Immofinanz-Prozess startet wohl im Herbst

9. Juli 2012, 10:17
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Wien - Nachdem der Hauptangeklagte in der Causa Immofinanz, der frühere Vorstandschef von Immoeast, Immofinanz und Constantia Privatbank, Karl Petrikovics, seinen Einspruch gegen die Teil-Anklage Ende Juni zurückgezogen hat, dürfte dem baldigen Beginn des ersten Prozesses in dieser Causa nichts mehr im Wege stehen. "Ich halte einen Prozessbeginn noch im Herbst für möglich", sagte die Sprecherin des Landesgerichts Wien, Christina Salzborn, laut einem Bericht der Tageszeitung "Die Presse" (Montagausgabe).

"Wir erwarten den Akt in wenigen Tagen und können dann die Hauptverhandlung ausschreiben", so die Sprecherin. Auf einen genauen Termin des Verhandlungsbeginns wollte sie sich wegen des "gewaltigen Umfangs" des Ermittlungsmaterials, in das sich der noch nicht nominierte Richter erst einarbeiten müsse, nicht festlegen. Die ursprünglich für den Prozess bestimmte Richterin Beatrix Hornich sei in der Zwischenzeit in Karenz.

Im bevorstehenden ersten Teil-Prozess in der Causa wird es um Aktienoptionsgeschäfte gehen. Den fünf Beschuldigten - neben Petrikovics sind auch die Ex-Vorstände Norbert Gertner und Christian Thornton, sowie Ex-Aufsichtsrat Helmut Schwager und Ex-Steuerberater Ernst Hable angeklagt - wird von der Staatsanwaltschaft Wien vorgeworfen, durch - teilweise im Wege von Treuhändern verschleierte - Aktienoptionsgeschäfte insgesamt einen Schaden von rund 32 Mio. Euro verursacht und dadurch das Verbrechen der Untreue (§ 153 StGB) sowie das Vergehen der kriminellen Vereinigung (§ 278 StG) begangen zu haben.

Über ihren Treuhänder Ernst Hable sollen Petrikovics, Gertner und Schwager Aktienkäufe und fingierte Optionsgeschäfte abgewickelt haben und - unter dem Vorwand von angeblich 2004 und 2005 eingeräumten, offenbar aber erst im Februar 2006 ausgestellten Optionen auf Immoeast- und Immofinanz-Aktien - Geld kassiert haben. Für die Optionsgeschäfte soll ein formaler Beschluss des Aufsichtsrates gefehlt haben, was die Beschuldigten aber teils bestreiten. Das Strafausmaß beträgt bis zu zehn Jahre Haft. Für alle Genannten gilt die Unschuldsvermutung. (APA, 9.7.2012)

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