Euro vor Finanzminister-Treffen unter Druck

9. Juli 2012, 12:08
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Brüssel - Die Schuldenkrise in der Eurozone ist am Montag Thema einer Konferenz der Finanzminister in Brüssel. Bei dem Treffen geht es unter anderem um eine Reform der Bankenaufsicht. Auch die Verwendung von Geld aus den Rettungsfonds EFSF und ESM, Hilfen für Spanien und Zypern sowie die Lage im hoch verschuldeten Griechenland kommen zur Sprache. An dem Treffen nimmt auch der neue griechische Finanzminister Yannis Stournaras teil. Griechenland will bei seinen internationalen Gläubigern erreichen, mehr Zeit für die Erfüllung seiner Sparauflagen zu bekommen.

Vor dem Treffen in Brüssel spricht der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, am Nachmittag vor Abgeordneten des Europäischen Parlamentes in Straßburg. Dabei soll wird er seine Sicht der wirtschaftlichen Entwicklung und der Geldpolitik der EZB erläutern.

Euro auf Zwei-Jahres-Tief

Der Euro hat sich Montagfrüh im europäischen Devisenhandel schwächer gegenüber dem Freitags-Richtwert der EZB gezeigt. Am Morgen hielt die Gemeinschaftswährung bei 1,2295 Dollar, nach 1,2377 Dollar beim jüngsten EZB-Referenzwert. Im asiatischen Handel hatte der Euro zuvor ein neues Zwei-Jahres-Tief bei 1,2236 Dollar erreicht.

Auch dass die EZB anlässlich ihres Zinsentscheids am Donnerstag keine zusätzlichen Hilfen für den Banksektor angekündigt hatte, hat den Euro/Dollar-Kurs zuletzt kräftig unter Druck gesetzt. Ein schwacher US-Arbeitsmarktbericht am Freitag verstärkte den Abwärtstrend, zumal Anleger in Krisenzeiten in den als weltweite Reservewährung geltenden Dollar flüchten.

Die Zinsen für spanische und italienische zehnjährige Staatsanleihen sind am Montag unterdessen weiter gestiegen. Die spanischen Renditen lagen im Frühhandel am Sekundärmarkt bei 7,032 Prozent, italienische Zinsen verteuerten sich auf 6,129 Prozent. Relativ stabil blieb die Lage in Griechenland und Portugal. Entspannungen verzeichneten fast alle anderen Euroländer. Österreichs Rendite sank auf 2,078 Prozent, deutsche Zinsen verbilligten sich auf 1,331 Prozent. (Reuters/APA, 9.7.2012)

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