Sitzen und TV könnten die Lebenserwartung reduzieren

10. Juli 2012, 02:00

Laut Daten verbringen Erwachsene im Schnitt 55 Prozent ihres Tages sitzend

New York - Wer im Schnitt täglich weniger als drei Stunden sitzt, könnte seine Lebenszeit um rund zwei Jahre verlängern - darauf weist zumindest eine Studie aus den USA hin. Weniger als durchschnittlich zwei Stunden Fernsehzeit am Tag verlängerten das Leben möglicherweise um etwa 1,4 Jahre, berichten Forscher um Peter Katzmarzyk vom Pennington Biomedical Research Center (US-Staat Louisiana) im Fachblatt "British Medical Journal". Es bedürfe aber weiterer Analysen.

"Die Ergebnisse der Studie deuten darauf hin, dass langes Sitzen und Fernsehen die Lebenserwartung der amerikanischen Bevölkerung reduziert", hieß es in einer Mitteilung zur Studie. Die Forscher werteten unter anderem Daten des National Health and Nutrition Examination Survey (NHANES) aus, einer Erhebung, die den Gesundheitsstatus und Lebensstil von US-Amerikanern erfasst. Hinzugezogen wurden Ergebnisse von fünf US-Studien mit Daten von insgesamt 167.000 Erwachsenen, die sich mit Sitzzeiten und Todesursachen aller Art beschäftigten.

Theoretische Abschätzung

Ihre Analyse gebe Hinweise auf die Folgen langen Sitzens und Fernsehens auf die Lebenszeit, habe aber Einschränkungen, betonen die Forscher. Es handle sich um eine rein theoretische Abschätzung. Mögliche Unterschiede in den einzelnen Alters- und Bevölkerungsgruppen seien nicht berücksichtigt. Zudem beruhe die Analyse auf den Angaben von Befragten zu ihrer Sitz- und Fernsehzeit, so das Fehlwahrnehmungen oder falsche Angaben eingeflossen sein könnten.

"Die NHANES-Daten lassen darauf schließen, dass Erwachsene im Schnitt 55 Prozent ihres Tages sitzend verbringen", schreiben die Forscher. Um nachweisliche Verbesserungen der Lebensdauer zu erzielen, sei eine wesentliche Verhaltensänderung in der Bevölkerung notwendig. Eine Befragung in 20 Ländern habe kürzlich ergeben, dass die Menschen im Schnitt fünf Stunden täglich sitzend verbringen - mit einer Spanne von drei Stunden (in Portugal, Brasilien und Kolumbien) bis sechs Stunden (in Taiwan, Norwegen, Hongkong, Saudi-Arabien und Japan). (APA, 9.7.2012)

Kommentar posten
14 Postings
DeswEgen lieg ich im Bett, so viel ich kann....

schön. und warum zwingt man dann 6-jährige noch immer zum stillsitzen?

daher:

Sitzen und nicht fernsehen oder fernsehen und nicht sitzen oder noch besser, damit logischerweise die Lebenserwartung erweitert werden könnte: weder Sitzen noch fernsehen. Oder sehe ich das falsch?

Wissenschaftlich betrachtet, bin ich mausetot.

Auflage nr. 27367499 dieser Studie!! :)

Ich sitze hier, hab aber den Fernseher nicht an.

Pfuuuhh .. nochmal davongekommen.

und was hat tv damit zu tun, nachdem es zwar in der überschrift vorkam, aber nicht im artikel ... oder impliziert sitzen automatisch tv

mir ist jetzt nicht ganz klar ob es das Sitzen ist, oder das Sitzen in Kombination mit TV, oder auch nur TV schauen, das schädlich ist. Wie siehts aus mit Sitzen und Lesen?

ist das sitzen schuld oder wenn man sich nicht bewegt?

5 stunden täglich sitzen?

ist da die arbeitszeit miteingerechnet - wer im büro arbeitet sitzt doch allein deshalb schon täglich ca. 8 stunden.

Nicht, wenn Sie einen Stehpult haben. (Darauf haben Sie möglicherweise sogar ein Recht.)

Ist 8 Stunden Stehen pro Tag so gesund?

Regelmässiger Stellungswechsel gilt am gesündesten.

Thats what she said...

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.