Börse Frankfurt: Dax schließt leicht im Minus

9. Juli 2012, 18:35
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Trendloser Handel, Unsicherheit bei Investoren

Frankfurt - Die Unsicherheit der Anleger hat sich am Montag in einem eher trendlosen Handel an der Frankfurter Börse widergespiegelt. Nachdem der Leitindex DAX zwischen leichten Gewinnen und Verlusten gependelt hatte, schloss er mit minus 0,35 Prozent bei 6.387,57 Punkten. Damit knüpfte er an seine Entwicklung vom Ende der Vorwoche an. Der MDAX sank um 0,24 Prozent auf 10.423,76 Punkte, und der TecDAX verlor 0,49 Prozent auf 752,90 Punkte.

"Zuletzt schwache Konjunkturdaten aus den Vereinigten Staaten hatten der Furcht vor einer Abschwächung der konjunkturellen Erholung neue Nahrung verschafft", sagte ein Marktanalyst. Vor diesem Hintergrund hielten sich Anleger mit neuen Positionen vorerst zurück. Sie dürften zunächst eine Reihe potenzieller Impulsgeber abwarten, die im Wochenverlauf auf der Agenda stünden. Dazu zählt auch die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts über die Eilanträge gegen den Euro-Rettungsschirm ESM sowie den europäischen Fiskalpakt am Dienstag.

Beim Blick auf die Kurstafeln fielen vor allem die Aktien der Metro negativ auf. Sie sackten um mehr als sechs Prozent ab. Konzernchef Olaf Koch hatte der "Bild am Sonntag" gesagt, die Euro-Krise verderbe den Deutschen die Kauflust. "Wir rechnen beim Konsum in diesem Jahr bestenfalls noch mit einem kleinen Plus. Das hat deutliche Auswirkungen auf unser Geschäft." Ein Händler sagt dazu: "Das ist nicht unbedingt ein Interview, das man als besonders optimistisch bezeichnen würde." Derzeit gingen die Analysten im Schnitt für das laufende Jahr von einem nahezu unveränderten Umsatz aus. Insgesamt bewertete er die Aussagen eher negativ.

ThyssenKrupp mit Aufschlägen

Mit einem Kursplus von mehr als zwei Prozent kletterten die Aktien von ThyssenKrupp an die DAX-Spitze. Ein Börsianer begründete die Entwicklung mit einem Bericht des US-Anlegermagazins "Barron's". Diesem zufolge dürften die geplanten Verkäufe der weniger profitablen Sparten den Aktienkurs wieder über 20 Euro hieven. Sogar ein kompletter Ausstieg aus dem Stahlgeschäft sei offenbar nicht undenkbar. Insgesamt dürfte sich ein solcher Prozess aber alles andere als einfach gestalten. Der Aktie könnte es zunächst helfen, ihr positives Momentum wieder aufzunehmen, kommentierte der Händler.

Im MDax konnten Gea Group von einem positiven Analystenkommentar von Barclays profitieren. Die Aktien zogen um 0,55 Prozent auf 21,96 Euro an. Schlusslicht im Index mittelgroßer Werte waren Deutz mit einem Kursverlust von 5,36 Prozent. Die Privatbank Berenberg hatte die Titel auf "Sell" abgestuft.

Im TecDAX gewannen die Aktien von Qiagen 1,36 Prozent. Das Biotech-Unternehmen hatte bereits am Freitag mitgeteilt, dass die US-Gesundheitsbehörde FDA seinem Begleitdiagnostikum bei Darmkrebs die Zulassung in den USA erteilt hatte. (APA, 9.7.2012)

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