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Kassel - Occupy-Aktivisten haben sich eine neue Bühne für ihren Protest gesucht: die bis 16. September laufende Kunstausstellung documenta. In der Nacht zum Samstag bauten die Kapitalismus-Kritiker vor dem Museum Fridericianum in Kassel eine Reihenhaus-Zeltstadt auf. Sie besteht aus 28 einfachen weißen Zelten, auf die Aktivisten 20 Begriffe wie Gier, Hochmut, Geiz und Neid schrieben - nach Darstellung eines Occupy-Sprechers die "Grundübel der Zeit".
Die künstlerische Leiterin der documenta, Carolyn Christov-Bakargiev, begrüßte die Aktion nach Angaben einer Sprecherin. Die documenta-Leitung beriet zunächst, wie sie auf die neue Situation reagieren soll, kam dann aber zu dem Schluss, dass sie nichts unternehmen will. "Wir werden nicht veranlassen, dass die Zelte abgebaut werden", sagte die Sprecherin.
Occupy ist eine weltweite Bewegung, die zentrale Plätze besetzt und den Kapitalismus kritisiert. In Frankfurt campieren Occupy-Aktivisten seit dem Herbst vor der Europäischen Zentralbank. Ein bereits seit vier Wochen bestehendes, kleines Occupy-Camp vor dem Museum Fridericianum wird seit Beginn der documenta bereits geduldet. (APA, 8.7.2012)
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