und Griechisch gelernt, spreche aber heute neben Deutsch und Englisch "nur ein bisschen Französisch". Er gibt die Frage zurück an die gut 300 Schüler im Publikum und lobt ein Mädchen, das angibt, fünf Sprachen zu beherrschen: "Bravo, bravissimo, grazie!" Die Kinder sind neugierig und wissen schon eine Menge: Sie können Österreichs Außenminister, den amerikanischen Präsidenten und sogar den UNO-Generalsekretär nennen. Erst beim chinesischen Präsidenten kommen sie ins Straucheln. Ein Bub aus den ersten Reihen springt auf und ruft: "Mao Zedong?" Fischer: "Nein, das ist schon länger her."

"Pornos sind so unecht wie Mickey Maus"

Ein ganz anderes Thema als die Aufgaben des Bundespräsidenten steht etwas später in einem Workshop an der Medizinuni auf dem Programm: "Ist Küssen gesund?" Das Küssen und dessen Bedeutung für die Gesundheit stehen aber eher im Hintergrund, erklärt Workshop-Leiterin Bettina Weidinger, denn: "Es geht auch ein bisschen um Sex." - "Ui, das ist aber schön", freut sich einer der Buben. 

Zuerst schreiben die 26 Schüler alle Begriffe auf, die ihnen zu Sexualität einfallen, darunter "Homo", "fikken", "Femidom" und "Vögel im Bauch". Danach wird im Sitzkreis nach Erklärungen gesucht. Vieles wissen die Kinder bereits, aber immer wieder, etwa bei "Transvestit", muss Weidinger aushelfen. Sie hält auch fest, dass Pornos entgegen dem Glauben der Burschen nicht der Wirklichkeit entsprechen: "Die sind wie so unecht wie Mickey-Maus-Filme, nur mit einer anderen Handlung."

Sogar eine Schwangerschaft wird simuliert, mittels ausgebreitetem rotem Tuch am Boden (Gebärmutter), auf dem ein Tischtennisball (Eizelle) und ein Stoffsäckchen (Samenzellen) zusammenfinden. "Aufgeklärt, wie Babys entstehen, werden fast alle Kinder zwar schon im Kindergarten, vieles aber wird schnell wieder vergessen. Deshalb ist es wichtig, den Schülern das Thema Sexualität noch mal zu erklären, wenn es für sie aktuell wird", sagt Workshop-Leiterin Weidinger. 

Der Bedarf und das Interesse sind auf jeden Fall da: Die elfjährige Amisha etwa hat in den eineinhalb Stunden viel Neues gelernt und fand gut, dass das Thema hier auf lustige und lebendige Weise behandelt wurde. Einziger Wermutstropfen: "Leider hat heuer die Mama meine Kurse ausgesucht, nächstes Jahr mache ich es dann selber." (Florian Bayer/Sarah Dyduch, derStandard.at, 9.7.2012)

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hoffentlich sagt ihnen auch jemand...

...wie beschissen die bezahlung und die berufsaussichten an den unis sind.

Vielleicht sagt ihnen ja stattdessen jemand, dass Akademiker im Schnitt mehr verdienen als Nichtakademiker?

hoffentlich sagt ihnen wer, daß sie es eben NICHT wegen dem geld machen sollen. danke.

Ich denke, dass die fginanzielle Zukunft EINER VON MEHREREN Wesentlichen Aspekten ist. ;-)

ist es, sollte es aber nicht. ich bin zwar für verschieden hohe Löhne, aber das ganze muß eingegrenzt werden. und bildung sollte vorrangig vor geld sein, dieser ganze geiz ist geil wahn, geld, plasmafernseher, luxusauto, villa, pool, bla, führt nirgendwo hin.

"ich bin zwar für verschieden hohe Löhne, aber das ganze muß eingegrenzt werden"

Das wird schlecht funktionieren, gerade bei Spezialisten.

dann sollt uns besser echt a fetter asteroid treffen :>

"Ziemlich schwerer Job"

Hmm, ja, so wird's sein.

Die Pornos sind wie so unecht wie Mickey-Maus-Filme

Nicht wenn mans richtig macht!

Was bitte ist an Mikey Mouse unecht?

Hat der Herr Fischer etwa gedacht, dass Mickey Mouse die Nachempfindung einer realistischen Figur ist? Hat Herr Fischer etwa geglaubt, Mickey Mouse sollte den Eindruck von Realität erwecken?

...ich hätt da noch eine Frage:

Haben Sie den Artikel überhaupt gelesen?

Hat der Herr DerChronist etwa nicht den Artikel gelesen? -.-

da ist er gut,

da soll er hin und dort soll er bleiben

"Die Kinder sind neugierig und wissen schon eine Menge: Sie können Österreichs Außenminister, den amerikanischen Präsidenten und sogar den UNO-Generalsekretär nennen."

Wow. Begeisterung. Ich bin 14, und für mich gehört es zur Allgemeinbildung die Politiker des eigenen Landes zu kennen. Ob Clubchef, Parteiobmann, Minister, Nationalratspräsidenten, Landeshauptleute usw... (Auch Parteien und ihre Wirtschaft und Gesellschaftspolitische Position)
Genauso wie die wichtigsten Posten in den USA (Präsident, Vizepräsident, Außenminister(in))

Ich weiß nicht wie alt die Kinder bei der Kinderuni sind, sagen wir 10. Dieses Ausmaß an politischer Bildung wie oben erklärt sollte normaler Zustand sein.

Troll doch woanders...

naja, so aussergewöhnlich ist es dann auch wieder nicht, wenn ein 14jähriger, die wichtigsten österreichischen politiker und ein paar ausländische kennt. immerhin ist das ein jahr vor dem ende der schulpflicht...

Weil ich denke, dass politisches Wissen zur Allgemeinbildung gehört, und unter anderem viel, viel, viel stärker im Schulunterricht gelehrt werden sollte?

Die Kinder sind zwischen sieben und zwölf.
Und zwischen 12 und 14 ist schon ein Unterschied, finde ich. (Kann mich aber auch täuschen, is schon ein bisserl her ;))

eine krone, damit man ihn erkennt....

das wär doch DIE lösung für vranitzky, wenn er den diplomatenpass abgeben muss :)

Na hoffentlich gab's keine konkreten Fragen, die er beantworten musste.

Heinz Fischer erklärt seinen "ziemlich schweren Job"

Ja, ständig pressiert es und dann diese dauernden Sitzungen in den kleinen Räumen.
Einfach eine Qual - dieser Präsidentendarsteller..

unser HBP hat es sehr schwer

ist doch klar, wenn man als Bedenkenrat alles 5 mal zu überlegen hat, was man sagt. Alos lieber Heinzi, auch die Parteilinie nicht vergessen !!!

unser HBP hat es sehr schwer

"Der Bundespräsident sitzt rum..." :-)

800 Kinder?

meines wissens nach sind rund 4500 angemeldet.

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