Erste Zeugen sagen gegen Ratko Mladic aus

9. Juli 2012, 14:40
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Die Staatsanwaltschaft hat 413 Zeugen geladen - Wegen eines Fehlers der Ankläger hat sich der Prozess verzögert

Den Haag/Belgrad - Nach einer knapp zweimonatigen Unterbrechung hat das UN-Tribunal für das ehemalige Jugoslawien den Prozess gegen den früheren bosnisch-serbischen Armeechef Ratko Mladic fortgesetzt. Der Vorsitzende Richter Alphons Orie eröffnete am Montag in Den Haag die Beweisführung, bei der der erste Zeuge der Anklage vernommen werden sollte. Der Prozess war am 17. Mai unmittelbar nach der Anklageverlesung wegen „Unregelmäßigkeiten" ausgesetzt worden, nachdem die Verteidigung der Anklage die Zurückhaltung von Dokumenten vorgeworfen hatte.

Dem 70-Jährigen werden Völkermord sowie Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit im Bosnienkrieg der Jahre 1992 bis 1995 zur Last gelegt. Gegen ihn liegen elf Anklagepunkte vor. Mladic wird vor allem für das Massaker von Srebrenica verantwortlich gemacht, bei dem tausende muslimische Burschen und Männer ermordet wurden.

Zudem wird dem früheren Armeechef die Verantwortung für die 44-monatige Belagerung von Sarajevo zugeschrieben, bei der nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen etwa 10.000 Zivilisten getötet wurden. Mladic plädiert auf nicht schuldig. Bei einer Verurteilung droht ihm lebenslange Haft. (APA, 9.7.2012

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    Ratko Mladic auf der Anklagebank in Den Haag

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