Die Wahl zum Mitmenschen des Monats, Teil 2

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    foto: michael gottschalk/dapd

Think globally, act locally

In der vergangenen Woche haben wir die ersten KandidatInnen für die Wahl zum Mitmenschen des Monats vorgestellt. Doch das Startfeld wäre nicht komplett ohne die beiden heutigen Ergänzungen von untouchable, dem zumindest der Titel Frauenflüsterer des Monats sicher ist, und tunicht gut, der sich von so etwas Banalem wie Individuen nicht den Blick auf die Menschheit als Ganzes verstellen lässt und stets das höhere Wohl im Auge behält. Wie beim Artikel "Skandalöse Blitzabschiebung":

"selber schuld, die neger, nix zum fressen aber dauernd kriege führen. wenn der kontinent ausstirbt -vom kap bis tunis-wäre das für die menschheit eine wohltat."

Nicht dass Afrika der einzige Erdteil wäre, für den tunicht gut Ideen ausbrütet. Siehe "Illegaler Handel mit Elfenbein boomt in China":

"ekelhaft diese chinesen, von vorne bis hinten. ich wünsch ihnen eine anständige seuche samt hungersnot, das wird das selbsternannte herrenvolk asiens wieder dorthin zurückbringen wo sie hingehören: in erdlöcher."

Die große Erleichterung folgt jetzt: Auf globaler Ebene hat tunicht gut nämlich eher nichts zu melden und muss sich daher mit einem deutlich bescheideneren Aktionsradius begnügen - angekündigt bei "Teure Wiesen für Großstadtbauern":

"'Nach Rothneusiedl (wo vorerst doch keine U-Bahn hinfährt) und alten Kasernenarealen (die das Bundesheer nicht so schnell hergibt) hat Wien derzeit ein Stück Brache im 23. Bezirk im Visier.'
herrlich, unterstütz ich voll! den grünen bobos ins gemüse kacken, danke frau V.-sie haben was gut bei mir."

Ein schönes Beispiel für "Think globally, act locally". Und während der verkannte Weltenherrscher für die größere Sache im Beet hockt, schlagen wir noch einmal den Bogen zurück zum Thema Medizin, mit dem die Wahl zum Mitmenschen des Monats vorige Woche begann. Und zwar zu einem Artikel über das Borderline-Syndrom und dem, was untouchable dazu zu sagen hat: 

"ich mag borderliner frauen
sind immer gut für einen fick und verabschieden sich von selbst, besser gehts gar nicht."

Der betreffende Artikel trug übrigens den Titel "Grenzgänger auf dem Weg zur Normalität". Ironic, isn't it? (ZensorIn, derStandard.at, 18.7.2012)

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