Frankreich verdient erstmals Geld mit Schulden

9. Juli 2012, 15:42
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Experten sehen Zusammenhang mit Leitzinssenkung der EZB vergangene Woche

Paris/Frankfurt - Frankreich verdient erstmals Geld damit, neue Schulden zu machen. Bei einer Versteigerung von Geldmarktpapieren mit sechsmonatiger Laufzeit lag die Rendite am Montag mit 0,006 Prozent im Minus, teilte die französische Schuldenagentur mit. Insgesamt flossen 1,99 Mrd. Euro in die Staatskasse. Bei einem dreimonatigen Papier zahlten Anleger ebenfalls drauf.

Zuvor hatte sich bereits Deutschland ebenfalls im kurzen Laufzeitbereich zu negativen Zinsen refinanziert. Ähnlich niedrige Zinsniveaus weisen derzeit auch die Euro-Länder Finnland, die Niederlande und Österreich auf.

Experten sehen bei den jüngsten Niedrigzins-Rekorden bei Geldmarktauktionen einen engen Zusammenhang zur Leitzinssenkung der Europäischen Zentralbank (EZB) vom vergangenen Donnerstag. Das historisch tiefe Zinsniveau und der Nullzins für Übernachteinlagen bei der EZB erschweren Banken und Großanlegern die Suche nach Parkplätzen für überschüssige Liquidität. (APA, 9.7.2012)

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