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Die "Freier" treiben jetzt den israelischen Premier vor sich her und zwingen ihn, sich einem Problem zu stellen, das die Regierungskoalition erschüttern könnte. Ein "Freier" - das Wort kam aus dem Deutschen über das Jiddische in den hebräischen Slang - ist ungefähr dasselbe wie ein " Teschek", also ein Dummer, der immer ausgenützt wird. Die Selbstbezeichnung "Freier" haben jene zornigen Israelis gewählt, die genug davon haben, dass sie die ganze Last des Wehrdiensts tragen müssen, während der Großteil der strengreligiösen jungen Männer zum Thora-Studium freigestellt ist.
Nun haben jene 20.000 Menschen, die am Samstagabend in Tel Aviv zu einer Demonstration kamen, offenbar Eindruck auf Netanjahu gemacht. Zuvor war zwei Wochen lang das "Freier-Zelt" beim Hauptbahnhof der Brennpunkt des Protestes gewesen.
Premier verkündet Reform
"Gleicher Wehrdienst für alle" war die Parole der Demonstranten, und unter lautem Jubel rief einer der Redner Netanjahu zu: "Das muss in Ihren Kopf hinein - wir haben aufgehört, Freier zu sein!" Tags darauf kündigte Netanjahu prompt einen "historischen Schritt" an: "Weder die Armee noch die Wirtschaft noch die Gesellschaft können den jetzigen Weg weitergehen." Es werde "ein dramatisches Wachstum bei der Beteiligung der strengreligiösen und der arabischen Bevölkerung an der Belastung" geben.
Netanjahu will nun doch die Vorschläge einer Kommission übernehmen, die er erst vor wenigen Tagen zurückgewiesen hatte. Demnach sollen Strengreligiöse bis zum Alter von 22 einen subventionierten Studienaufschub bekommen, danach aber mit Geldstrafen und Strafverfolgung bedroht werden, wenn sie sich dem Wehr- oder Zivildienst entziehen. Nur 1500 Männer im wehrpflichtigen Alter sollen pro Jahr permanent freigestellt werden. Gegenwärtig sind rund 60.000 befreit.
Eingliederung in Arbeitsmarkt
Es gilt als unmöglich und unwirtschaftlich, sie alle über Nacht in die Uniform zu zwängen, zumal die Armee sie anscheinend nicht wirklich brauchen kann. Andererseits könnte der Wehrdienst auch die dringend nötige Eingliederung in den Arbeitsmarkt anstoßen. Die Mehrheit der strengreligiösen Männer arbeitet nicht, sondern lebt von Sozialleistungen, Spenden und den geringen Einkünften ihrer arbeitenden Frauen.
Die Reformvorschläge, die Netanjahu nun in ein Gesetz gießen will, wurden zunächst aus allen Richtungen zerpflückt. Der religiöse Sektor ist empört wegen der vorgesehenen Sanktionen, während etwa die anti-religiöse Rechtspartei von Außenminister Avigdor Lieberman beanstandet, dass die Strengreligiösen wieder einmal bevorzugt würden. Zudem müssten nach dem Gleichheitsgrundsatz auch die arabischen Bürger zu einem Wehr- oder Zivildienst herangezogen werden.
Unklar ist vorerst noch, ob Netanjahu nun durch die graduelle Kompromisslösung das Problem entschärft hat - oder erst recht in eine Koalitionskrise steuert. (Ben Segenreich/DER STANDARD Printausgabe, 9.7.2012)
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Eure Frauen kommen mit dem Raumschiff Jannah gleich nach, fest versprochen!
Premier verkündet Reform .
eigentlich eine Super Idee,
aber hat der das nicht schon mal versprochen und dann doch mehr gelder in Miliär eingesteckt als in Sozial wohnungen und Nahrungspreise?
ach ja das war ja vor der wahl, nach dem wahlen ist auch in Isarel alles versprechungen von gestern, wobei das überall so ist.
wie schädlich es ist, ner Religion eine Ausnahme zu gewähren. Und das nicht nur demokratierpolitisch sondern auch ökonomisch. Im Prinzip wird sich im dem Religionstick ein Leben auf Kosten der anderen erschlichen wie aus dem Artikel schön hervorgeht. Und der Nachwuchs, den es in diesen Famlien ja zuhauf gibt, geht aufgrund der weltfremden Erziehung dann den gleichen Weg.
Wäre ne gute Gelegeheit, auch bei uns die Religionsprivilegien kritisch zu durchforsten.
scientology, tm, .... glaubt an die aufklärung und an den humanismus, glaubt an ghandi dann schaut die welt besser aus. von mir aus glaubt an gott und an die religionen aber glaubt nicht die wahrheit zu wissen genauso wenig an die überheblichen in kunst und naturwissenschaft ... seids einfach friedlich und gehts zum bundesheer :)
Streng religiöse Männer die Militärdienst und Zionismus, und somit den Staat Israel ablehnen, sind jetzt nicht die größte Gefahr für den Frieden im Nahen Osten.
Für die liberale, moderne israelische Gesellschaft, da sind sie ein großes Problem.
Bitte nicht alle orthodoxen Juden mit der Siedlerbewegung in Verbindung bringen! Des sind zwa poa Schuach, auch wenn es teilweise bei manchen Orthodoxen Gruppierungen Überschneidungen gibt.
Die meisten Orthodoxen lehnen den Staat Israel ab und kümmern sich um rein religiöse Angelegenheiten, weswegen sie auch keinen Dienst in der Armee leisten.
Ihrer Auffassung nach könne ein solcher Staat nur von Gott selbst errichtet werden.
Freiwillig konnten sie aber auch bereits bisher in eigenen Einheiten Dienst an der Waffe leisten, grad der Vollständigkeit halber.
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