Disput um geplante Deponie an Innsbrucker Stadteinfahrt

Debatte über Lagerplatz für Bauschutt

Innsbruck - Über die Ferrariwiese fällt von Süden kommend des Touristen erster Blick auf Innsbruck. Wo derzeit gemäht wird und im Herbst Kühe grasen, könnten schon bald Bagger auffahren. Denn die Innsbrucker Kies- und Splittwerke wollen auf einer Fläche von über 75.000 Quadratmetern eine Deponie für Bodenaushub- und Tunnelaushubmaterial errichten.

Es gebe keine passenden Ablagerungsmöglichkeiten und in der Stadt werde viel gebaut, heißt es. Die Dimensionen scheinen gewaltig. Die Ost-West-Erstreckung soll 350 Meter, Nord-Süd immerhin 270 Meter betragen. Der Schutt soll aber, so die Betreiber, höchstens 15 Meter aufgeschüttet und die Deponie auch nur zehn Jahre betrieben werden. Danach sollen die Flächen rekultiviert werden.

Widerstand gegen Deponie

Landesumweltanwalt Johannes Kostenzer ist empört. Der Standort sei absolut ungeeignet, nicht nur wegen des Lärms und Schmutzes für Anrainer, sondern hauptsächlich wegen des Landschaftsbildes. Auch dieses ist ein genehmigungsrelevanter Faktor. Das Stadtbild habe durchaus einen ökonomischen Wert, sagt auch der Grünen-Stadtrat Gerhard Fritz. Und dieser sei gegen kurze Transportwege abzuwägen.

"Piefke-Saga zum Quadrat" nennt es Fritz Dinkhauser vom Bürgerforum Tirol, eine Deponie ausgerechnet auf der Ferrariwiese zu errichten: Innsbruck platziere sich als Tourismusstadt im Herzen Europas. "Und gleichzeitig soll am Eingang zur Stadt, wo hunderttausende Reisende den ersten Blick auf Innsbruck werfen, eine Schuttdeponie errichtet werden."

Die Stadt deponierte beim Land bereits ein Nein. Nach dem Abfallwirtschaftsgesetz hat sie aber nur Anhörungsrecht, sagt der grüne Stadtrat Gerhard Fritz.

Schwellenwerte zur Deponiemenge überschritten

Dem widerspricht Landesumweltanwalt Kostenzer. Für ihn hat die Stadt sehr wohl ein volles Berufungsrecht, da die Schwellenwerte zur Deponiemenge mit einer Schüttkapazität von 510.000 Kubikmetern klar überschritten würden.

Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer (Liste Für Innsbruck) will ebenfalls keine Deponie, auch wenn in Innsbruck rege gebaut werde. Der Stadtsenat hat das Projekt bereits abgelehnt.

Aus dem Büro des Umweltlandesrates Hannes Gschwentner (SP) heißt es, man werde sich das Ansuchen auf Genehmigung der Deponie genau anschauen. Ein Bescheid wird in etwa vier Wochen erwartet. Einsprüche seien möglich. Dann käme der Fall zum Unabhängigen Verwaltungssenat. (Verena Langegger, DER STANDARD, 9.7.2012)

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Neues von der Ferrariwiese

Die Innsbrucker haben div. Nutzungsrechte auf der Ferrariwiese, diese dürfen vom Land nicht einfach umgangen werden! http://piratenparteitirol.blogspot.co.at/2012/07/l... ponie.html

wenn man länger darüber nachdenkt, dann

ist das ganze gar nicht so blöd.
Blöd wäre es nur dann, wenn man nichts ordentliches daraus macht, zB eine streng horizontale Fläche, hoch aufgeschüttet bis zum Sonnenburger Hof und dann horizontal. Die Brennerstraße und die Stubaitalbahn könnte man einhausen und dann hätte man in 100 Jahren eine schöne riesige Siedlungsfläche

piefke saga 4. teil

- wie recht mitterer doch hatte...

was hat das mit der piefkesaga zu tun?

und was das mit dem rest der welt?

http://youtu.be/PcRyjkYdDxM

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schutthaufen in tirol - who cares

ojeoje

da ist wohl noch nie einer aus Wien raus ... du Armer!

Fehldiagnose

aha, dh dass du aus deinem bezirk noch nie raus gekommen bist?

witzerl recycling = fad

war ernst gemeint - wegen deinem engen horizont und so.

Exil-Tiroler sind lieb, einsam und Experten für engen Horizont

Du? Who cares?

Es gäbe da im Westen der Stadt einen Wirten und Grundbesitzer.... ;) Den Touristen ist der Stadtanblick schon egal wenn sie gerade von der ASFINAG gefilzt worden sind.

Sie meinen den schicksalsgebeutelten Kranebitterhof? Da brennt dem Armen doch glatt ein Stall ab, wo er doch damit beschäftigt ist eine Deponie ein zweites Mal ausheben zu müssen und ihm diesmal ein bisschen genauer auf die Finger geschaut wird was da rein kommt... ;)

Solche fürsorglichen Mitbürger hat man doch wirklich gern.

aso, jetzt wo der stadl nimma steht.... :)

Jop der Nocker hat sich da ordentlich Ärger eingehandelt :) - mittlerweile ist das Loch wieder halbwegs zu.
Allerdings ist die grundsätzliche Frage schon, wohin das Zeug soll - die gesamte Inntslfurche ist nach wie vor starkes Zuzugsgebiet, gebaut wird an allen Ecken, aber den Aushub will keiner haben. Ich muss sagen, die Idee mit der Ferrariwiese ist nicht einmal so schlecht, wober ich die Details nicht kenne - aber die Wiese liegt doch ca. 5m oder mehr unter Straßenniveau, d.h. man kann das auffüllen und begrünen und hat danach noch immer die Aussicht. In Ampass oben hat's ja auch einen halben Aufstand gegeben, mittlerweile ist da schon Gras drüber gewachsen, im sprichwörtlichen Sinn.

Die Suburbs von Innsbruck sind sowieso unglaublich hässlich. Ein Schuttberg würde da gar nicht auffallen.

schon mal in den Suburbs von Wien gewesen ;)

Ja klar.
Fast noch hässlicher als die um Innsbruck.

Zahl der Holzbalkone

Tun wir mal nicht einen Ort, den man zu Fuß durchqueren kann, mit einer Großstadt vergleichen.

Stimmt

Wien kann man nicht mit London oder Kalkutta vergleichen.

Die hässlichen Beton-60er/70er Bauten sind wohl eher mitten in der Stadt: Höttinger Au nahe Innenstadt, Krankenhaus. Dazu kommt noch der wunderschöne Bahnhof :)

What?

Die Suburbs von Innsbruck sind in den Mittelgebirgen und von Villen nur so gespickt.

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