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Wien - Insgesamt 8,1 Milliarden Euro werden in der am Montag gestarteten Schlussrunde des von 2007 bis 2013 laufenden 7. EU-Forschungsrahmenprogramms verteilt. Dies sei die höchste Summe, die jemals für Forschung bereitgestellt worden sei, betonte der stellvertretende Generaldirektor in der Generaldirektion Forschung und Innovation der EU-Kommission, Wolfgang Burtscher, bei einer Pressekonferenz in Wien. Insgesamt war das 7. Rahmenprogramm mit mehr als 55 Mrd. Euro ausgestattet. 2014 wird es vom bis 2020 laufenden und 80 Mrd. Euro schweren neuen Forschungsprogramm "Horizon 2020" abgelöst.
Die vier Eckpfeiler des 7. Rahmenprogramms sind die Förderung der länderübergreifenden Zusammenarbeit in Form von Forschungsprojekten in thematischen Gebieten (offizieller Titel: "Kooperation"), eine EU-Förderung der Grundlagenforschung durch den Europäischen Forschungsrat ("Ideen"), die Förderung der Ausbildung und Mobilität von Forschern ("Menschen") sowie die Förderung von Forschungsinfrastruktur sowie von KMU ("Kapazitäten"). Der Löwenanteil der letzten Ausschreibungsrunde fließt wie bisher in den Bereich Kooperationen (4,8 Mrd. Euro), über den Forschungsrat werden durch Einzelzuschüsse 1,75 Mrd. Euro ausgeschüttet, über die sogenannten Marie-Sklodowska-Curie-Maßnahmen ("Menschen") wird die Forscherausbildung und -mobilität mit knapp einer Mrd. Euro unterstützt, knapp 600 Mio. Euro gibt es für den Bereich "Kapazitäten".
Antibiotikaresistenz bis "Ozeane der Zukunft"
Zu den thematischen Forschungsprioritäten der letzten Ausschreibungsrunde gehören die Bereiche Antibiotikaresistenz, Neurowissenschaften, Rohstoffe, sichere, saubere und effiziente Energie, "intelligente Städte", Wasser, bessere öffentliche Dienstleistungen, Bioressourceneffizienz sowie "Ozeane der Zukunft". Besonderes Augenmerk wird außerdem auf die Umsetzung der Forschungsergebnisse in konkrete Anwendungen gelegt, so Burtscher.
Die EU erwartet, dass die 8,1 Mrd. Euro der letzten Ausschreibungsrunde weitere sechs Mrd. Euro an öffentlichen und privaten Forschungsinvestitionen nach sich ziehen. Außerdem wird kurzfristig eine Beschäftigungszunahme von 210.000 Arbeitsplätzen und über einen Zeitraum von 15 Jahren eine Steigerung des Wachstums um 75 Mrd. Euro angenommen. Bisher wurden mit dem 7. Rahmenprogramm 19.000 Projekte mit knapp 80.000 Beteiligten gefördert.
Österreich war dabei überdurchschnittlich erfolgreich. Rund 650 Mio. Euro sind bisher aus dem Programm nach Österreich geflossen, so die Geschäftsführerin der Forschungsförderungsgesellschaft FFG, Henrietta Egerth. Damit kommt Österreich auf eine Rückflussquote von 130 Prozent - das bedeutet, dass die ausgezahlten Rückflüsse 130 Prozent der Eigenmittelzahlungen betragen. Auch der einzelne österreichische Forscher ist effizienter als seine EU-Kollegen: Der Anteil österreichischer Beteiligungen an bewilligten Projekten liegt bei drei Prozent und ist damit deutlich höher als der Anteil der österreichischen Forscher am Gesamtanteil der EU-Forscher (2,2 Prozent).
TU Wien am erfolgreichsten
Erfolgreichste österreichische Institution beim Einwerben von Beteiligungen am Rahmenprogramm ist die Technische Universität (TU) Wien, gefolgt von der Universität Wien, dem Austrian Institute of Technology (AIT), der TU Graz und der Akademie der Wissenschaften. Nach Bundesländern gestaffelt ist Wien mit Abstand am erfolgreichsten: Mit rund 1.100 bewilligten Beteiligungen kommt die Bundeshauptstadt auf mehr als alle anderen Bundesländer zusammen.
Insgesamt beträgt das EU-Forschungsbudget für 2013 10,8 Mrd. Euro. Neben den 8,1 Mrd. aus dem Rahmenprogramm entfällt der Löwenanteil davon auf den Bereich der Kernenergieforschung gemäß dem Euratom-Vertrag (993 Mio. Euro) sowie die Unterstützung gemeinsamer Technologieinitiativen mit der Industrie (751 Mio. Euro). (APA, 9.7.2012)
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