Abschleppen am FKK-Strand

8. Juli 2012, 20:28
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"Aktion Scharf" gegen Falschparker bei der Donauinsel

Wien - "Des hab i in 24 Jahren no net g'sehn", sagt die langjährige Kellnerin des Lokals "Oase" auf der Donauinsel und meint damit jene Abschleppaktionen, die sich direkt vor dem Gasthaus abspielten: Aufgeregte, teilweise unbekleidete, Badegäste diskutierten mit den Beamten vom Abschleppdienst der MA 48, die unbeeindruckt "Dienst nach Vorschrift" machten und jene Autos entfernten, welche im Haltestellenbereich des Linienbusses 91 standen. Ausnahmen gab es für niemanden, auch nicht für die Badegäste, deren Kleidung im Auto deponiert war.

Der Drang, sich in der Lobau und dem Südteil der Donauinsel in die mehr oder weniger blauen Donau zu stürzen ist bei über 30 Grad durchaus nachvollziehbar.

Doch wie kam es in jüngster Zeit zu dieser groß angelegten Abschleppaktion, der insgesamt rund 50 Autos, darunter solche von FKK-Anhängern, im Bereich der Raffineriestraße zum Opfer fielen?

Es handle sich um einen Dienstbefehl des Stadtpolizeikommandos Donaustadt, sagt Inspektor Christoph Daubek von der MA 67 (Parkraumüberwachung): "Jeweils 15 Meter vor und nach dem Haltestellenschild gilt Parkverbot, welches von einigen Badegästen missachtet wurde: Der Haltestellenbereich war aber völlig zugeparkt."

Dies behindere die Leute beim Aussteigen. Er selber habe beobachten können, wie ein aussteigender Badegast in ein Auto rannte: "Die Leute würden sich leider nix pfeifen", meint der Beamte, der zwar durchaus Verständnis dafür aufbringe, dass bei schönem Wetter alle baden gehen wollen, aber irgendwo gäbe es Grenzen. Derartige Schwerpunktaktionen, bei denen man abermals rigoros einschreiten wolle, seien bis Ende September geplant.

Selbst verantwortlich

Dass die Leute ohne Kleidung auf der Donauinsel zurückbleiben mussten, sei bedauerlich, aber dies müssten die Badegäste selbst verantworten.

"Für die im PKW zurückgelassenen Gegenstände tragen wir keine Verantwortung", erklärt auch eine Mitarbeiterin des Abschleppdienstes der MA 48. "Mit dem Wageninneren haben wir nichts zu tun." Aufgabe bei einem Abschleppbefehl sei lediglich, das Fahrzeug von A nach B zu versetzen. Ob jemand wichtige Dinge dort deponiert habe oder nicht, gehe die MA 48 nichts an: "Nur bei Hunden machen wir eine Ausnahme - wegen G' wand im Auto gäbe es sicher keine Extrawürstel." (Carola Timmel/DER STANDARD Printausgabe, 9.7.2012)

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